Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über das Auf und Ab.

Es geht aufwärts. Wenigstens kann das Mathias Döpfner, Vorstandschef bei Axel Springer, behaupten. Er stellte klar, Springer sei nicht länger ein Print-Unternehmen mit angeschlossener Online-Abteilung, sondern ein echtes Multimediahaus. Im 1. Halbjahr lagen die Online-Werbeerlöse mit 357 Millionen Euro erstmals über denen der deutschen Print-Titel mit 318 Millionen Euro. Das berichtete das Medienmagazin Meedia. Da geht doch was. Das wäre endlich auch einmal eine ermutigende Nachricht für den Verkäufer von Werbe-Bannern auf See-Online.

Der Banner-Dealer ist mit seinen Kindern übrigens gerade mit dem Zug für eine Woche nach Bremen gefahren, um seine Eltern zu besuchen. Das iPad hat er mitgenommen. Er sagte, er habe sein Büro immer dabei. Er kann auch übers iPad telefonieren. Der Angerufene sieht dann eine Konstanzer Telefonnummer. Wer im Web arbeitet, braucht tatsächlich keinen Schreibtisch und auch kein Festnetzelefon mehr. Das ist schon alles richtig. Ob er zum Arbeiten kommt?

Aufwärts geht es  auch in Konstanz bei den Stadtführungen. Statt sich geschichtsträchtige Bauten und Feuergassen anzuschauen, interessieren sich Städtetouristen heutzutage auch für Tatorte. Auf den Spuren von „Tatort“-Kommissarin Klara Blum wandelt die Tourist-Information am kommenden Sonntag, 7. August, um 10.30 Uhr durch Konstanz und führt die Krimifans zu verschiedenen Drehorte des Bodensee-Tatorts in der Konstanzer Innenstadt. Die Stadtführer erzählen Hören Sie von einer spannenden Verfolgungsjagd auf dem Rhein oder einem Mord in den engen Gassen der Niederburg. Die Führung kostet zehn Euro pro Person und dauert mit etwa zwei Stunden eine halbe Stunde länger als ein Bodensee- „Tatort“. Treffpunkt ist die Tourist-Information im Bahnhof.

Aufwärts geht es außerdem mit dem Nutzwert von Facebook. Ein neuer Trend oder Volkssport ist offenbar das Erleichtern von Schwarzfahren. Wer in einem öffentlichen Verkehrsmittel einen Kontrolleur sieht, soll bei Facebook eine Meldung machen und posten, auf welcher Linie der Kontrolleur unterwegs ist. Mitfahrer ohne Fahrschein werden so gewarnt. Die Seite Schwarzfahren Hamburg hat bereits 6490 Mitglieder, denen die Seite gefällt. Gestern entdeckten wir den Post „U3 richtung hbf 3 zivil + kameramann mit dicker nikon.“ oder „‎2 kontrolleure in jungfernstieg.“  Nur mal so zum Vergleich: Die Seite HVV Hamburger Verkehrsverbund  hat nur 285 Mitglieder. Ob sich Schwarzfahrer tatsächlich nur in größeren Städten wie Hamburg, Berlin oder Dortmund organisieren, wagen wir zu bezweifeln. Warten wir einfach einmal ab, ob es diesen Service bald auch für den Konstanzer Stadtverkehr oder den Seehas gibt.

Es geht aber leider auch abwärts. Die bange Frage lautet: Wie undankbar bin ich? Gestern wollte mich ein Freund zum Mittagessen einladen. Er sagte, er wollte kochen – und er ist ein sehr guter Koch. Als er mich erreichte, hatte ich noch nicht einmal die Zähne geputzt und saß gerade mit einem Besprechungsexemplar von „Social Web“ in den Fingern bei einer Tasse Milchkaffee auf der Dachterrasse. Ich sagte ihm, dass ich gerne in Ruhe das Buch zu Ende lesen und dann eine Rezension schreiben wollte. Die Einladung zum Mittagessen schlug ich also aus. Müsste ich deshalb jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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