Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute fängt der Tag kühl und wolkenverhangen an. In Konstanz hat die Internationale Bodenseewoche begonnen. Sprechen möchten wir heute über EHEC, darüber, ob die Piratenpartei womöglich eine reine Männerpartei ist, über die Verzögerung beim Glasverbot in Konstanz und darüber, dass wir Herrn Neumann nicht kennen.

Es ist also raus. Bei der Suche nach der Ursache für die Infektionen mit dem gefährlichen gefährlichen Darmerreger EHEC sind die Forscher einen Schritt weitergekommen. Schuld sein sollen Salatgurken aus Spanien. Darunter sei auch eine Biogurke. Verbraucher halten sich zurück. Wir werden nachher einmal über den Konstanzer Wochenmarkt auf dem Stephansplatz gehen und schauen, wie die Konstanzer reagieren. Verschmähen sie aus Vorsicht auch Salatgurken von der Reichenau? Woher stammt eigentlich das Gemüse, das die Händler an ihren Ständen zum Verkauf anbieten.

Seit gestern steht ein Beitrag online, in dem wir auf einen Vortrag hinweisen, der heute Abend an der Konstanzer Universität stattfindet. Es geht um die Benachteiligung von Jungs. Dass Jungs in Schulen heute eher versagen als Mädchen, ist bekannt. Der Referent aber kommt vom Verein Verein MANNdat. Heute Morgen wären wir fast geneigt, den Beitrag wieder zu entfernen. Wir unterstützen auf gar keinen Fall frauenfeindliche Parolen. Wir sind für Gleichberechtigung und Toleranz – egal, ob es um Rechte von Männern, Frauen, Einwanderern oder Homosexuellen geht.

Wenn Kommentator Käpt’n Bart für die Piratenpartei spricht und Recht mit der Aussage hat, dass die Partei Probleme damit hat, wenn Frauen engagiert für ihre Rechte und Interessen eintreten, werden wir den Piraten keine Plattform bieten. Es wäre schön, wenn sich die Konstanzer Veranstalter im Laufe des Tages äußern könnten.

Insgesamt fällt auf, dass es anscheinend mehr Männer als Frauen auch in Vorstandsämtern der Partei gibt – vom Konstanzer Kreisverband bis zum Bundesverband. Am 4. Juni wählen die Piraten in Kehl einen neuen Landesvorstand. Wir haben einmal nachgeschaut. Bisher scheint keine einzige Frau zu kandidieren. Eine reine Männerpartei braucht das Land aber nicht.

Sprechen sollten wir auch darüber, ob die gedruckte Tageszeitung noch das richtige Medium für amtliche Bekanntmachungen ist. Wie viele Menschen erreicht die Stadt über die gedruckte Zeitung – wie viele könnte sie erreichen, würde sie amtliche Bekanntmachungen auf ihrer Homepage veröffentlichen? Wenn Letzterem rechtliche Gründe entgegenstehen, sollte sie über ein Amtsblatt nachdenken, das tatsächlich in jeden Haushalt käme.

Gestern machte der Südkurier der Veröffentlichung einer Polizeiverordnung zum Glasverbot, wie die Stadt mitteilte, übrigens einen Formfehler. Deshalb kann das Verbot nun nicht wie geplant heute Abend, sondern erst am Samstag Abend in Kraft treten. Die Partyzone geht also in die Verlängerung.

Gestern erreichte uns eine Mail von Herrn Neumann. Er hatte Mitglieder der Gemeinderatsfraktion der Freien Grünen Liste aufgefordert, öffentlich zu erklären, ob sie Öko-Strom beziehen und er kritisiert, dass dies nur eine einzige Rätin getan habe.

