Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Ein sonniger Tag bricht an. Sprechen wir über Tierliebe, eine Demo am Samstag in Konstanz, eine Ausstellungseröffnung und den Christopher Street Day am übernächsten Wochenende in Konstanz.

Am vergangenen Wochenende haben wir in der Berliner taz gelesen, dass mittlerweile sogar schon Hunde vegan leben. Schluss mit Chappi. Für die Vierbeiner gibt es die unbedenkliche Hundewurst „Canigourmet Wuff“. Zucchini statt Rind. Ja warum sollte man Hunde retten, um sie ausgerechnet mit Tieren zu füttern, fragte da ein veganer Hundehalter. Wir selbst reagieren ja schon mit Unverständnis, wenn Menschen keine Lust mehr aufs Grillen von Würstchen & Co haben. Ganz allein scheinen wir damit nicht einmal da zu stehen. In Kreuzlingen steht am Bärenplatz das ehemalige „Hotel Swiss Vegan“ zum Verkauf. Womöglich kamen nicht genug vegang lebende Gäste.

Andererseits besitzen wir seit Montagabend ein vorbildliches T-Shirt, 100 Prozent Bio-Baumwolle von EarthPositive, Fair Trade, 90 Prozent weniger CO2, gelb und mit Blume. Streng genommen ist es auch gar kein T-Shirt, sondern eine Botschaft. Auf der Vorderseite steht #yes we camp. Wir haben es am Montagabend geschenkt bekommen, alle anderen könnten es sich, wenn sie mögen, auf der Seite von Echte Demokratie Jetzt bestellen.

Der Schlachtruf dieses Sommers heißt „Empört Euch!“ – und er ist auch in Konstanz zu hören. Tunesien, Ägypten, Spanien und Griechenland – zwei Konstanzer haben eine Website ins Netz gestellt, um zu informieren und zu kommunizieren. Jetzt verkaufen sie auch noch T-Shirts, mit denen sich die Bewegung uniformieren könnte.

Da wir jetzt gerade schon beim Empören sind, möchten wir noch einmal an eine Demo am kommenden Samstag, 9. Juli, in Konstanz erinnern, zu der die „Initiative Recht auf Stadt Konstanz“ aufruft. Es soll eine Demonstration für bezahlbare Wohnungen und Platz für die Jugendkultur in Konstanz sein. Hinter den Initiatoren stehen der U-AStA Uni Konstanz sowie Hochschulgruppen. Der Protestzug startet um 17 Uhr auf der Marktstätte und führt zu den ehemaligen Franzosenstudentenwohnungen in Peterhausen. In den ehemaligen Studentenwohnungen in der Gottfried-Keller-Straße, die zuletzt lange leer standen, wohnten früher Studierende.

Erwähnen möchten wir auch, dass vom 11. bis 24. Juli eine Ausstellung im Konstanzer Rathaus stattfindet, die Teil der Aktionswoche zum Christopher Street Day (CSD) in Konstanz ist. Vernissage der Ausstellung ist am kommenden Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr. Der Titel der Ausstellung heißt „Frauenräume – Lesbenträume – 30 Jahre Belladonna Konstanz“.

Spontan haben wir deshalb auch die Website des Belladonna besucht. „Es begann 1979“, stand dort zu lesen. Und weiter: „Die Geschichte des belladonna begann mit einem Flugblatt: ,Es gibt in Konstanz lesbische Frauen: Wir sind 3 ½. Wo sind die anderen??????‘ “.

Vor 30 Jahren 1981 bezog das Belladonna eigene Räume am Obermarkt mit, wie es auf der Website heißt, „solidarischer Unterstützung des Vermieters Buchladen Schwarze Geiss, später dann der Lebos Genossenschaft“. Rückendeckung kam die Bewegung auch aus der Linguistik und Soziologie der jungen Reform-Universität Konstanz, damals noch mit Luise Pusch und Senta Trömel-Plötz. Konstanz war in der Zeit eine Hochburg der feministischen Sprachwissenschaft.

Ach ja, als wir Germanistik studiert haben, sind wir in der Sprachwissenschaft Luise Pusch und Senta Trömel-Plötz auch einmal begegnet und ein paar Texte gelesen. Seit 2004 hat das Belladonna seinen Platz im Konstanzer Neuwerk.

Wir möchten im Vorfeld des Christopher Street Day am 16. Juli und der Ausstellungseröffnung gern ein Interview mit einer der Belladonna-Frauen machen. Am Dienstag sind wir deswegen schnurstracks in die Schwarze Geiss marschiert. Da haben wir erfahren, dass im Umgang mit Homosexualität noch immer nicht alles so entspannt ist wie wir angenommen hatten. Frauen, die sich outen, müssten sich in manchen Berufen um ihre Jobs sorgen, hieß es. Das war uns so nicht bewusst.

Wir wollten über Facebook Kontakt aufnehmen – aber dazu müssten wir erst einmal mit jemandem befreundet sein. Vielleicht möchte eine Belladonnafrau Kontakt zum Blog aufnehmen? Oder eine Frau hilft uns weiter.

Das Allerletzte: Das Umweltschutzamt des Bodenseekreises bittet um Mithilfe bei der Bekämpfung des Riesenbärenklaus und warnt vor direktem Kontakt mit der Pflanze. Sie sei giftig. Wir sehen förmlich einen Steckbrief, wie wir ihn aus Wildwestfilmen kennen, vor uns. Das oftmals deutlich über zwei Meter hohe Gewächs sei in unserer Region nicht beheimatet und verdränge zunehmend heimische Pflanzenarten und die davon abhängigen Tiere, heißt es. Mehr als 20 größere Vorkommen des Riesenbärenklaus seien im Bodenseekreis derzeit bekannt. O je.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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