Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir uns über ein Konstanz App, das uns begeistert, die neuen Leiden eines Internet- Feuilletons und einen Grönemeyer-Sonderzug sprechen.

Auch, wenn Sie es nicht glauben sollten, wir haben die Publikumsmesse Gewa in recht guter Erinnerung behalten, auch wenn wir außer einem Softeis keine größeren Anschaffungen gemacht haben. Nein, wir haben uns nicht etwa dazu hinreißen lassen, den Massagesessel zu kaufen. Wir besitzen auch kein neues E-Bike. Aber wir haben uns ein Konstanz App auf unser Smartphone heruntergeladen.

Das App ist sehr praktisch. Wir können uns Veranstaltungen anzeigen lassen, Sehenswürdigkeiten oder Kneipen – also Orte wie das Konstanzer Rathaus (Entfernung 226 Meter), das Rheinstrandbad (Entfernung 759 Meter) oder das Costa Del Solo (330 Meter). Und selbstverständlich könnten wir auch kurz schauen, wann Herbert Grönemeyer „Schiffsverkehr“ im Konstanzer Bodenseestadion spielt (24. Juni). Das ist insgesamt schon ziemlich gut, auch wenn wir beim Konstanzer Stadttheater einen Link zum aktuellen Programm vermissen.

Apropos Theater. Seit vier Jahren ist nachtkritik.de online.  Das Portal ist ein unabhängiges und überregionales Theaterfeuilleton im Internet. Es wurde im Mai 2007 gegründet – und auf den Seiten finden sich pro Monat so um die 50 Sprechtheater-Kritiken. Der Regissseur Thorleif Örn Arnarsson, der gerade König Lear in Konstanz inszeniert, ist von Nachtkritik gewürdigt worden. Seine Luzerner Inszenierung von Peer Gynt ist Anfang 2011 zur bemerkenswertesten Inszenierung 2010 gewählt worden.

Von sich selbst behaupetet nachtkritik.de, sich zum größten, wichtigsten und umfassendsten Internet-Feuilleton über deutschsprachiges Theater entwickelt zu haben. Auf dem Portal erfahren die Besucher tatsächlich sehr viel über Theater. Und: „Alles kostenlos. Dennoch: nachtkritik.de kostet Geld“, steht aktuell auf des Website. Und weiter: „Wir haben schon einmal um Spenden gebeten. Aber damals ist nicht die Summe zusammengekommen, die wir benötigen, um die Arbeit auch in der kommenden Spielzeit fortsetzen zu können. Wir brauchen 25. 000 Euro.“ Das ist also die bittere Wahrheit. Das Portal darbt.

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenbergers Ausführungen zum Leistungsschutzrecht treibt uns nur ein müdes Lächeln, wenn nicht bittere Tränen, ins Gesicht. Wenn es denn so käme, wie sie denkt, hätten nur große Verlage etwas davon. Portale wie nachtkritik.de oder See-Online gingen leer aus.

Das mit dem kostenlosen Content bei Portalen und auf News-Sites ist in etwa so, als ob Herbert Grönemeyer demnächst vor rund 25.000 Besucher kostenlos in Konstanz im Bodenseestadion spielen würde und die Konzertbesucher keinen Eintritt bezahlen müssten. Bezahlen müssten die Fans in diesem Fall nur für den „Schiffsverkehr“ ab dem Konstanzer BSB-Hafen beim Hauptbahnhof und den „Zugverkehr“, also sozusagen eine DSL-oder Mobile-Flat.

Apropos Schiffsverkehr. Von 16 bis 20 Uhr verkehrt alle 30 Minuten eine Sonderfähre direkt zum Bodenseestadion. Und die SBB GmbH setzt am am 24. Juni einen Sonderzug auf der Strecke zwischen Engen und Konstanz ein. Zusätzlich zu den normalen Verbindungen fährt ein Seehas um 0.50 Uhr in Konstanz los und bedient alle Haltepunkte der Strecke. Darüber informierte der Konzertveranstalter. Rückreisemöglichkeiten nach Engen, Singen, Radolfzell, Allensbach, Hegne und weiteren Unterwegsbahnhöfen gibt es ab Hauptbahnhof Konstanz um 23:22 Uhr, um 00:01 Uhr und um 00:50 Uhr.

Dieser Info-Service ist übrigens kostenlos. Wir bekommen für die Meldung weder Geld vom Konzertveranstalter KOKO, noch von der SBB oder gar von Herrn Grönemeyer, auf dessen Konzert wir ebenfalls schon hingewiesen haben.

Vielleicht hätten Sie ja heute Morgen Lust, den Beitrag zu flattrn, falls er für Sie einen Nutzwert haben sollte. Wir würden uns sehr  freuen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

 

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