Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Schluss mit Ferien. Heute starten Schüler, Lehrer und viele andere nach dem Urlaub neu. Die Ferien sind vorbei. Ein Zeichen gesetzt hat heute passend zur beginnenden Arbeitswoche auch das Wetter. Sonnig wird es erst später, wenn wenigstens die Schüler vielleicht noch einen allerletzten hausaufgabenfreien Nachmittag genießen. Ansonsten möchten wir uns heute erst einmal zum Thema nötige Schöpfungshöhe von Texten und zur Stärke des Händedrucks äußern.

Wenn Sie heute Morgen jemandem die Hand geben, dann drücken Sie bitte fest zu. Offenbar haben nämlich Forscher herausgefunden, dass Menschen, die kräftiger zudrücken, ein längeres Leben haben.  Wir raten also zur Verhaltensänderung. Doch damit möchten wir das Kapitel nützliche Tipps heute morgen auch schon wieder schließen.

Hinweisen müssen wir ansonsten darauf, dass die Rechtsprechung möglicherweise neuen Trends etwas hinterher hinkt. Beim Barcamp in Stuttgart, einer Unkonferenz übers Web 2.0, haben wir etwas über Urheberrecht bei Tweets gelernt. Das Recht greift nur, wenn zum Beispiel von Twitterern oder Bloggern verfasste Texte, eine nötige Schöpfungshöhe erreichen.

Tatsache ist aber offenbar, dass Tweets diese nötige Schöpfungshöhe eher nicht erreichen. Zumindest rechtlich gesehen ist das so. Schuld sei die auf 140 Zeichen limitierte Größe des Textes, sagte ein Anwalt. Allerdings gibt es mittlerweile längst Twitterlesungen und Tweet-Sammlungen in Buchform. So ist kürzlich ein Twitter-Buch bei Pons erschienen, das den Titel trägt „Das Leben in 140 Zeichen“. Veröffentlicht werden, wie es heißt „wahre und kuriose Tweets“ aus dem Web. Insgesamt finden sich in der Publikation 320 Kurznachrichten von 170 Twitterern. Das Material dürfte Verlegern kaum ausgehen: Inzwischen soll es weltweit mehr als 100 Millionen Twitterer geben.

Die Sammlung von Pons enthält Tweets, die zum Beispiel so lauten: „Ich würde ja gerne joggen gehen, aber ich will nicht.“ oder „Ich hab die Wärmeflasche ausgetrunken, aber die Bauchschmerzen sind immer noch da.“ Ein anderer fragt seine Follower: „Warum heißen grüne Oliven eigentlich grüne Oliven und nicht olive Oliven?“ Oder wie wäre es mit „Koche das jüngste Gericht.“ Wir finden, die Verfasser haben eine ganz beachtliche Schöpfungshöhe erreicht. Mehr über Twitterlesungen gibt`s übrigens unter www.twitterlesung.de oder www.twikrit.de.

Ob wir selbst heute Morgen schon die nötige Schöpfungshöhe erreichen, wissen wir nicht.

Trotzdem möchten wir noch ein bisschen von unseren Seelenqualen vom Sonntag berichten. Zu den Wespen und dem Spätsommerwetter hätte ohne weiteres ein Stück Pflaumenkuchen gepasst. Nett wäre es ja gewesen, zum Beispiel nette Menschen zu Kaffee und Kuchen einzuladen. Früher hätten wir einfach mal ganz altmodisch kurz angerufen. Heute wäre es, wie wir bis gestern zu wissen glaubten, aber sicherlich korrekter, eine Mail zu schicken. Was also tun? Weiter geholfen haben uns die Etiquette, 101 Leitlinien für die digitale Welt. Dort haben wir unter den Stichworten E-Mail, SMS, Soziale Netzwerke, Instant Messaging und Telefonat die Regel Nummer 25 entdeckt. Im Wortlaut hieß es da: „Mit einem kurzen Telefonanruf lässt sich eine endlose Kette frustrierender E-Mails umgehen.“

Ach ja, die Regel, dass Telefonieren nicht ganz verboten ist, gilt übrigens nicht nur sonntags!

Starten Sie gut in den Montag!

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