Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten nach einer frischen Nacht wieder in einen sonnigen Tag. Uns erwarten Temperaturen von 12 Grad. Das ist noch kein T-Shirt-Wetter. Sprechen wir heute zur Abwechslung einmal über das Leben in Städten und über Barcodes.

So zum Spaß haben wir heute Morgen den Barcodescanner unseres Handys vor den Strichcode auf der Packung mit den Kaffeepads gehalten. Einen Klick weiter haben wir dann erfahren, dass die 16 Pads meistens 2,49 Euro kosten. Online wären sie sogar für 2,29 Euro zu haben. Bestellen könnten wir sie zu diesem Preis zum Beispiel beim expert-Technomarkt.de.

Wenn wir ein neues Telefon kaufen wollten, könnten wir im Elektronikmarkt den Preis scannen und vergleichen, ob das Telefon in unserem Elektronikmarkt teurer ist als zum Beispiel in einem Onlineshop. Barcodescanner sind aus Sicht des Kunden also sehr praktisch.

Noch schicker sind natürlich 2D-Barcodes, die ebenfalls mit optischen Lesegeräten, wie Kamera-Scannern, maschinell gelesen und elektronisch weiterverarbeitet werden können. Streng genommen könnten wir auch unsere Texte als Barcode darstellen. Um sie zu lesen, bräuchten Sie dann ein App.

Sprechen wir nun aber über Städte. Gestern Abend haben wir uns über den „Melting Space – Herosé“ oder auch die „Stadt am Seerhein“ in Konstanz aus stadt- und raumwissenschaftlicher Sicht, ein Uniprojekt, informiert. Studenten haben sozusagen Feldforschung betrieben und zwei Wissenschaftlerinnen im Wolkensteinsaal haben die Projekte präsentiert.

Untersucht haben die jungen Wissenschaftler auch den Schmelztiegel am Seerhein, den Ort in der Stadt, an dem privater Raum und öffentlicher Raum aufeinander prallen oder ineinander verschmelzen. Die Studenten forschten auch über die Konflikte und stellten fest, dass am Seerhein eigentlich nur Minderheiten Stress miteinander haben.

Das Fazit der jungen Wissenschaftler lautete: Stadtplanung geht nicht ohne Partizipation, die Beteiligung der Bürger. Der Wunsch, sich einzubringen und mitzugestalten sei ein zentrales Bedürfnis. Wenn es klappen soll mit unterschiedlichen Nutzungen nebeneinander, müsse die Kommunikation funktionieren. Zu diesem Schluss kamen Anna Lipphardt und Eva-Christina Edinger.

Stadtplaner Roland Jerusalem widersprach allerdings, als die Wissenschaftlerinnen über mangelnde Bürgerbeteiligung beim Projekt Herosépark sprachen. Der Herosépark sei im Dialog entstanden. Die „Stadt am Seerhein“, die auf einer ehemaligen Industriebrache wuchs, ist aus einer Zukunftswerkstatt hervor gegangen.

Apropos mündige Bürger. Jerusalem sagte weiter, von Käufern könne die Stadt erwarten, dass sie in den Bebauungsplan schauen und wissen, dass sie in ein Mischgebiet ziehen. So wie es aussieht möchten die Menschen immer öfter selbst mitreden und akzeptieren keine Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg. Umgekehrt sieht die Verwaltung nun aber nicht mehr nur eine Bringschuld, sondern auch eine Holpflicht. Politik zu machen sei schwerer geworden, sagte hinterher noch ein Stadtrat im persönlichen Gespräch. Sehr oft stünden Sonderinteressen im Vordergrund. Viele Bürger wollten mitreden, obwohl sie nur unzureichend und schlecht informiert seien.

Wir hätten da heute Morgen selbstverständlich wieder spontan eine Idee. Wie wäre es denn, wenn zum Beispiel öffentliche Gemeinderatssitzungen in Zukunft aufgezeichnet würden und dann Podcasts zu den Tagesordnungspunkten online gestellt würden? Die Tagesordnungen und Sitzungsunterlagen gibt es bereits auf der Website der Stadt. Gebe es Podcasts könnten Interessierte sich hinterher – zum Beispiel am Tag danach –  anhören, wie die Mitglieder des Gemeinderats über eine neue Grillstelle für Jugendliche oder die Fahrradstadt Konstanz diskutieren.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    13. April 2011 at 15:54 #

    … von Käufern könne die Stadt erwarten, dass sie in den Bebauungsplan schauen und wissen, dass sie in ein Mischgebiet ziehen. …

    Das klingt plausibel, aber auch sehr einfach. Wenn über die nächsten Klagen der Wohnungsnot von Studenten berichtet wird, könnte sich mancher sagen: die Bewerber hätten sich nicht nur über den Studiengang informieren sollen.

  2. Petra Meich
    14. April 2011 at 07:56 #

    Wenn man unter Mischgebiet: Scherben, Schlägereien, Pöbeleien, Sachbeschädigung, usw. versteht dann hätte man es wissen müssen. Ja.
    Aber ich verstehe unter Mischgebiet etwas anderes.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.