Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wenn wir heute ein bisschen länger auf die Sonne warten müssen, nehmen wir es in Kauf. Das frühlingshafte Lüftchen der vergangenen Tage hat uns aber schon sehr verwöhnt und ein Wetterbericht, in dem das Wort Schnee vorkommt, sorgt für größte Irritation.

Heute Morgen haben wir in der Zeitung gelesen, dass zu wenig Schlaf das Herzinfarktrisiko um fast die Hälfte erhöhe. Die Gefahren lauern, wie es aussieht, all überall. Denn nicht nur zu wenig Schlaf ist riskant: Jugendliche, die mehr als zwei Stunden täglich im Internet surfen, haben anscheinend ein deutlich erhöhtes Depressionsrisiko. Richtig ist aber auch: Wer gar keinen Onlinezugang hat, ist ebenfalls gefährdet. Das hat eine Schweizer Studie gezeigt. Neulich haben wir berichtet, dass auch Fastfood depressiv machen kann.

Gestern waren wir erstaunt, wie viele Wähler ins Konstanzer Restaurant Seerhein gekommen waren, um den SPD-Spitzenkandidaten Nils Schmid zu sehen. Der Frontman der Sozialdemokratie im Land hat sich mords angestrengt, um einen kompetenten Eindruck zu machen, und auch sehr viel und sehr ausführlich erklärt. Die SPD hat, so sieht es aus, ihre ureigensten Themen anscheinend neu zu entdecken. Hauptsächlich ging es dem Spitzenkandidaten, wenn wir es richtig verstanden haben, um das Thema Gerechtigkeit, das sich leitmotivartig durch den Abend zog. Nils Schmid zeigte sich als Politiker, der ganz nah bei den Menschen, besonders den Schwächeren sein will und sich mit vielen Nöten auskennt. Einmal waren wir  ein bisschen unkonzentriert und sind dann erst wieder bei folgendem Satz regelrecht aufgeschreckt, den der enfühlsame Nils Schmid  sagte: „Wenn ich als junge Ärztin…“ Aha.

Ein bisschen amüsiert hätten wir uns heute Morgen fast, als wir die Kommentare zum Auftritt von Nils Schmid in Facebook angeschaut haben. Wir haben folgenden Eintrag entdeckt: „Absolutes Highlight bei der Nils Schmid Tour gerade in Konstanz: die Frau eines Mannes, der seit knapp 2 Stunden mit seinem Smartphone im Netz surft, fordert von Nils Schmid mehr Möglichkeiten, gegen Mobilfunkmasten vorzugehen…“ Nun ja, militante Mobilfunkgegner sind uns ja sowieso suspekt.

Neulich erzählte ein Freund, dass im Konstanzer Teilort Litzelstetten angeblich einer Mieterin die Wohnung gekündigt werden sollte, weil sie in ihrer Wohnung ein Handy benutzt habe. Wir hätten sehr gern über den Fall berichtet. Es sollte aber nicht sein, da die Mieterin verständlicherweise lieber mit einem Anwalt als mit einer Online-Zeitung sprechen wollte. Vermutlich tat sie sogar das Richtige, eine schöne Geschichte wäre es aber trotzdem gewesen.

Zu aller erst müssen wir heute einen PR-Auftrag erledigen, später folgte eine kurze Besprechung mit einem neuen Mitarbeiter und am Nachmittag klappt es hoffentlich mit dem letzten Interview in der Reihe Gespräche mit Landtagskandidaten in Konstanz. Interviews im Bodenseekreis folgen. Unsere Serie soll dann am kommenden Montag starten. Den Prolog versprechen wir großzügig schon einmal fürs Wochenende.

Ansonsten sind Schulnoten in Konstanz auf der Straße gefunden worden, was wir datenschutzrechtlich ein bisschen problematisch finden, da wir nun wissen, wer in Mathe wie viele Punkte hat oder wer in Sport eine Niete ist. Veröffentlichen werden wir das Dokument selbstverständlich nicht – nachfragen aber schon.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    9. Februar 2011 at 11:17 #

    Vielleicht kann der Link einer Agentur zusätzlich nützlich sein: auf der Website wurde irgendwo behauptet, dass Firmen Print- und Online-Werbung eher traditionel „parallel gesehen und gemacht“ werden, wobei er einen umfassenderen Ansatz als Philosophie hat, der auch gegen „alt hergebrachte Marketing-Regeln“ nach bewusstem Überdenken verstössen soll. Denkfehler oder nur ein künstlich herbei geredeter Wettbewerbs-Vorteil? Die Experten mögen drüber nachdenken.

    http://www.dietzk.de/leistungsspektrum/

  2. Dirk
    9. Februar 2011 at 17:41 #

    Hallo,
    so unkritisch gegen mögliche Risiken des Mobilfunks wie Sie, kann man doch nur sein, wenn man die Augen verschließt oder aber bestimmte Interessen verfolgt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dirk
    (Kritischer Mobilfunk – N U T Z E R)

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