Wir möchten nun aber erst einmal wissen, wer Herr Neumann ist. Leider hat er dazu keine Angaben gemacht. Wohnt er in Konstanz? Welches sind seine Beweggründe? Gehört er einer politischen Partei oder einem Interessenverband an? Geht es ihm um die Energiewende? Oder geht es ihm um Polemik gegen Grün? Bitte melden Sie sich einfach noch einmal, Herr Neumann. Wir möchten gern einmal mit Ihnen sprechen.

Start Sie gut in den Tag!

20 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Blogger
    27. Mai 2011 at 08:01 #

    Wer liest das dead wood Medium?

    Zeitgemäß wäre eine zusätzliche online Präsentation der amtlichen Bekanntmachungen.
    Das könnte auf der Homepage der Stadt sein, verlinkt zu diesem Blog.

    Dann klappt es auch mit der Info!

  2. Andre Martens
    27. Mai 2011 at 09:09 #

    Hallo Frau Kässer,

    ich habe mir den genannten Kommentar von Käptn Bart durchgelesen und kann den von Ihnen hineininterpretierten Inhalt nirgends finden.

    Natürlich freuen wir Piraten uns über jede Frau, die sich politisch bei uns engagieren möchte. Im Bundesvorstand haben wir einen Frauenanteil von knapp 30 Prozent, was verglichen mit dem Anteil in der Basis (irgendwo zwischen 10 und 20 Prozent, wir erfassen diese Angabe nicht) ein guter Wert ist. Wer auf dem Bundesparteitag war, hat vermutlich den Eindruck gewinnen können, dass der Frauenanteil noch deutlich höher liegen müsse. Hierzu empfehle ich einen Blick auf dieses Foto (Achtung, groß), das beim BPT gemacht wurde:
    http://bpt11.piratpix.com/flashmob.jpg

    Die Aussage zum Feminismus von Käptn Bart deute ich so, dass Gleichberechtigung immer von allen Seiten gesehen werden muss. Der Feminismus als solcher ist hier per Definition einseitig. Dass Jungen mittlerweile u.a. durch den hohen Anteil an Lehrerinnen an den Schulen Probleme bekommen, ist unbestritten. Ein Vortrag darüber ist aber noch lang kein Angriff auf den Feminismus, sondern nur ein Beitrag, die Diskussion ausgewogen zu halten. Interessant finde ich z.B. das Faktum, dass Männer eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als Frauen haben. In Klöstern stellt man dieses Unterschied aber nicht fest. Das ist etwas, über dessen Gründe man mal nachdenken sollte, wenn man das Verhältnis der Geschlechter und deren in der Gesellschaft zu erfüllende Anforderungen bewertet.

    Ich weiß, dass das Thema sehr umstritten ist und meist sehr emotional diskutiert wird, möchte an dieser Stelle aber trotzdem betonen, dass ich kein Freund von erzwungenen Quoten bin, wie es beispielsweise die Grünen praktizieren. Wenn man nämlich diese Gedanken zu Ende spinnt, müsste man auch Frauenquoten bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Afghanistan oder aber Männerquoten bei Grundschullehrern fordern. Diese Forderungen hört man aber eher selten. Die meisten Frauen in der Piratenpartei, mit denen ich gesprochen habe, lehnen Quoten übrigens auch ab. Ich könnte gerade in Bezug auf die Grünen hier auch einige Beispiele auflisten, warum deren Quotenregelungen teilweise zu undemokratischen Ergebnissen führen.

    Wir leben leider auch mittlerweile in einer Gesellschaft, in der Gleichstellungsbeauftragte, die sich für Männer einsetzen, kurzerhand abberufen werden:
    http://www.sueddeutsche.de/karriere/entlassene-gleichstellungsbeauftragte-im-gespraech-maenner-werden-benachteiligt-1.1099088
    Wenn man Toleranz und Gleichberechtigung aller gesellschaftlicher Gruppen ernst meint, darf so etwas aber nicht passieren.

