Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Bevor wir uns ins Wochenende verabschieden, möchten wir davon sprechen, dass nichts bleibt wie es ist, wir wollen in die nahe Schweiz hinüber schauen und über den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Depressionen reden. Das Allerletzte aber ist Facebook…

Gestern Nachmittag haben der Konstanzer Verleger Ekkehard Faude und Theatermann Frank Lettenewitsch am Rande der Pressekonferenz zu „Literatur in den Häusern der Stadt“ darüber gesprochen, wie die Lesung in Konstanzer und Kreuzlinger Privathaushalten in zehn Jahren ablaufen könnte. Ekkehard Faude, zweifelsohne ein Freund des gedruckten Buches, sagte, in Zeiten von Multi Channel sei eine Lesung eine Art Abenteuer.

Die meisten Menschen seien es gewohnt, Texte auf Displays zu lesen oder ein Hörbuch zu hören. In zehn Jahren bringe voraussichtlich jeder seinen Tablet PC mit, sagte Faude und es klang ein bisschen so, als ob er damit sagen wollte, iPads und Tablet Computer könnten dem guten alten Buch gefährlich werden. Frank Lettenewitsch sieht die Zukunft des literarischen Lebens dagegen gar nicht schwarz und in Tablet PCs auch nicht zwingend eine Bedrohung. Er sagte, vielleicht bringe in zehn Jahren auch jeder seine eigenen Texte mit.

Frank Lettenewitsch hat wahrscheinlich Recht. Wer mag, schreibt schon heute Texte in ein Weblog, das eine Art Logbuch ist und lässt andere an seinem Leben, seinem Denken und seinen Gefühlen teilhaben. Es ist sicher noch nie so leicht gewesen wie heute, im Zeitalter des Web 2.0, Texte mit anderen zu teilen. Selbst Tweets haben manchmal literarische Qualität und die ersten Twitter-Lesungen gab es schon, wenn auch (noch) nicht in Konstanzer Häusern, wo Stefan Zweig, Franz Werfel, Robert Gernhardt, Elfriede Jelinek und ihre Schriftstellerkollegen momentan noch unter sich sind.

Aufräumen müssen wir heute Morgen ansonsten noch mit einem Missverständnis. Laut Demokratiebarometer, einem neu entwickelten Instrument zur Messung der Demokratiequalität, liegt die volksabstimmende Schweiz, wenn es um die Qualität der Demokratie geht, erstaunlicherweise nur im Mittelfeld. Die höchste Demokratiequalität weise Dänemark auf, gefolgt von Finnland und Belgien. Entwickelt wurde das Demokratiebarometer von der Universität Zürich und dem Wissenschaftszentrum Berlin. Das berichtete das Schweizer Fernsehen.

Es folgt einer Warnmeldung. Hamburger und Pommes machen nicht glücklich. Spanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vor allem enthaltene Transfette und gesättigte Fettsäuren Konsumenten depressiv machen könnten. Schlechte Ernährung erhöhe laut der spanischen Studie das Risiko, an Depressionen zu erkranken. Die Studie ist gerade im US-Online-Journal „Plos one“ veröffentlicht worden. Das berichtet die Frankfurter Rundschau.

Das Allerletzte aber ist Facebook: Facebook lässt Unternehmen in Zukunft Nachrichten sponsern. Wenn ein Nutzer einen Kommentar über ein Produkt, ein Smartphone zum Beispiel,  auf Facebook postet, kann der Hersteller die Mitteilung kostenpflichtig hervorheben lassen. Was Facebook Freunde schreiben, klingt glaubwürdiger als eine x-beliebige Werbebotschaft. Die Werbewirkung dürfte wesentlich größer sein. Über den Fall Facebook berichtet der Züricher Tagesanzeiger. Ob es Facebook Freunden gefällt, wenn ihre Sprüche als Werbung auf Facebook vermarktet werden, ist mindestens fraglich. Honorar dürfte es nicht geben.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Hinterwäldler
    28. Januar 2011 at 11:02 #

    Na gut, die Schweiz an 14. Stelle in der Welt. Wo aber steht die Berliner Republik. Das kann ich nirgends lesen. Doch nicht etwa unter „ferner liefen“. Also, wenn ich lese welche Kritikpunkte dieses kleine Land auf diesen Platz landen ließen, dann kann es nur ein katastrophaler Absturz sein.

  2. Oliver Gassner
    30. Januar 2011 at 11:02 #

    Wo issn Lettenewitschs Blog? Das würd ich ja gern lesen ;)

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