Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute sprechen wir über das Gnadenseeschwimmen, Spielzeuge für Schweine und das Verschwinden des Kommas. Auf der Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness sind wir überraschenderweise über allerhand kuriose Meldungen gestolpert.

Die Stuttgarter Zeitung widmete sich dieser Tage zum Beispiel dem Tod des Kommas und behauptet, dass Kommas selbst in professionellen Texten – so wie hier – nicht mehr nach festen Regeln, sondern nur noch nach dem Zufallsprinzip in Texten verteilt würden. In der privaten Kommunikation hätten die meisten Schreibenden vor den Kommaregeln kapituliert und verzichteten zur Sicherheit lieber ganz auf dieses Satzzeichen. Dabei gibt es einen Duden, der sich allein den Kommas widmet. Er heißt „Duden Praxis kompakt – Kommasetzung“ und es gebe ihn sogar direkt zum Download.

Streng genommen hat die Stuttgarter Zeitung aber Recht. Die Kommas werden weniger. Wir allerdings halten Kommas trotzdem für dringend nötig, um Sätze in kleinere Sinneinheiten zu unterteilen und Texte dadurch lesbarer zu machen. Allerdings könnten auch wir sicher nicht alle Kommaregeln korrekt zitieren. Wieso auch?

Es ist sogar noch schlimmer: nach diversen Rechtschreibreformen sind wir dazu übergegangen, einfach verständlich zu schreiben. Wörter, die wir verwenden möchten, schreiben wir so, wie wir sie für lesbar halten. Besonders trifft das zum Beispiel auch auf die Getrennt- und Zusammenschreibung zu. Ob radfahren (alte Schreibweise) oder Rad fahren (neue Schreibweise) ist uns schnutzpiepegal.

Erinnern möchten wir bei dieser Gelegenheit auch gleich noch daran, wieso es überhaupt einen Duden gibt. Schuld sind die Buchdrucker. Sie hielten es für unzumutbar, sich ständig zwischen zmehreren zulässigen Schreibweisen von Wörtern entscheiden zu müssen. Auf einer Buchdruckertagung in Konstanz im Juni 1902 – in Konstanz wurde also nicht nur ein Papst gewählt, sondern auch anderes vollbracht – gaben sie „ganz unverhohlen ihrer Missstimmung über die durch die neuen Regelbücher nur noch vermehrte Unsicherheit in der Rechtschreibung Ausdruck“. 1903 erschien dann Dudens Buchdruckerduden mit  nur noch exakt einer Schreibweise für jedes Wort.

Kommen wir nun zu einem kleinen Kapitel über Ackerbau und Viehzucht. Bauern, so haben wir bei der Lektüre der Süddeutschen Zeitung erfahren, sollten ihren Schweinen Spielketten und Bälle zur Verfügung stellen. Dies rate die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL). Auch wir sind bei der FNL fündig geworden: „Was schenk ich meinem Schwein? Die beliebtesten Spielzeuge in deutschen Schweineställen“, ist der Titel einer Pressemitteilung, die der Verband online gestellt hat.  Beliebt sind offenbar auch Spielketten, an der quietschende kleinere Bälle befestigt sind.

Hinweisen möchten wir auch noch auf ein sportliches Event. Die DLRG-Gruppe Allensbach will am Sonntag, 7. August, das bereits einmal verschobenen das Gnadenseeschwimmen starten. Zurücklegen müssen die Schwimmer die Strecke zwischen der Insel Reichenau und dem Strandbad von Allensbach. Aktuelle Infos gibt es auf der Website. Voraussetzung ist, dass die Wassertemperatur nicht zu niedrig ist. Gestern sollen es beim Freibad Horn 19 Grad gewesen sein. Allerdings ist schwül-heißes und gewittriges Wetter angesagt.

Vom Wetter abhängig ist auch der Förderverein Niederburg Vital. Er organisiert am Freitag, 5. August, den vierten Gassen-Freitag. Von 18.30 bis 22 Uhr steppt in der Niederburg sozusagen der Bär. Mit dabei ist auch wieder Jürgen Waidele. Direkt an der Gabelung Inselgasse/Rheingasse wird neben dem Weinglöckle spielen ab 18.30 Uhr Jürgen Waidele’s Take a Dance.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Thomas Heidrich
    3. August 2011 at 09:06 #

    Für alle, die keine 5,95€ für das Kommasetzungsdownloadbuch von Duden ausgeben möchten, gibt es auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Kommaregeln eine meines Erachtens sehr gute Zusammenfassung aller wichtigen Regeln.

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