    Mit Ihrer Kritik, dass bisher leider keine Frau für ein Amt im Landesvorstand kandidiert, haben Sie allerdings Recht und ich finde es auch schade. Eine Kandidatur ist aber nunmal eine freiwillige Sache und wir können ja schlecht Frauen gegen ihren Willen zu einer Kandidatur drängen. Das würde dem freiheitlichen Gedanken der Partei widersprechen. Sollte allerdings doch noch eine Frau kandidieren, wird sie es sicherlich nicht schwerer haben, in ein Amt gewählt zu werden, als ihre männlichen Konkurrenten – und das ganz ohne Quoten.

    Viele Grüße
    André Martens
    Politischer Geschäftsführer Piratenpartei Baden-Württemberg

  3. Florin
    27. Mai 2011 at 09:50 #

    Hallo,
    ich finde es ehrlich gesagt etwas befremdlich, dass Sie darüber befinden wollen, was für Parteien wir „in diesem Land“ brauchen. Nur weil Sie diese nicht wählen würden, heißt es nicht dass es andere nicht tun würden. Über Sinn und Zweck einer Partei entscheidet immer noch der Wähler.

    Grüße

  4. Dimi
    27. Mai 2011 at 09:53 #

    Es ist schon interessant, dass man heutzutage bereits einen Verein wie MANNdat als „frauenfeindlich“ ansieht, nur weil er fordert, Männern dieselben Rechte zuzugestehen, wie sie Frauen selbstverständlich gewährt werden und weil er feministische Falschaussagen widerlegt.

  5. wak
    27. Mai 2011 at 09:53 #

    Ach so, Sie wissen, wen ich wähle. Das amüsiert mich wirklich sehr.

  6. Alexander Saur
    27. Mai 2011 at 09:56 #

    Liebe Frau Kässer,

    die Interpretation des Kommentars von Käptn Bart halte ich aber für sehr gewagt.

    Käptn Bart:
    „[…] da die Piratenpartei gegenüber dem traditionellen Feminismus reserviert eingestellt ist.“

    Ihre Interpretation:
    „[…] dass die Partei Probleme damit hat, wenn Frauen engagiert für ihre Rechte und Interessen eintreten […]“

    Mutige Interpretation.

  7. Incredibul
    27. Mai 2011 at 10:25 #

    Wobei man schon anmerken muss, dass der Verein MANNDat durch seine undifferenzierten Aussagen zum Feminismus skeptisch zu sehen ist. Da ist von „Feministischen Mythen“ die Rede, dabei gibt es den Feminismus als solchen gar nicht, sondern zahlreiche Positionen. Ein einfacher Blick in die Wikipedia würde den Herren bei MANNDat schon helfen, der feministische Diskurs geht ja schon ein paar Jahrzehnte, gell. Ich behaupte, dass die Positionen mittlerweile so vielfältig sind, dass vermutlich jeder Feminist ist, ohne es zu wissen.

    Prinzipiell ist die Frage, ob Jungs benachteiligt werden, so eine Sache. Als ich noch zur Schule (vor mittlerweile 11 Jahren) ging waren die Mädchen im Notenschnitt um einiges besser, sind aber alle mit wenig bis keinen Computerkenntnissen in die Unis und Jobs gegangen. Die Frage, ob Jungs „benachteiligt“ sind oder die Institution Schule bei uns insgesamt zu sehr auf extrinsische Motivation ausgelegt ist, ist dann auch schon eine gesamtgesellschaftliche Frage.

    Quoten sinid übrigens der letzte Schritt in dem, was die Amerikaner Affirmative Action nennen. Da glauben auch viele Männerrechtler leider sehr undifferenziert. Die Quote ist wirklich ein letztes Mittel wenn andere Maßnahmen gescheitert sind. Sie kommt meistens bei stark hierarchischen Institutionen wie Militär oder Polizei zum Einsatz. Bei den Piraten macht sie keinen Sinn, da diese ja eher wie ein Netzwerk als wie eine (hierarchische) Pyramide organisiert sind. Im Bundesvorstand sind jetzt auch zwei Frauen. Es gibt also nichts „aufzubrechen“. Allerdings merken auch einige, dass man in der Piratenpartei gar nicht im Vorstand sein muss, um Politik zu machen. Die wird nämlich von der Basis gemacht.

