Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir in den Schmotzigen Dunschtig. Aber Vorsicht! Wir sind kein ausgesprochen närrischer Blog, auch wenn wir Guggenmusiken und tanzende Mäschgerle sehr gern mögen. Auf dem Blog heißt es bei uns: No Narro!

Wenn wir so aus dem Fenster und durch die  Lumpen hindurch hinunter in die enge Gasse schauen, sehen wir uns genötigt, darauf hinzuweisen, dass das Wort „Schmotzig“ nicht etwa von „Schmutz“ kommt. Der „Schmotzige Donnerstag“ geht vielmehr auf alemannisch „Schmotz“ zurück, was richtigerweise mit Fett oder Schmalz zu übersetzen wäre.

Streng genommen bräuchten wir selbst keine Fastnacht. Das richtige Leben ist oft aufregender und komischer als so manche Narretei.

Die Gauklerpartei zum Beispiel, die findet, wenn es Piraten gibt, könnten auch Gaukler kandidieren, hatte angekündigt, an Fastnacht groß zu plakatieren. Gestern irrten wir allerdings vergeblich am Konstanzer Bahnhof umher und auch am Sternenplatz stach uns kein überdimensional großes Gauklerplakat ins Auge. Gern hätten wir sonst eines fotografiert. Erst am Hafen wurden wir fündig.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann (CDU) hat angekündigt, erst am Aschermittwoch werde neu plakatiert. Sagen wir es vorsichtig so, der Konstanzer CDU-Mann ist momentan ja auch ohne eigene Plakate sehr präsent, was wiederum mit der bereits erwähnten Gauklerpartei zusammenhängt. An einer Platane haben wir Hoffmann gestern halb nackig auf einem Gaukler-Plakätchen koalierend mit FDP-Kandidatin Tatjana Wolf entdeckt. „Yes we can“, hieß der Slogan.  Schöne Grüße von Peter Lenk.

Erwähnen möchten wir heute auch gleich noch, dass das Singener Wochenblatt am Aschermittwoch nun anscheinend doch nicht die Kandidaten aller Parteien miteinander auf ein Podium setzt. Geplant sind statt dessen dem Vernehmen nach zwei getrennte Gesprächsrunden, die erste mit den Kandidaten der ehrenwerten, bereits im Parlament vertretenen Parteien – und eine zweite mit dem Rest wie NPD, Republikanern, Piraten und ÖDP. Zu welcher Gruppe die Linke gehören soll, haben wir leider versäumt, rechtzeitig zu recherchieren.

Wir selbst finden ansonsten neben dem Programm, Podiumsdiskussionen und dem, wie sich Kandidaten sonst so präsentieren, durchaus auch wahlentscheidend, was politische Parteien kulinarisch zu bieten haben. Ein Weißwurstfrühstück bei der CDU am Aschermittwoch finden wir allemal verlockend und sind selbigem eher zugeneigt als zum Beispiel Schiffszwieback an Bord eines Piratenschiffes.

Wenn wir es richtig verstanden haben, werden die Piraten – und wir sprechen nicht von dem Fasnachtsverein Piraten AG – übrigens sogar am Fastnachtssamstag unter ihren Piratenflaggen auf der Konstanzer Marktstätte (wahl)kämpfen. Schauen wir mal, ob wir Captain Jack Sparrow entdecken!

Apropos kämpfen. Bevor wir Sie in den fastnächtlichen Trubel verabschieden: Wir hätten da noch ein paar Neuerungen. Ab sofort finden Sie hinter dem Titel eines jeden Beitrags, zu dem auch ein Video gehört, einen Filmstreifen. Neu sind außerdem unsere Twitter, Facebook und Identica Buttons unter den Texten. Mit einem Mausklick können Sie unsere Beiträge so ihren Followern und Freunden weiterempfehlen. Es erübrigt sich sicher mitzuteilen, dass uns das sehr freuen würde. Toppen könnten Sie all das nur noch damit, dass Sie uns einen Flattrpunkt schenken.

Kommen Sie gut durch die Fastnacht!

 

 

 

7 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Bruno Neidhart
    3. März 2011 at 09:21 #

    Es gibt keine „Gauklerpartei“, allenfalls eine Gaukelei zwischen Bodman (Lenk) und Berlin (taz). Das ist dann auch alles.

