Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute möchten wir schon in aller Frühe mehrere Themen kurz streifen. Widmen werden wir uns hauptsächlich dem Sommerloch, außerdem dem Phänomen des Blumenkübels und den Vorteilen, die das Anstehen in einer langen Schlange bei Aldi hat. Sollte Sie all das nicht interessieren, gehen Sie heute morgen einfach nicht über Los, lesen Sie nicht weiter und begeben Sie sich direkt ins sommerliche Wochenende

Twittern Sie eigentlich? Wir selbst gehören zu jenen lustigen Vöglein, die gern ein bisschen zwitschern – unsere Nachrichten, gelegentlich ein bisschen Weltanschauliches und manchmal etwas Privates. Selbstverständlich sind auch wir beim Twittern auf das Phänomen des Blumenkübels gestoßen und verfolgen den Hashtag Blumenkübel sehr aufmerksam.

Sagen wir es einmal so: Die Microblogger, waren nicht die ersten, die spinnen! Wer nach #Blumenkübel sucht, findet zwar Tweets wie „Der Tannenbaum hat ausgedient! In diesem Jahr lösen zu Weihnachten trendige und pflegeleichte #Blumenkübel die altgedienten Nadelbäume ab“ oder „Um das Thema abzuschließen: I never had sex with this #Blumenkübel“ oder auch ein bisschen ratlos „Blumenkübel my love Ich versteh nur#blumenkübel“. Den Anfang nahm der Hype aber in einer Lokalzeitung, die ernsthaft berichtete.

Sollten auch Sie nur Blumenkübel verstanden haben, klären wir Sie gern auf. Der Blumenkübel des Anstoßes war eine längere Meldung, eigentlich eher ein Bericht, der muensterschezeitung.de. Sie sollten jetzt sofort  die Zeitung anklicken und sich, bevor Sie weiter lesen, den Artikel unbedingt im Original anschauen.

Wir zitieren nur den ersten Satz: „Fassungslos waren die Bewohner des Antoniusstift, als sie am Dienstagmorgen vor die Tür sahen: Einer der zwei Blumenkübel vor dem Eingang des Altenheimes wurde umgestoßen und lag zerbrochen vor dem Eingang.“ Es folgen eine Autorenzeile und ein dramatisches Foto vom Blumenkübel.

Twitterer kommentierten den Artikel über die Top(f)-Nachricht der muensterschezeitung.de sarkastisch. Plötzlich machte es ihnen die ganze Microblogger Community nach. Es darf seither gern auch beißender, bitterer Spott und Hohn oder etwas Witziges sein – Hauptsache #Blumenkübel steht dabei. Auch die Onlineausgabe des Blattes muensterschezeitung.de berichtet glücklicherweise weiter. Und wie sie es macht. Selbst der Mediendienst Kress ist gestern aufmerksam geworden.

Nein, wir sind weit davon entfernt, Schadenfreude zu empfinden oder gar unsererseits über die armen Kollegen der Münsterschen Zeitung zu spotten. Auch wir erfahren in diesen Tagen leidvoll, was es heißt, ins nachrichtenarme Sommerloch zu fallen. Auch wir sind schon froh, wenn in Singen ein paar Buben mit einer Wasserpistole spritzen, bis die Polizei kommt, und die Polizeidirektionen nicht nur läppische Blechschäden vermelden, über die wir tatsächlich gar nicht berichten könnten. Was würden wir darum geben, wenn plötzlich das Ungeheuer von Loch Ness im Konstanzer Trichter auftauchen oder ein Schnakenexperte darüber berichten würde, dass Malaria-Fliegen über Strandbädern oder Biergärten kreisen?

Sollten Sie denken, wir schreiben sehr verworren heute und wir seien noch ein bisschen unausgeschlafen, mögen Sie Recht haben. Wir sind tatsächlich extra früh aufgestanden heute Morgen, weil wir unsere Kolumne just in time liefern möchten und auch unsere Lieblingsinformatikerin nicht unnötig beunruhigen wollen. Sie würde derzeit unseren urlaubenden Webmaster vertreten, sollte sich bei uns ein Gau ereignen. Aus unerklärlichen Gründen ist gestern nun ausgerechnet unsere Lieblingsinformatikerin schon kurz nach acht Uhr wach gewesen (was bei Informatikerinnen wie ihr nicht normal ist) und sie wollte ihr„Guten Morgen!“ lesen. Wir selbst waren aber blöderweise ein bisschen später dran und meldeten uns erst gegen 9.30 Uhr mit einem informativen „Guten Morgen!“ bei unseren Lesern zurück.

Unsere Lieblingsinformatikerin hatte also etwa eineinhalb Stunden Zeit, sich zu sorgen und zu fragen, ob es bei uns einen Systemabsturz am Laptop gab und sie möglicherweise helfen müsste. Solch bange Minuten möchten wir ihr heute ersparen. Wir erinnern uns, dass sie auch freitagmorgens immer früh dran ist, weil da die Putzfee kommt, was wir vor ein paar Wochen bei Twitter gelesen haben, als es noch keine #Blumenkübel gab…

Das Allerletzte: Wir freuen uns über das schöne Wetter heute auch, weil dann möglicherweise nicht ganze Familien durch den Konstanzer Aldi bummeln und Product Seeing machen. Wobei ja auch Schlangen für etwas gut sind: So hatten wir gestern viel Zeit, ein bisschen an liebe Menschen zu denken. In einem Fall haben wir unvorsichtigerweise später spontan davon erzählt. Das kam dann aber nicht gut. Es hieß, es sei ja wieder typisch, dass wir, wenn uns in einer Schlange langweilig sei, an die betreffende Person dächten. Wir fragen, ist das wirklich verwerflich? Oder gehen auch wir einfach ins Wochenende.

Kommen Sie gut in Ihr Wochenende!

Waltraud Kässer

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.