Guten Morgen Bodensee!

Kolumne

Heute möchten wir uns aus aktuellem Anlass mit dem Thema Links beschäftigen. Nein, es geht nicht um Politik, sondern um das Springen von Seite zu Seite. Wir sprechen in diesem Zusammenhang über Rock am See, das Wetter und Alkohol

Erste Bemerkung des Tages: Links sind blöd. Wir erklären auch sofort weshalb wir der Meinung sind. Es ist nämlich so, dass der Konzertveranstalter KOKO Entertainment noch gestern sehr überschwänglich und optimistisch mitteilte: „Die Aufbauarbeiten für Rock am See in Konstanz sind in vollem Gang und die Wetteraussichten für kommenden Samstag, den 28. August, sind perfekt: Warme 24 bis 27 Grad bei leichter Bewölkung bieten geradezu ideale Bedingungen für das Open Air-Festival.“ Soweit das Zitat. Aber von wegen! Es folgte ein Link auf einen Wetterbericht, der die Aussage belegen sollte. Was sollen wir dazu sagen? Seit KOKO auf die Seite schaute, ist sie leider aktualisiert worden. Der Himmel über dem Bodenseestadion wird, so wie es aussieht, am Samstag eher wolkig sein, statt 24 bis 28 Grad gibt es nur 20 bis 21 Grad und am Abend könnte es sogar ein bisschen regnen…

Ansonsten möchten wir sie heute Morgen darüber aufklären welche Links Nutzer von Twitter bevorzugt tweeten. Es ist so, dass die Microblogger offenbar traditionelle Onlinezeitungen bevorzugen. Am beliebtesten sind offenbar Links zu Spiegel Online. Links zu Blogs hingegen sind offenbar viel seltener. „Durchaus erstaunlich ist die geringe Anzahl von Blogs in der Liste. In der gesamten Top-100-Liste konnten sich auch nur 17 Einzelblogs und vier Blog-Netzwerke platzieren – und das, obwohl Twitter gefühltermaßen von sehr vielen Bloggern und Bloglesern genutzt wird“, urteilt das Medienmagazin Meedia.

Auch die Verlinkungen von einem Blog auf einen anderen werden offenbar weniger. Links würden lieber auf Facebook oder Twitter gepostet, schreibt Popkulturjunkie. Und weiter: „Möchte man schnell auf etwas Spannendes hinweisen, twittert man es – und bloggt es nicht mehr unbedingt wie früher.“ Wir fragen bang: Kommen Blogs etwa aus Mode?

Bevor wir uns aber weiter bei Twitter oder auf Blogs verlieren, noch einmal etwas Handfestes: Eine neue Studie hat bestätigt, dass moderater Alkoholkonsum gesünder sei als gar keinen Alkohol zu trinken. Das haben Psychologen an der University of Texas in Austin herausgefunden. Gegen einen im Stadion gekauften Becher Bier bei Rock am See dürfte am Samstag also nichts sprechen. Allerdings möchten wir das Wort Becher und die Mengenangabe besonders hervorheben. Wer übrigens einen Becher Bier oder einen Sixpack mit ins Bodenseestadion bringen möchte, sollte sich das auch in jedem Fall noch einmal überlegen. Alkohol mitzubringen ist nämlich nicht erlaubt. Mitbringen dürfen die Fans bei Rock am See hingegen Plastikpfandflaschen mit bis zu 1,5 Litern mit nicht alkoholischen Getränken.

Apropos Alkohol: Der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Zeller besuchte das Polizeirevier Überlingen, wo er mit dem Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, und dem Leiter des Überlinger Polizeireviers, Andreas Breuning, ins Gespräch kam.Einig waren sie sich der Politiker und die Polizei darin, dass jede Kommune die Chance bekommen sollte, ein Alkoholverbot für bestimmte Orte und für bestimmte Zeiten auszusprechen. Zeller plädierte konsequenterweise für die Änderung des Polizeigesetzes so wie es auch der Städtetag vehement fordert. „Ob es dann tatsächlich zu einem Verbot kommt, muss konkret vor Ort entschieden werden“, sagte Zeller. Besonders beeindruckend war Zeller offenbar, als die Polizei berichtete, dass das Verkaufsverbot an Tankstellen eine „nachweisliche Verbesserung“ gebracht habe. Wolfsturm sagte: „Das Verkaufsverbot nach 22 Uhr wirkt, die Probleme werden geringer“.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Waltraud Kässer

4 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    26. August 2010 at 09:34 #

    Wetter ist vermutlich zum „Glücksspiel“ geworden. Es wird immer häufiger, dass Internet-Wetter nur Anhaltspunkte gibt und auch die nicht mehr eintreffen: ob das nur für den Bodensee gilt? Die Streuungsbreite bei den „Links unten“ kann öfters riesig und widersprüchlch sein. Am Abend die passende Garderobe für den nächsten Tag zurechtlegen, ist etwas überflüssig geworden.

