Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Bang blicken wir heute Morgen nach oben. Wir sprechen über alte und neue Hüte, eine Kieselalge, eine Hommage an die Stadt Konstanz, Tagestourismus und warnen vor exzessivem Fernsehkonsum. Wenn uns dabei bloß der Himmel nicht auf den Kopf fällt.

Das Vogelsterben in den US-Bundesstaaten Arkansas, Louisiana und Kentucky, sowie in Schweden und in Italien, wo Vögel massenhaft tot vom Himmel gefallen sind, hat uns jetzt nachträglich doch auch noch ein bisschen beunruhigt. Allein in Norditalien sind mehr als 700 tote Turteltauben gefunden worden, heißt es. Potz Blitz! Als mögliche Ursachen wurden das Neujahrsfeuerwerk, Stromleitungen, Hagel in großer Höhe oder Blitzschlag genannt. Woran es tatsächlich lag – diese Nachricht haben wir leider verpasst.

Der Trend dürfte angesichts solcher Botschaften in diesem Jahr aber klar zu stabilen Kopfbedeckungen wie Helmen gehen. Ab dem 23. Juli zeigt das Konstanzer Rosgartenmuseum passenderweise Mode- und Bedeutungsgeschichte der Kopfbedeckungen. ‚Chapeau’! heißt es vom Strohhut-Sommer bis zum 27. November. In der Ausstellung könnten viele Originalstücke bekannter historischer und heutiger Persönlichkeiten betrachtet werden. Da sind wir aber gespannt, was dem Rosgartenmuseum so alles einfällt. Eine Mitra ist sicher auch dabei. Mosaike aus dem Petersdom in Rom überlassen wir da gern der großartigen, bedeutenden Ausstellungsstadt Überlingen, in der sich der städtische Kulturreferent bekanntermaßen mit Ausstellungen schmückt, die gewöhnlich sogar in japanischen Zeitungen erwähnt werden.

Beglückt hat uns gestern die Universität Konstanz mit dem Hinweis, dass es nun neben dem Wort des Jahres oder dem Baum des Jahres auch eine Alge des Jahres gibt. So wie es aussieht kommt die Idee von einem Konstanzer Wissenschaftler. Es war anscheinend höchste Zeit. Die Kieselalge Fragilariopsis cylindrus ist laut Pressemitteilung der Universität deswegen Alge des Jahres 2011. „Sie fasziniert uns, weil sie im Eis der Polarmeere, einem der extremsten Lebensräume der Erde, überlebt und sich dort sogar vermehrt“, begründet Peter Kroth, Professor an der Universität Konstanz, die Wahl. Peter Kroth ist Sprecher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), in der die Algenforscher organisiert sind. Da rufen wir doch glatt noch einmal ‚Chapeau’! in Richtung Hochschule.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen ferner die Nachricht, dass der Reichenauer Künstler Karl-Heinz Brasch der Stadt Konstanz ein Kunstwerk überlassen hat. Vielen Konstanzern sei der Künstler durch seine Skulptur in der Wessenbergstraße nahe dem Münster bekannt, teilte die Stadt Konstanz mit. Für seine kinetischen Figuren verwende und verknüpfe der Künstler spielerisch Flohmarktfunde und allerlei andere Kuriositäten. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank sprach, so heißt es in einer Mitteilung des Pressedienstes, von einem Künstler, der „sensibel auf seine Umwelt reagiere“, diese „aufgreife“ (im wahrsten Sinne des Wortes!) und „umsetze“. Aha. So entstand Braschs neuestes Werk, eine privaten Leihgabe, die eine Hommage an die Stadt Konstanz sei.

Anschauen könnten das Kunstwerk bei Gelegenheit sicher auch die Tagestouristen, die in die Stadt kommen. Jedes Jahr besuchen immerhin rund 25 Millionen Tagesgäste das deutsche Bodenseegebiet. Das lässt der FDP-Abgeordnete Hans-Peter Wetzel aus dem Bodenseekreis wissen. Der Tagestourismus sei in dieser Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und mache laut einer Analyse der Universität St. Gallen rund 53 Prozent am Umsatz des gesamten Tourismus aus. In ganz Baden-Württemberg liege dieser Anteil allerdings sogar bei 71 Prozent.

Das Allerletzte: Sollten Sie nebenher das Morgenmagazin oder einer andere Fernsehsendung schauen, möchten wir sie auf eine für Sie wichtige Nachricht aufmerksam machen. Wer in seiner Freizeit mehr als zwei Stunden pro Tag vor einem Bildschirm sitze, habe einer neuen Studie zufolge ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko. Das berichtete der Züricher Tagesanzeiger online und berief sich dabei auf das „Journal of the American College of Cardiology“

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    12. Januar 2011 at 08:11 #

    Vogelsterben : In einem US-Bundesstaat wurde der Vorgang mit Feuerwerk erklärt und ein „menschliches Verbrechen“ per Obduktion ausgeschlossen.

    Etwas unklar ist geblieben, ob ein direkter medizinischer Einfluss vorlag oder der Schreck eher Panik und Orientierungslosigkeit mit „tödlichen Unfällen“ ausgelöst hat. Da sich dieses inzwischen bei mehreren US-Bundesstaaten und auch weltweit wiederholt hat, hat man sich gefragt, ob der Mensch bei der Evolution nicht doch den Anschluss zur technologischen Entwicklung verloren hat und ähnlich „sensibel“ ist: Stammt der Mensch auch vom Vogel ab? Da Vögel nicht als Bewegungsmuffel gelten, wird man vorsichtig und ist eher weniger über „ganz alltägliche Lebensmittel-Skandale“ besorgt.

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