    Es ist also im Falle der Piratenpartei vielleicht nicht so zielführend, auf die Zusammensetzung der Vorstände zu gucken, da diese eher Verwalter als echte Machthaber sind. Ich glaube, dass (nicht nur) Frauen bei den Piraten schnell merken, dass sie ohne Parteiproporz Politik machen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christophe Chan Hin
    Basispirat

  8. Dimi
    27. Mai 2011 at 11:06 #

    @Inceredibul:

    >>Da ist von „Feministischen Mythen“ die Rede, dabei gibt es den Feminismus als solchen gar nicht, sondern zahlreiche Positionen.

    Ein hübscher Spruch, den ich mir merken werden und den man immer dann anwenden kann, wenn Lügen und Falschbehauptungen im großen Stil aufgestellt werden (auch von öffentlichen Stellen), wie beispielsweise die, dass Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit 23% weniger verdienen würden. Längst wiederlegt, immer wieder erzählt.
    Und natürlich gibt es beliebig viele Frauenvereine, die sich sehr parteiisch-einseitig auf die Seite der Frauen stellen. Das ist aber sicherlich nicht weiter tragisch, weil … siehe Ihren Spruch oben. Das muss man da natürlich auch nicht weiter kritisch sehen…

    Was der Verein MANNdat will, ist doch eigentlich ordentlich zusammengefasst (http://manndat.de/ueber-manndat/unsere-leitgedanken). Ich kann da nichts frauenfeindliches oder gleichberechtigungswidriges entdecken.

    Zu bedenken ist auch, dass die parteiische Männerbewegung erst noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn man das mit den Äußerungen der frühen Feministinnen vergleich, sind die ausgesprochen zahm!

  9. Incredibul
    27. Mai 2011 at 12:50 #

    @Dimi Was ich letztendlich kritisiere, ist das , obwohl die Ziele mit einzelnen Gruppen Deckungsgleich sind, keine Anstrengungen von Organisationen wie MannDat da sind, mit Feministen zusammen zu arbeiten. Da kocht jeder wieder sein eigenes Interessengruppensüppchen anstatt das mal auf ne breite Basis zu stellen. Mich stört an MANNDat auch keine der Forderungen, sondern dieses unreflektierte „der blöde Feminismus“.

    Ich finde es halt äußerst befremdlich, dass der Feminismus als Gegner betrachtet wird. Was soll denn dass? Ich erkenne keinen Unterschied von den Forderungen von MANNDat zu denen der meisten Feministinnen. Das ist so eine „wer schafft es auf die Wagenburg“ Denke, die in dem Fall wirklich albern ist, weil ja das Durchsetzen von Frauenrechten in den meisten Fällen auch Männern geholfen hat. Ich erinnere daran, dass die Männer von einem immensen Druck befreit wurden, weil Feministen auf ihr Recht bestanden haben, NICHT durchgefüttert zu werden.

    Das ist so eine konstruierte Lagerdenke an der Stelle, die ich wirklich nicht verstehen kann. Und wie immer bei so einer Lagerdenke besteht das Problem, zugrunde liegende Probleme zu ignorieren.

    Solange der MANNDat Verein nicht seine Schritte auf Vertreter des Feminismus (Nein, nicht Alice Schwarzer) macht und nen echten Dialog sucht, könnten Progressive endlich mal zusammenarbeiten. So reibt sich das mal wieder auf und am Ende bleibt der lachende Dritte die konservativen Leute, die sehr wohl klare Geschlechterrollen mit Frau am Herd und Mann auf der Arbeit haben wollen. Davon gibt es noch viele und die wollen das als gesellschaftlichen Anspruch.