    Die Firma Koko trifft keine Schuld. Den eigenen Ärger mindern kann nur die Einsicht, dass es woanders richtige „Katastrophen“ gibt. Besser: mit einem Lächeln die Regenhülle als Airbag zu den Shorts miteinpacken. Hauptsache das Kachelmanns Wetter geht nicht baden und sponsort KN ein Special-Wetter.

    http://www.wetter.com/deutschland/konstanz/DE0005678.html

    http://www.wetter.de/wettervorhersage/49-7084-78/wetter-konstanz.html

    http://www.wetterkontor.de/cityforecast.asp?lookfor=78467

    http://www.wetter.net/cgi-bin/wetter-net3/wetter-stadt.pl?NAME=78467

    http://www.wetter24.de/de/home/wetter/reisewetter/ortewetter.html?cityID=49X7084&tx_mgcityweatherstatic_pi1%5BcityIDuse%5D=49X7084

    http://www.wetteronline.de/Baden-Wuerttemberg/Konstanz.htm

  2. dk
    26. August 2010 at 09:39 #

    @ dass moderater Alkoholkonsum gesünder sei als gar keinen Alkohol zu trinken.

    Das betrifft „Rotwein“ und mindert Herz-Kreislauf-Probleme bei mässiger Dossierung.
    Schade, dass die University of Texas in Austin nicht die Verbreitung von Rotwein-Kneipen im Bundesgebiet untersucht hat; KN wäre im Ranking nicht an letzter Stelle.

  3. wak
    26. August 2010 at 10:11 #

    Es geht um Alkohol allgemein, nicht nur um Rotwein. Die Studie ist neu.

  4. Kontrabass
    27. August 2010 at 15:43 #

    Die Studie ist bei Focus Online erschienen. Das Zitat hier ist typisch, d.h. nur ein Satz herausgegriffen, dass Alkohol positiv wirke. Im Artikel kommt es dann ganz anders. Es wird gezeigt, dass die bisherigen alkoholpositiven Studien die „Abstinenten“ in unzulässiger Weise als Kontrollgruppe eingesetzt hatten.
    Hier mein Kommentar auf http://www.alkoholpolitik.ch:
    Nun hat also diese Studie gebracht, was ich schon immer zu diesen alkoholpositiven Studien gesagt habe: Die jeweils herbeigezogenen “Abstinenten” waren nicht lebenslang alkoholfrei Lebende, sondern ehemalige Alkoholiker, Diabetiker, usw., die mit verschiedenen Gesundheitsrisiken lebten. Ganz klar, dass mässige Alkoholkonsumenten, die sonst gesundheitsbewusst leben, eine bessere Lebenserwartung haben, weil der Körper geringe Mengen Alkohols ohne bleibende Schäden verarbeiten kann.
    Es ist deshalb irreführend, wenn der Artikel wie gewohnt titelt: Ein Prost auf langes Leben. Lebenslang Abstinente leben vielleicht sogar länger, weil sie ihr Immunsystem nicht durch Alkoholkonsum belasten, sich oft auch sonst gesundheitsbewusst ernähren, wenn es ihr sozialer Status erlaubt und sie nicht unter zu grossem Stress leiden. Nicht umsonst leiden viele Abstinentengruppen an Überalterung. Zwei der ersten drei Sätze sind ebenfalls irreführend. Die Studie belegt gerade das Gegenteil: Dass die bisherigen alkoholpositiven Studien Abstinente zu unrecht als valable Kontrollgruppen beigezogen haben. Lebenslang Abstinente hätten ein anderes Ergebnis erbracht. Nur sind die heutzutage schwieriger zu finden. Jetzt sollte die Presse ehrlich genug sein, diesen Sachverhalt wahrheitsgemäss wiederzugeben. Mässiger Alkoholkonsum ist selbstverständlich besser als unmässiger. Das ist der einzige positive Effekt.

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