Grüner Landtagsabgeordneter schlägt Alarm: Stuttgart 21 gefährdet Fernverkehr auf Gäubahn

MdL Lehmann über brisantes von der Landesregierung geheim gehaltenes Gutachten

Konstanz/Stuttgart (red) Nachder Veröffentlichung des bislang von der Landesregierung unter Verschluss gehaltenen SMA-Gutachtens zur Realisierung des Großprojekts Stuttgart 21 wird deutlich, dass der Bestand des Fernverkehrs auf der Gäubahnstrecke stark gefährdet ist. Im Gutachten heißt es wörtlich: „Ohne deutliche Fahrtzeitverlängerungen lassen sich die Züge der Gäubahn gemäß Status quo nicht einlegen“. Der Grüne Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann hat deswegen Alarm geschlagen.

Grüne beantragen Moratorium für Stuttgart 21

Die Grüne Landtagsfraktion kündigte an, in der Plenardebatte am kommenden Donnerstag ein sofortiges Moratorium für Stuttgart 21 zu beantragen. „Wir fordern die sofortige Aufgabe dieses größenwahnsinnigen Projekts, das auf Kosten des ländlichen Raums von der Landesregierung durchgeboxt werden soll“, so der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann. Er fordert darüber hinaus seine Landtagskollegen von CDU, FDP und SPD auf, welche sich noch im März für den Ausbau der Gäubahn ausgesprochen hatten, sich endlich öffentlich gegen Stuttgart 21 zu positionieren.

Brisantes SMA-Gutachten

Die Veröffentlichung des vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg bislang geheim gehaltenen SMA-Gutachtens rufe nicht nur bei Umweltverbänden sondern auch in der Grünen Landtagsfraktion großen Unmut hervor: „Aus dem Gutachten geht deutlich hervor, dass das Projekt Stuttgart 21 gravierende Folgen nicht nur für die Anbindung des ländlichen Raums haben, sondern auch zu bereits kalkulierten Fahrplanstabilitätsrisiken führen wird“, so der Grüne Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann. Der Fernverkehr auf der Gäubahn werde vom Prestigeprojekt der Landesregierung nicht nur verschlechtert, sondern in seinem Fortbestand in Frage gestellt: „Es wird durch geänderte Gleisführungen zu massiven Fahrtzeitverlängerungen von sieben bis acht Minuten kommen. Darüber hinaus sei laut Gutachten die versprochene „Durchbindung des ICEs von /nach Nürnberg“ wegen Gleisbelegung kaum realisierbar. Darüber zeigt sich der Konstanzer Abgeordnete Lehmann entsetzt. „Dieses Gutachten unterstreicht alle Befürchtungen der Gegner des Projekts und setzt noch einiges obendrauf.“

Verschlechterungen und Behinderungen

Darüber hinaus spreche das Gutachten von gegenseitigen Behinderungen auf eingleisigen Abschnitten für S-Bahn, Fernverkehr- und Regionalzüge. „Offensichtlich haben selbst die Gegner des Großprojekts manche Fahrplaninstabilität noch deutlich unterschätzt“, so Lehmann über die besorgniserregenden Ergebnissen des SMA-Gutachtens.

Hier geht es zu dem von den Umweltverbänden veröffentlichte SMA-Gutachten.

Foto: wak/Siegfried Lehmann

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