  10. Jules
    27. Mai 2011 at 13:23 #

    Stimme da Incredibul zu. Als jemand, der sich selbst als feministisch bezeichnet, kann man durchaus noch sehr unterschiedliche Ansichten zu diversen Themen haben.
    Ich selbst bezeichne mich als Feministin, bin aber trotzdem kritisch ggü. Quoten eingestellt, weil ich glaube, dass sie den Kern des Problems nicht treffen.
    Im Übrigen: Dort, wo Frauen mehr aus ihrem Leben machen wollen als nur Hausfrau und Mutter zu sein, ist es auch möglich, für Männer vielfältigere Rollen zu schaffen. Ich denke, das ist nur begrüßenswert, zumal ja immer beklagt wird (auch von MANNdat), dass Männer als Väter zu wenig Rechte haben. Das kann sich aber nur verbessern, wenn wir für beide Geschlechter mehr Rollenmodelle zulassen – ich kenne keine Feministin, die das nicht unterschreiben würde.

  11. dk
    27. Mai 2011 at 15:15 #

    An einem der nächsten Wochenende erhält einer meiner Brüder Besuch aus dem Subkontinent Indien. Eine Freundin aus der Kindheit machte dort Urlaub und hatte für KN beim ersten Deutschland-Besuch geworben.

    Da die Freundin aus Termingründen nicht aus dem Allgäu anreisen kann, kann man das Spannungsfeld „IT vs. Frauen – mission impossible oder problemlose Teamarbeit“ intensiv durchleuchten. Sofern auch Frauen aus Indien mitreisen, dürfte die Sichtweise ziemlich objektiv und nicht ganz so Internet-spezifisch werden.
    Schlimmstenfalls gibt es doch ganz banale und problemlose Sightseeings-Touren (sofern die CHer auch Tagesvisa für Inder ausstellen). Wir werden anregen, ob die Kindheits-Freundin nicht China oder Japan in den nächsten Jahren bereisen möchte.

  12. Roland Baldenhofer
    27. Mai 2011 at 16:36 #

    Jetzt meldet sich endlich auch der Veranstalter des heutigen Vortrages :)(Sorry, ich war offline und konnte daher nicht früher antworten…)
    Bei uns im Kreisverband Konstanz der Piratenpartei gibt es Mitglieder, die sich unter anderem bei MANNdat einsetzen.
    Diese Mitglieder vereinbarten mit Herrn Köhler den Vortrag und der Konstanzer Stammtisch hat beschlossen dies als Teil der Piratenakademie anzubieten.

    Die Piraten stehen, wie von anderen Kommentatoren schon beschrieben, für die Gleichberechtigung aller Menschen ein.
    Selbstverständlich wollen wir Menschen, die sich für Frauenrechte einsetzen, nicht diskriminieren oder ausgrenzen. Genausowenig diskriminieren wir Religionsgruppen, Ausländer, Homosexuelle, Behinderte und alle anderen Gruppen.

    Ich persönlich finde nichts daran, auch die Problemstellungen von Jungen in unserer Gesellschaft einmal anzusprechen. Falls hier gesellschaftliche Missstände vorliegen, müssen wir diese transparent machen und darüber diskutieren.
    Nur so kann Basisdemokratie und Mitbestimmung funktionieren. Jedes Thema wird von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich aufgenommen. Die Einen finden es wichtig und notwendig, Andere fühlen sich davon ausgegrenzt oder angegriffen.
    Ich zumindest bin gespannt, was heute Abend diskutiert wird.

