Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir auf Themen zu sprechen kommen, die wir unter der Überschrift verblasste Mythen zusammenfassen könnten. Unter Mythos verstehen wir eine Art kollektive, irrationale Vorstellung nicht in Zusammenhang mit einem historischen Ereignis, sondern vielmehr in Zusammenhang mit dem gewesenen Sommer.

Gestern brauste der erste gewaltige Herbststurm des Jahres mit etwa 70 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit über den Bodensee. 90 orangefarbene Blitze zuckten pro Minute. Schaumkronen tänzelten auf dem See. Der Sturm peitschte das Wasser auf. Pech hatten da alle, die mit dem Katamaran von Konstanz nach Friedrichshafen oder umgekehrt übersetzen wollten. Das Städteschiff musste den Verkehr einstellen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass sich der Sommer dem Ende zuneigen könnte, haben wir bei Twitter entdeckt. Gelesen haben wir herbstlich anmutende Tweets wie „Mit Kuscheldecke und heißem Tee auf den stürmischen, herbstlichen Seerhein schauen.“ Oder „Ich zieh mich dann mal mit meinem Pott Tee zurück“. Liebe Follower, wir haben doch erst August, rufen wir bibbernd in den Morgen nach dem Sturmtag.

Tja, der dumme August. Heute verabschiedet er sich also endgültig und wie nicht anders zu erwarten noch einmal mit Schauern. Zähe Wolken sind angesagt, bis es dann von Westen her angeblich immer sonniger werden soll. Die Höchsttemperaturen könnten bei 15 Grad liegen. Beim Fahrradfahren zieht es jetzt schon gewaltig. Mut machte uns allein ein Eintrag bei Facebook. Der (Reise-)führer Autor Patrick Brauns schreibt: „Die Kaltfront bzw. Regenperiode Ende August, also vor dem meteorologischen Herbstanfang (1. Sept.) ist statistisch relativ häufig. Danach kommt in der Regel die stabile Hochdruckwetterperiode, mit Tagestemperaturen zwischen 10 und 25°. Das ist doch ein Grund, auch im Spätsommer/Frühherbst öfters an den Bodensee zu kommen …“.

Angesichts des desaströsen Wetters erscheint es – trotz vereinzeltem Optimismus – schier unmöglich noch den Bogen zur Architekturbiennale in Venedig zu schlagen. Die beschäftigt sich aktuell mit dem öffentlichen Raum. Es ist nämlich so, dass die Welt immer urbaner und deswegen die Notwendigkeit größer wird, Orte im öffentlichen Raum zu schaffen, an denen sich Menschen begegnen können. Sozusagen draußen und umsonst. In Konstanz gibt es zum Glück noch mehrere solcher Plätze und Treffpunkte. Streng genommen sind Areale wie der Herosé Park, der Stadtgarten oder auch das Schänzle Orte wie sie andere Städte erst noch schaffen müssen. Ehrlich gesagt, mögen wir solche Orte aber vor allem im Sommer.

Kommen sie gut durch den letzten Augusttag!

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