Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute freuen wir uns auf einen sonnigen Tag am Bodensee. Kein Wölkchen auf der Wetterkarte, keines am Himmel und das am Wochenende! Trotzdem müssen wir, bevor wir ein paar Kilometer biken, kurz über die „linksjugend[‘solid] Konstanz“ sprechen, darüber, dass schon kleine Kinder Ironie verstehen können und die Revolution manchmal blöderweise ihre Kinder frisst.

Dass kleine Kinder keine Ironie verstehen, ist offenbar ein Irrtum. Das haben Psychologen jetzt in Kanada klar gestellt. Ihre Botschaft heißt: Auch Vorschulkinder können bereits etwas mit Ironie anfangen und verstehen ironische Bemerkungen. Wir finden, das ist eine gute Nachricht für alle, die gelegentlich mit Kindern kommunizieren. Wer es genauer wissen möchte, könnte es im British Journal of Developmental Psychologie, Band 28, Seite 255 nachlesen.

Ansonsten behaupten wir, dass Ironie eher ein vermintes Feld ist. Leider ist es so, dass nicht einmal alle Erwachsene Ironie verstehen können. Deswegen sieht sich die eine oder andere Redaktion gelegentlich gezwungen, „Vorsicht Glosse!“ über einen polemisch, satirisch, ironisch angehauchten Meinungsbeitrag zu schreiben, damit der Text bloß nicht missverstanden wird.

Ach ja, grundsätzlich besteht natürlich stets auch die Gefahr, mit oder ohne Ironie übers Ziel hinauszuschießen. Das geht dann voll daneben und ist der „linksjugend[‘solid] Konstanz“ passiert, die am Freitag und Samstag an einem Infostand die Bevölkerung über einen angeblichen Missstand aufklären wollte. Der Gemeinderat wolle über 20 Millionen Euro im Kommunalhaushalt 2011 einsparen und genehmige sich dazu eine „üppige Klausurtagung“ in der Kartause Ittingen in der Schweiz, so die Kritik. Kostenpunkt angeblich mindestens 10.000 Euro. Auf einem Flugblatt abgebildet war ein Weizenglas und zu lesen war noch der Satz „Die StadträtInnen machen in der Schweiz ,einen drauf’ und kürzen nebenher Sozialausgaben. Wir sagen: Prost!“. Soweit der Originalton „linksjugend[‘solid] Konstanz“. See-online sagt autsch.

Ansonsten möchten wir noch kurz etwas dazu sagen, wie es ist, wenn die Revolution ihre Kinder frisst. Als 1789 die französische Revolution ausbrach, sah es so aus, als ob Demokratie und Mitbestimmung den Absolutistischen Staat ablösen würden. So viele Ideale. Doch der neue französische Staat brauchte Führung. Kritiker wurden mundtot gemacht. Robespierre ließ Danton hinrichten und so weiter und so fort. Die Revolution wandte sich schließlich gegen Robespierre. Den Rest kennen wir. Das ist die Geschichte. So oder so ähnlich kann es leider auch im richtigen Leben gehen. Man fängt mit einer Sache an, es muss keine Revolution sein. Große Begeisterung. Und dann wendet sich die Sache plötzlich gegen einen selbst und frisst, wenn man nicht aufpasst, das, was so viel wichtiger ist.

Versprochen, ab Montag lassen wir das Persönliche dann wieder raus.

Kommen Sie gut durchs Wochenende!

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