    Zum Thema Frauen in der Piratenpartei und mitmachen bei der Piratenpartei:
    Im Kreis Konstanz haben wir einige aktive Frauen die sich bei der Gestaltung unserer Politik einbringen.
    Beispielsweise war Ute Hauth nicht nur unsere Landtagskandidatin sondern ist auch im neuen Vorstandsteam des Kreisverbandes.
    Bei uns Piraten kann sich jeder, und jede, einbringen und unsere Politik selbst gestalten. Die Basis entscheidet was wir tun werden und was nicht.
    Der Vorstand verwaltet, die für die Aktionen notwendigen Aktivitäten.
    Mein Vorstandsjob bei den Piraten ist nicht Politik zu machen sondern den Basispiraten die notwendigen Rahmenbedingungen bereitzustellen.
    Wir sind im Vorstand für Pressemitteilungen, Infostände, Parteitage, Piratenakademie-Räume und Infrastruktur zuständig.
    Die Inhalte kommen von unseren Stammtischen.
    Natürlich habe ich als Basispirat auch meine Meinung und bringe diese an den Stammtischen mit ein. Dort diskutieren wir jedoch untereinander und ein Vorstandsmitglied hat die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Piraten.
    Es ist also nicht notwendig ein Vorstandsamt einzunehmen um bei uns etwas zu ändern. Unsere Arbeitsgemeinschaften gründen sich sobald ein paar Piraten ein Thema spannend finden und werden entsprechend von den Piraten vorangetrieben. Die Koordinatoren sind bunt gemischt (also männlich und weiblich).
    Zwei Beispiele, bei denen Frauen die Koordinatorinnen sind, sind unser „Dicker Engel“ (für alle offene Internettelefonkonferenz) und unsere Flaschenpost (Piratenzeitung). Auch bei polistischen Themen (z.B. Schulwesen) sind Frauen federführend.
    Über mehr aktive Frauen in der Piratenpartei würde ich mich natürlich freuen. Grundsätzlich würde ich mich immer über mehr aktive Piraten freuen :) Dann könnten wir noch mehr kontroverse Vorträge und Diskussionen anstoßen und unser gesellschaftliches Leben besser gestalten.
    Interessierte sind auf alle Fälle bei unseren Stammtischen und Piratenveranstaltungen gerne gesehen.

    Grüße

    Roland Baldenhofer
    Vorsitzender des Kreisverbandes Konstanz der Piratenpartei

  13. Petra Meich
    28. Mai 2011 at 06:58 #

    Selbstverständlich hat die Piratenpartei ein Problem mit Frauen. Wenn ich mir die ganzen Debatten zu Gender, Feminismus, Namensgebung, Bezeichnung ansehe dann sind die Piraten noch nicht reif, objektiv mit diesen Themen umzugehen.
    Und jetzt die Jungs, als die Benachteiligten auszumachen. Oh oh.

    Kämpft lieber um Eure Kernthemen Piraten!!!! Denn da seid ihr zuhause, und lasst euch nicht, von irgendwelchen Themen instrumentalisieren.

    Ein Gespräch zu diesem Thema „Jungen“ wäre gut gewesen, aber ein Vortrag. Sorry, das ist zu einseitig, und drückt euch in eine Ecke.

  14. Petra Meich
    28. Mai 2011 at 08:29 #

    Ach ja, und daß die Piraten sich vor diesen Karren haben spannen lassen, finde ich bezeichnend. Sorry, hier als Veranstalter aufzutreten: unterirdisch.

  15. suchenwi
    28. Mai 2011 at 09:46 #

    Der Vortrag war von einem Mitglied vorgeschlagen worden. Nachdem ich ihn erlebt habe, gestehe ich ein, dass das keine gute Wahl war. Zumal in einen Uni-Hörsaal passte er eher weniger.

    Rund die halbe Zeit wurde jedoch sehr engagiert diskutiert. Das fand ich den besseren Teil der Veranstaltung. Ich denke nicht, dass die Piraten Konstanz sich haben instrumentalisieren lassen – ein Thema wurde vorgestellt und besprochen. Mehr Sachlichkeit hätte ich allerdings gewünscht.

