Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir Sie teilhaben lassen an unseren Nöten und an denen anderer.

Beginnen möchten wir damit, dass wir Ihnen heute einen Auszug aus dem E-Mail-Verkehr mit einem Landtagskandidaten aus dem Wahlkreis Konstanz präsentieren und Ihnen einen Einblick in unseren Alltag gewähren. Sagen wir es so, nicht jeder Brief, den die elektronischen Post so in den Briefkasten wirft, ist die pure Freude.

Einer schrieb also: „Sehr geehrte Frau Kässer, mir reicht es jetzt!! Mir ist es unerklärlich, warum Sie diese Leserbriefe zu meiner Person, die offensichtlich Drohungen gegen mich erhalten auf Ihrer Seite veröffentlichen. Wollen Sie damit Ihre Auflage steigern, oder ist es einfach nur Dummheit oder wollen Sie womöglich Ihre Seite auch für den braunen Mob interessant machen? Ich werde diese Leserbriefe an die Staatsanwaltschaft weiterleiten und überprüfen lassen, ob hier eine Straftat oder die Beihilfe zu einer Straftat vorliegt.“

Da sind wir aber mächtig erschrocken. Nein, selbstverständlich nicht wegen der ausgestossenen Drohung, sondern vielmehr wegen des Tons, den der Kandidat anschlägt. Selbstverständlich gefallen uns nicht alle Kommentare, die Besucher auf unserer Seite zurück lassen. Noch weniger gefallen uns aber solche Mails. Eine Zensur von Meinungsbeiträgen findet bei uns nicht statt – eine Plattform für rechte Parteien sind wir deswegen aber noch lange nicht. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen, außer, dass wir diesen Kandidaten nun auf gar keinen Fall wählen könnten – selbst wenn es die Partei beim Wahl-O-Maten sozusagen fast aufs Treppchen geschafft hätte.

„Auflage“ heißt bei Onlinezeitungen übrigens Page Impression oder kurz PI. Sie sind uns aber ziemlich egal, sonst hätten wir schon längst an der Site gebastelt, um die Zahl der PI noch ein bisschen in die Höhe zu treiben. Apropos: Die Zahl unserer Besucher hat sich innerhalb eines Jahres übrigens verdreifacht – auch ohne Radikale von links oder rechts. Wie sagte Adorno noch: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Sehr überrascht hat uns gestern übrigens, wohin unsere Leser von unserer Site aus so  klicken. Wir ließen den Werbeprofi Frieder Schindele sechs Websites von Kandidaten vergleichen. Er stellte fest, das vier sehr professionell gemacht sind – und zwei sozusagen aus dem Rahmen fallen. Bei einer kritisierte der Werbeberater, ein zitterndes Fähnchen im Wind und bei der anderen sagte er, dass man über sie streiten könne. Und wohin klickten die Besucher unserer Website? Auf die Seite von Tatjana Wolf mit dem zitternden FDP-Fähnchen und die Seite von Ute Hauth von der Piratenpartei. Gratulation! Nein, es ist jetzt gut – wir verlinken Sie jetzt nicht noch einmal.

Apropos Landtagswahl. Wir sind momentan etwas hin und her gerissen, ob wir zu viel oder zu wenig über kleine Parteien berichten, die sich wiederum gelegentlich über mangelnde mediale Aufmerksamkeit beklagen. Fakt ist, dass wir in der vergangenen Woche besonders häufig die Linke, die Piratenpartei und auch die FDP erwähnt haben. Ein Facebook-Freund schrieb: „Man sollte die mediale Aufmerksamkeit nicht an der Größe orientieren, sondern an der Qualität der Programme und der Problemlösungskompetenz. Ich stelle mich gerne für die Jury zur Verfügung ;-)“ Tatjana Wolf kommentierte: „Na dann haben wir (FDP) doch die mediale Präsenz verdient!!“ Ach so ist das. Wir fürchten, der Smily wird unserem Facebook-Freund noch vergehen – vielleicht brauchen wir ihn tatsächlich noch als Oberschiedsrichter.

Das Allerletzte: Neulich haben wir uns beklagt, dass die Lavazza Pads aus den Sortimenten verschwunden sind. Gestern twitterte uns dann eine Followerin auf Twitter, dass die Pads wieder aufgetaucht seien – und zwar im Edeka-Markt. Da wir keinen Banner zum Beispiel des Edeka Frischemarkts Baur auf unserer Seite haben, dürfen wir das an dieser Stelle sogar verkünden, ohne in den Verdacht zu geraten, dass wir Schleichwerbung aus niedrigsten Beweggründen zur Kundenpflege betreiben würden.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

 

 

 

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Lothar Herzog
    11. März 2011 at 13:00 #

    Über Italien lacht die Sonne. Über die Linken die ganze Welt.
    Trösten Sie sich Frau Kässner. Sollten Sie verurteilt werden, der
    Kalle und ich werden Sie im Knast besuchen.

  2. Lothar Herzog
    11. März 2011 at 13:24 #

    Nehmen Sie sich mal nicht so wichtig. Bäuerchen. Ich habe
    den Beitrag von Frau Kässer über die erhaltene E – Post gelesen
    und mich darüber sehr gewundert.

  3. Lothar Herzog
    11. März 2011 at 14:44 #

    Eine Zensur von Meinungsbeiträgen findet nicht statt.
    Es wird aber der Müll gelöscht.

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