Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir haben uns entschlossen, dass der Sommer ab sofort im Kopf stattfindet. Wir reden uns den Sommer schön. Unter einem kleinen Schauer laufen wir hindurch und immer weiter und weiter durch den August…

Wenn es schüttet, schmökern wir in dem Allgäu Krimi, den wir zum Geburtstag geschenkt bekommen haben. Die Kriminalgeschichte handelt von einem Burgschatz, einem Schutzpatron, spielt in Altusried und Kempten und der Kommissar heißt Kluftinger. Es ist der erste aus der Kultserie, den wir in Händen halten. Er ist spannend. Die perfekte Ferienlektüre.

Ferien bedeutet für Freelancer und Blogger, wenigstens das Nötigste zu tun. Ein paar Rechnungen müssen raus und die Kontonummer für die AdSense-Werbung muss geändert werden.  Die Testüberweisung von Google ist da. Wenn etwas passiert, steht es auf dem Blog. Wenn nichts los ist, möchten wir aber auch nicht mit Füllergeschichten langweilen. Ferien bedeuten, ein bisschen mehr Zeit zu haben. Zum Texten, Radfahren und Laufen muss die Sonne nicht ununterbrochen vom Himmel knallen.

Apropos laufen. Gestern Morgen haben wir auf dem Seeuferweg einen regelrechten Slalom zwischen weggeworfenen Plastikpackungen und Plastikgabeln absolviert. Beim Müll handelte es sich mutmaßlich um Überbleibsel eines Grillfestes.

Faszinierend, ja fast schon erhaben, war hingegen ein Anblick auf dem Rückweg. Über der alten Rheinbrücke und Konstanz war ein imposanter Regenbogen zu sehen. Streng genommen türmten sich riesige Wolken zu einem Gebilde in Regenbogenfarben am Himmel auf. Auch wenn wir normalerweise mit Superlativen geizen, wäre hier sicherlich einer angebracht. Die Wolken verfärbten sich violett, blau, grün, gelb und orangerot. Ein großartiges Naturphänomen. Menschen standen am Ufer und versuchten den Regenbogen mit ihren Handykameras festzuhalten. Wir hatten blöderweise aber nicht das Smartphone, sondern das alte Nokia-Outdoorhandy dabei. Das bevorzugen wir, wenn wir offline sein und keine neuen Mails lesen möchten.

Das Rosgartenmuseum trommelt in dieser Woche mächtig und nicht nur für „Chapeau! Berühmte Kopfbedeckungen 1700-2000“, sondern auch noch einmal für die Ausstellung „Ewige Steine. Steinbildwerke aus dem spätmittelalterlichen Konstanz“. Sie ist im Richentalsaal im Kulturzentrum zu sehen. Das Museum zeigt gemeinsam mit der Münsterbauhütte herausragende Beispiele steinerner Kunstwerke und Relikte von profanen und sakralen Gebäuden aus dem spätmittelalterlichen Konstanz inszeniert vor kraftvollen farbigen Hintergründen. In einer Führung mit David Bruder am Donnerstag, 11. August,  um 16 Uhr werden die Besucher unter anderem gotische Wasserspeier, geheimnisvolle Grabmale, fein geschnitztes Maßwerk und die original erhaltene Münsterspitze von 1856, die beim Erdbeben von 1911 herunterfiel, zu sehen bekommen. Wir empfehlen dringend, sich die Schau nicht auf eigene Faust anzusehen, sondern sich einer Führung anzuschließen, zumal es keinen Ausstellungskatalog gibt.

Wer hingegen die sehr bunte, unterhaltsame Schau und Reise durch die Mode- und Bedeutungsgeschichte von Kopfbedeckungen bevorzugt, könnte sich auch heute einer Führung anschließen. Hüte, Hauben, Helme, Mützen, Brauchtumsstücke und Amtstrachten erzählen von Funktionen und tiefer Symbolik des Kopfschmuckes. Das sagte der Historiker David Bruder. In einer öffentlichen Führung heute Dienstag, 9. August, um 17 Uhr zeigt der Historiker unter anderem Originalstücke von Fürst Otto von Bismarck, Otto Dix, Kaspar Hauser und anderen Prominenten.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

4 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Hinterwäldler
    9. August 2011 at 10:14 #

    Plastik am Seeufer? Ist das jetzt die Auswirkung auf das Glasverbot? Mir scheint da wurde das Pferd am falschen Ende aufgezäumt. Wie wäre es mit der simplen Aufstellung von Papier- und Abfallbehältern?

    Eventuell könnte man ja noch eine Plastik-Sammelmaschine erfinden (Patentrechte bleiben 30 Jahre in der westlichen Hemisphäre) und die eingesammelten Abfälle nach China schicken. Dort macht man tolle preiswerte Pullover und wasserabweisende Stoffe daraus.

  2. Mohrrübenkiller
    9. August 2011 at 10:36 #

    Das Recht auf ein Patent kann man nur für 20 Jahre erwerben.

  3. Franz Sauerstein
    9. August 2011 at 10:58 #

    Ich empfehle: https://www.youtube.com/watch?v=jQbqzMc11Og :)

  4. dk
    9. August 2011 at 13:36 #

    FS: Das „Original“ mit Kirchenchor-Vergangenheit gibt es demnächst im Ländle: sogar mit dem Fahrrad oder zu Fuss in mehreren Tagen erreichbar. Etwas leiser als Grönemeyer.

    Sa. 20.08.11, 20:30 Uhr Rottweil

    Tour: „Es war nicht alles schlecht-Tour-2011“
    http://www.dieprinzen.de/content/termine.php

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