Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sprechen wir zum Start in den Tag über den angekündigten Tod der gedruckten Tageszeitung, Smartphones, Tablet-PCs und eine DVD, die demnächst an Konstanzer Kindergärten verschenkt wird. Sie trägt den Titel „Pfoten Weg“ und es geht um die Verhinderung sexuellen Missbrauchs.

Zuerst aber zu den Handys: Schon im vergangenen Jahr ist es passiert. Smartphones mit dem Google-Betriebssystem fanden in den USA erstmals mehr Käufer als das iPhone von Apple. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen entschieden sich die meisten oder 32 Prozent der Käufer in den USA für ein Android-Handy. 26 Prozent kauften das Blackberry des kanadischen Herstellers RIM. Das iPhone schaffte es auf 25 Prozent Marktanteil. Mit ein Grund für den Android-Boom sei, dass das auf der Basis von Linux entwickelte Google-System von Mobiltelefonen unterschiedlicher Hersteller genutzt werde. Das berichtet der Züricher Tagesanzeiger. Handys, die nicht internetfähig sind, haben aktuell sowieso das Nachsehen. Das zeigte zum Beispiel eine Untersuchung des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture.

Stellen wir uns doch einfach einmal vor, wir bekämen entweder ein Smartphone oder ein iPad geschenkt. Raus ist offenbar, dass sich nur noch etwa halb so viele Verbraucher wie im vergangenen Jahr 2011 einen herkömmlichen PC kaufen möchten. Fünfmal mehr PC-Nutzer wollten sich 2011 dagegen einen Tablet-PC kaufen, heißt es. So steht es wenigstens im Medienmagazin Medienmilch. Damit wären wir dem Tod der gedruckten Zeitung im Übrigen wieder einmal einen Schritt näher gekommen. Statt am Frühstückstisch mit einer Zeitung zu rascheln, könnten wir uns ohne weiteres vorstellen, über einen Bildschirm zu streicheln und aktuelle, selbst ausgewählte Nachrichten zu lesen. Seit Wochen überlegen wir uns ernsthaft, das Abo der überregionalen gedruckten Tageszeitung zu kündigen, das wir aus Gewohnheit bisher noch behalten haben.

Nächstes Thema: Gestern erreichte uns eine Mail, in der uns eine „Frau von Innifer“ aufforderte, noch einmal auf die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Frauen nach sexuellem Missbrauch in Konstanz hinzuweisen. Wir haben es gern getan. Bis vor ein paar Monaten wäre es uns vielleicht noch nicht ganz so wichtig gewesen. Aufgrund einer persönlichen Begegnung wissen wir aber, was es bedeuten kann, mit den Folgen sexuellen Missbrauchs zu leben, besser wir haben eine Ahnung davon bekommen. Die Ausstellung „Wege aus der Gewalt“, die im vergangenen Jahr im Konstanzer Bildungsturm zu sehen war und die wir früher vielleicht gar nicht beachtet hätten, hat einen starken Eindruck hinterlassen. Und wir haben auch das kollektive Entsetzen nicht vergessen, als im vergangenen Jahr die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und Internaten bekannt geworden sind. Verharmlosen sollten wir das Problem auf gar keinen Fall.

Sexueller Missbrauch passiert und er passiert leider auch in Familien. Sie gelten als Tatort Nummer eins, was nur schwer vorstellbar aber offenbar Fakt ist. Ob Kinder heute tatsächlich emanzipierter und selbstbewusster als früher sind und sich besser schützen können, wissen wir nicht. Sie sollen sich aber so gut wie möglich wehren können.

Eine gute Nachricht ist es in diesem Zusammenhang sicherlich, dass der Förderverein „Sicherer Landkreis Konstanz“, der Kriminalprävention betreibt, und die Puppenbühne Konstanz mit dem Projekt „Pfoten weg“ Kindern helfen möchten, sich zu schützen. Sie tun es mit einer interaktiven DVD.

Das Theaterstück „Pfoten weg“ entstand schon vor sieben Jahren als Teil des Projektes „Konstanz gegen Gewalt“, das die Puppenbühne damals zusammen mit der Polizei und dem Landratsamt gestartet hatte. Das Stück handelt von sexuellen Übergriffen und davon wie sich Kinder wehren können. Sowohl der Inhalt als auch die von Irmi Wette gestalteten Figuren kamen bei den Kindern und den Eltern so gut an, dass nun beschlossen wurde, einen Film aus dem Stück zu machen.

Aus einem Projekt „Konstanz gegen Gewalt“ waren noch Restmittel vorhanden, die damals dem Förderverein „Sicherer Landkreis Konstanz“ zu treuen Händen übergeben worden war. Dieses Geld hat jetzt die Sparkasse Bodensee durch eine großzügige Spende aufgestockt, so dass es möglich ist, allen Kindergärten im Landkreis und in der Stadt Konstanz eine Grundausstattung der interaktiven DVD zu übergeben.

Passen Sie gut auf Ihre Kinder auf und kommen Sie gut durch den Tag!

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