    Die Bezeichnung der Piratenpartei kommt aus Schweden und wird inzwischen von Schwesterorganisationen in ca. 40 Ländern verwendet (wir freuen uns z.B. mit den Pirates de Catalunya für ihre 2 Kommunalmandate vom letzten Sonntag). Nach Gewöhnung ist der Name ebensowenig merkwürdig wie z.B. UHU für einen Alleskleber :)

    Zu den Kernthemen: hier engagieren sich die meisten Piraten, auch kontrovers. Zudem gibt es spezialisierte Verbände: CCC, Foebud, AK Zensur, AK Vorrat, Mehr Demokratie, Transparency International.. Aber der Hauptgrund, weshalb ich von Politikverdrossenheit zu Piraten-Mitgliedschaft gewechselt bin, steht im Grundgesetz: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Zu allen Themen, die auf den Tisch kommen.

    Die wichtigste Veranstaltung der Piratenakademie Konstanz war bisher „Internet für Ältere“ (Kernthema :) an 5 oder mehr Terminen. Ferner ein Themenabend zu Geothermie und Photovoltaik. Als nächstes steht EHEC auf dem Programm – hoffentlich dann wieder sachlicher und konstruktiver.

  16. Jörg
    28. Mai 2011 at 10:44 #

    Sehr geehrte Frau Meich,

    Bisher habe ich die ganze Diskussion eher schmunzelnd miterlebt. Doch Ihren Kommentar empfinde ich geradezu als unterirdisch. Wenn sich jemand getraut, über Feminismus und Gender Mainstreaming zu diskutieren, auch einmal alte Glaubensgrundsätze in Frage zu stellen und die offensichtliche Benachteiligung der Jungen im Bildungswesen anzusperechen, hat er ein Problem mit Frauen und ist nicht reif, mit solchen Themen umzugehen? Genau das Gegenteil ist der Fall, denn wer nicht bereit ist, über dringende gesellschaftliche Probleme zu sprechen, tut weder Frauen einen Gefallen noch ist er reif in der Politik mitzumischen. Ich füchte allerdings, sehr geehrte Frau Meich, Sie haben ein Problem mit demokratischen Grundrechten, speziell der Meinungsfreiheit und eine sehr eigenwillige Einstellung zur Gleichberechtigung. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie nicht den Vorwurf der Instrumentalisierung erhoben hätten, hätte die Piratenpartei Frau Scharzer eingeladen?

  17. wak
    28. Mai 2011 at 11:09 #

    Zwischenruf! Benachteiligtes Geschlecht http://www.see-online.info/s/yR Jetzt musste ich doch noch etwas dazu sagen.

  18. Petra Meich
    28. Mai 2011 at 20:10 #

    @jörg Das ist natürlich ein Totschlagargument mit den demokratischen Grundrechten und Meinungsfreiheit.
    Demnach würden auch die Piraten in Konstanz rechte Socken einladen, nur damit der Meinungsfreiheit genüge getan wird.
    Ein wenig mehr Vorbereitung hätte den Piraten nicht geschadet, um zu wissen, wen man da einlädt.
    Übrigens: auch bei Frau Schwarzer hätte ich von Instrumentalisierung gesprochen, weil es genau auch in diese Richtung geht.

    Es wäre aber schön, wenn genau Meinungsvielfalt in einer Veranstaltung zu sehen wäre, und bei eingeladen wurden.
    Sorry, es war dilettantisch.

  19. Jörg
    29. Mai 2011 at 10:23 #

    @P.Meich:
    >>Das ist natürlich ein Totschlagargument mit den demokratischen Grundrechten und Meinungsfreiheit.

    Ich sehe das etwas anders: Es ist ausgesprochen traurig, dass man immer wieder mal auf Dinge hinweisen muss, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

  20. Ute Hauth
    30. Mai 2011 at 14:44 #

    Ergänzend die offizielle Pressemitteilung des Kreisverbands:
    http://www.see-online.info/s/CR

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