  2. Lothar Herzog
    3. März 2011 at 09:30 #

    Es fehlt der Vertreter der stärksten Gruppierung!
    Warum wurde niemand eingeladen der nicht wählen geht?
    Dieser Personenkreis müsste auch eingeladen werden. Ich
    kann mir keine funktionierende Demokratie vorstellen in
    der nur „Parteinehmende“ Menschen wählen.
    Ergo. Ich bin für die Einführung der Wahlpflicht.

  3. Hinterwäldler
    3. März 2011 at 09:55 #

    Weil heute schmotziger Dunschtich ist:
    Seit Dienstag spätabends gibt es bei Facebook eine Unterstützerseite für den abgedankten Lügenbaron mit dem Titel: „Wir wollen Guttenberg zurück“. Adresse: https://www.facebook.com/pages/Wir-wollen-Guttenberg-zur%C3%BCck/136786223053705?ref=ts&sk=wall Am heutigen Morgen haben sich eine halbe Million „Netzbürger“ eingetragen und teilweise auch die Mailboxen der GROSSEN deutschen Tageszeitung der Tagesschau und heute-Redaktionen zum Überlaufen gebracht. Der N-TV prognostizierte sogar, das 80% aller Deutschen (hört-hört) Anhänger des Lügenbarons wären.

    Alle Nachrichtensender feierten das gestern Abend noch als Riesenerfolg für Guttenberg und dabei ist ihnen völlig der für solche Aktionen typische BILD-[Gefällt mir…] Button entgangen. Jeder der diesen Button betätigte, durfte auch einen Kommentar hinterlassen. Ich habe mich noch in den gestrigen Abendstunden vor Lachen im Bett gekrümmt. Mittlerweile feiert die Netzgemeinde mit großen Jubel diesen Gag und die „Unterstützung“ ist nach wie vor ungebrochen.

    Natürlich besteht nun die Frage wie es dazu kam. Das könnt ihr alle im Blog von Markus Beckedahl http://www.netzpolitik.org/2011/spas-mit-rucktritt-wir-wollen-guttenberg-zuruck/ nachlesen. Dort finden auch die Netzbürger ein paar ausgewählte Kommentare. Selbstverständlich dürfen sich noch heute alle daran beteiligen. Ist aber zwecklos, den die Jubelierer haben inzwischen gemerkt was da gelaufen ist und stehen mit schamroten Gesicht in der Ecke.

    hinderwäldler von Südbaden (ungelogen)

  4. Bruno Neidhart
    3. März 2011 at 10:00 #

    Im Kanton Schaffhausen besteht Stimm- und Wahlpflicht. Um der geringen „Fränkli-Strafe“ zu entgehen, schickt man einfach die Stimm- oder Wahlunterlagen an die Behörde zurück, z.B. auch ohne etwas ausgefüllt zu haben (Zum Rathaus spazieren und hier die Unterlagen in den Briefkasten einwerfen kommt noch billiger). Demokratie geht in der Regel in jeder Beziehung von einem freien, aktiven Mitmachen aus, weniger von Zwang.

  5. Lothar Herzog
    3. März 2011 at 10:42 #

    Mich interessiert das Geeiere um den Herrn Guttenberg nicht die
    Bohne.
    Wenn wir aber beim Lügen sind. War es nicht ihr verehrter Herr
    Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR, der 1961 gesagt hat:
    „Keiner hat die Absicht eine Mauer zu bauen“.
    Hat Ulbricht nun gelogen oder nicht?
    Brauchen Sie einenLink dazu?

  6. Lothar Herzog
    3. März 2011 at 10:55 #

    Was Sie in Ihrem Kanton machen ist Ihre Sache. Punktum.
    Es gibt in Deutschland Leute die sind einfach zu faul um zur
    Qahl zu gehen. Aber nachher in dumpfen Parolen gegen alles
    sein.
    So geht es nicht. In einer Demokratie gibt es auch Verantwortung.
    Es gab in Deutschland schon mal Zeiten da wäre man froh gewesen
    wenn man hätte „frei“ wählen dürfen.

  7. Lothar Herzog
    3. März 2011 at 11:00 #

    Natürlich Wahl!

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