Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Die Woche ist schräg. Gestern Nachmittag rieselten Schneegraupel vom bleiern grauen Konstanzer Himmel. Der Oleander musste in Sicherheit gebracht werden. Die Shorts und das Lieblingslauf-T-Shirt haben wir im Kleiderschrank nach hinten gelegt.

Fragen treiben uns um: Wie richte ich ein neues E-Mail-Konto ein? Was ist ein POP 3 Server? Soll ich mein Netbook streicheln, wenn es einen schlechten Tag hat? Oder soll ich lieber die Lieblingsinformatikerin um Hilfe bitten. Die Woche ist, wie gesagt, schräg. Die Lieblingsinformatikerin hatte Glück, sie war nicht zu Hause.

Wir wachsen wahrscheinlich mit den Herausforderungen. Version 9 von Google Chrome ist da. Wir nutzen noch Google Chrome 7. Früher hätte uns das nicht beunruhigt. Seit wir selbst einen Blog betreiben, wissen wir natürlich, dass manche Seiten mit Explorer, Mozilla Firefox & Co nicht richtig dargestellt werden, wenn die Version des Browsers veraltet ist. Sogar see-online sieht dann sehr bescheiden aus.

Kennen Sie FarmVille? Neulich haben wir eine Journalistenkollegin getroffen, die sagte, es sei sehr beruhigend, das Land zu bestellen und zu ernten. Auf dem Konto habe sie virtuelles Geld. Alles sei gut. Vielleicht sollten wir in Facebook in Zukunft auch weniger online plaudern und lieber damit beginnen, Beete anzulegen. Wenn wir es richtig sehen, haben wir vier Geschenke von Facebook Freunden bekommen und diverse Gutschriften gibt es außerdem. Vielleicht sind ja Setzlinge darunter? Oder wir kaufen ein Stück Land.

Überhaupt hat Facebook etwas Tröstliches. Heute Morgen haben wir eine neue Freundschaft geschlossen. Das geht sehr einfach. Man muss nur auf bestätigen klicken. Da wir auch gelegentlich miteinander telefonieren und es sehr nett ist, könnte es der Anfang einer wunderbaren Facebook Freundschaft sein, die nicht nur virtuell, sondern parallel sogar in echt stattfindet. Das nächste Mal sollten wir dann allerdings auf den Satz, dass es am Bodensee schön ist und der sehr danach klingt, dass wir Besuch bekommen könnten, vielleicht nicht wieder antworten, dass es regnet.

Damit wir es nicht vergessen: Monat für Monat treffen sich Konstanzer, die erst nach ihrer Geburt zugezogen sind, zu ihren regionaltypischen Stammtischen: Rheinländer sitzen am Rheinländerstammtisch; Hamburger, Niedersachsen, Schleswig-Holsteiner und Mecklenburger treffen sich zum „Nordlichter Stammtisch“, Franken finden beim Frankenstammtisch zusammen, und auch Berliner und Brandenburger stehen beim Stammtisch in munterem Austausch. Zum Abschluss des Jahres kommen nun am 1. Dezember alle Stammtische zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier zusammen. Los geht es ab 19.30 Uhr im Restaurant Seerhein, Spanierstraße 3. Wer dabei sein möchte, könnte sich beim Stadtmarketing Konstanz noch bis zum 26. November anmelden. Kontakt: Carmen Münst, Telefon: 07531-28248-10 oder E-Mail: muenst@stadtmarketing.konstanz.de. Wir hoffen, dass die Sprachbarrieren nicht zu groß sind. Mehr Infos über Stammtische gibt’s unter www.heimat-in-der-heimat.de.

Letzte Frage für einen Mittwoch im November: Wofür bezahlen wir Rundfunk- und Fernsehgebühren? Wir verraten es Ihnen heute Morgen exklusiv. Dafür, dass Kai Pflaume („Nur die Liebe zählt“) künftig auch im Ersten zu sehen ist.

Kommen Sie trotzdem gut durch den Mittwoch!

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Detlev
    24. November 2010 at 16:13 #

    @ Wir hoffen, dass die Sprachbarrieren nicht zu groß sind.

    Im Ostharz konnte man normales Deutsch reden; noch weiter östlich in Leipzig ist das Sächseln eher sehr mässig; das Zentrum des Dialekts bleibt Dresden.

    Als Norddeutschland wird dort überraschen nur die weitere Küstenregion verstanden: also Hannover zählt im engeren Sinne nicht dazu, schon gar nicht die Magdeburger Börde bis zum Harz.

    Vielleicht beginnt für Küstenbewohner schon Süddt. im Harz? Jedenfalls scheinen „Hügel bis max. 1040 m Höhe“ nicht nur bei NL für Kurzurlaube ziemlich beliebt; für mehr gibt es dann den Schwarzwald und die Alpen. Ob der Bodensee gegenüber dem Meer punkten kann, ist unbekannt.

    Am Dialekt sollten die Gespräche bei der Weihnachtsfeier nicht scheitern.

  2. carlo
    24. November 2010 at 20:27 #

    Auch Küstenbewohner sind durchaus in der Lage, verschiedene Regionen Deutschlands geografisch korrekt einordnen zu können. Vereinzelt soll es dort sogar Schulen geben. Im Gegensatz zu den Eingeborenen der Bodenseeregion können sie sich -z.B. im Fernsehen- sogar bundesweit ohne Zuhilfenahme von Untertiteln dem Rest der Republik verständlich machen. Was die Topographie Süddeutschlands betrifft, ist die Dimension der Beeindruckung, angesichts der möglichen Bereisung noch fernerer Regionen, wohl eher bescheiden. Den Bodensee aber findet man durchaus „nett“.

  3. Detlev
    25. November 2010 at 08:36 #

    … möglichen Bereisung noch fernerer Regionen …

    Was technisch machbar ist, dürfte für einige inzwischen auch finanziell hinterfragt werden. Persönlich ist fliegen auch nicht jedermans Sache (Flugangst), aber die DB holt auf (defekte Klimaanlagen im ICE). Das Streben nach DB-Schallgeschwindigkeit im Ländle bleibt etwas rätselhaft: Service, Komfort, Planbarkeit von Zeiten u.a. wären mir wichtiger. Man spürt die Konkurrenz zur Strasse: Baustellen, Staus, Unfälle u.a.

    Man entdeckt die Ruhe und das Kleinst-Biotop auch in seltenen Ecken des Landes. In der französichen Schweiz soll ein Landwirt, seine Kühe an gestresste Großstädter „vermietet“ haben: sie dürfen Milch melken, pflegen, Stall ausmisten u.v.m. …. und dafür zahlen. Die Nachfrage habe ihn überrascht: kaufm. Berufe bis ins mittlere Management (mit legerer Freizeit-Kleidung).

    PS.
    Bei einer Reise durch Skandinavien hat man die Entfernungen gewaltig unterschätzt: statt Nordkap nur Trondheim. DE ist manchmal doch klein und hat zu schnelle Autobahnen. Kulturell nicht vergleichbar und landschaftlich sehr beeindruckend: Fjorde mit über 1000 m Höhenunterschied können mit 3000er der Alpen zwar mithalten, aber auf ganz andere Art und Weise.

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