Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Tagsüber erwartet uns heute ziemlich sonniges Wetter mit flachen Quellwolken. Die Temperaturen könnten am Nachmittag auf über 20 Grad steigen. Wir haben August. Glücklich machen uns die Aussichten für Samstag. Angesagt ist meist sonniges Grill- und Chillwetter bei sommerlichen 25 bis 28 Grad. Das dürfte vor allem auch die mindestens 40.000 Besucher des Konstanzer Seenachtfestes und die des Fantastical in Kreuzlingen sowie Gäste von privaten Grillpartys freuen.

Sprechen wir noch über das Sommerloch, das passend zum Wetter in diesem Jahr nur ein kleines ist. Das berichtete der Mediendienst Kress.  Die Anschläge in Oslo, der Tod von Amy Winehouse und die andauernde Finanzkrise haben dafür gesorgt, dass Nachrichtenseiten im Juli öfter angeklickt worden sind als im Sommer sonst üblich. See-Online profitierte von der lokalen Nachrichtenlage. Der CSD, das Glasverbot, der Busfahrerstreik, die Bückleinkunsttalkshow, bei der es auch um das Streitthema „bedingungsloses Grundeinkommen“ geht, Anwürfe gegen den grünen Bundestagsabgeordneten Till Seiler und der Südkurier-Streik sorgten im Juli für ein Sommer-Hoch.

Bei Bücklein zu Gast sind heute Abend Peter Friedrich, Landesminister von Baden-Württemberg, und Prof. Götz W. Werner, Gründer von dm-drogerie markt. Die „bückleinmusiktalkshow“ verspricht eine kunstvolle Mischung von Musik, humorvolle Gästeportraits und tiefsinniges Gespräch – Unterhaltung im doppelten Sinne. Beginn ist um 20 Uhr im Quartierszentrum beim Klinikum. Karten kosten 17/15/11 Euro plus 2 Euro Aufschlag an der Abendkasse.

Trotzdem ist der Sommer stets auch die Zeit der Tiergeschichten. Der Südkurier berichtete über eine private Eichhörnchen Aufpäppelstation für kleine sozusagen aus dem Nest gefallene Eichhörnchen in Konstanz, während sich unsere bayerische Lieblingszeitung den Mardern, genauer den Steinmardern, widmete, die berüchtigt für das Anfressen von Kabeln in Autos sind. Wir haben bei der Lektüre viel über das Revierverhalten von Mardern gelernt und dass Hundehaare, WC-Steine oder Mottenkugeln nichts als Humbug sind und im Zweifelsfall eine Motorwäsche mehr hilft. Oder man lege ein auffällig gefärbtes Stück Maschendraht unter das parkende Auto. Mehr dazu gibt es im Ressort Wissen der Süddeutschen Zeitung. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Zu Sommergeschichten passen auch Räuberpistolen. Sprechen wir über Parteien. Wir haben gelesen, dass Verlegererbe Konstantin Neven DuMont gern eine neue Partei gründen möchte. Das hat die taz berichtet. Die Parteien, die es schon gibt, wissen anscheinend nicht, wie wir außer mit Wachstum eine höhere Lebenszufriedenheit erreichen.

Die letzte neue Partei war die Piratenpartei. Für manche ist deren Auftritt bereits Geschichte. Im Buch „Social Web“ haben wir gelesen, das „kurzfristige Auftreten der Piratenpartei“ und deren „kurze Blüte“ sei ein Beispiel dafür, dass das Web auch politische Bewegungen initiieren könne.

Die Piraten scheinen tatsächlich eher mit sich selbst und damit beschäftigt zu sein, dass Piraten, die abweichende Meinungen vertreten, persönlich von anderen Piraten angegriffen werden. Das haben wir so auf dem Portal des Bundesvorstands gelesen. Uns fällt dazu ein Songtext von Nena ein: „Und dass so was von sowas kommt. 99 Luftballons, auf ihrem Weg zum Horizont“ – oder anders ausgedrückt, ohne soziale Kompetenz geht es in einer Partei nicht, nicht einmal in der Piratenpartei.

Auf dem Portal des Bundesvorstands der Piraten entdeckten wir auch folgenden bemerkenswerten Satz: „Die Piratenpartei Deutschland ist die einzige überzeugt-freiheitliche Partei in der BRD.“ Glauben die das denn wirklich? Herrje!

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    10. August 2011 at 19:53 #

    Wir hatten kurz 3 Urlauber aus Grossbritannien kennengelernt, die letzten Sonntag zurückgereist sind und sich nicht für das Seenachtsfest begeistern liessen. Vermutet wird, dass sie in ihrer Heimat das unvorhergesehene Spektakel noch grösser sein dürfte (inkl. bleibendem Eindruck).

    Es war eine junge Frau, die nach der Wende von M-Vorpommern in GB einen Job gesucht und eine neue Heimat mit Ehegatten gefunden hatte, der sich später eine kleine Tochter anschloss. Nach fast 20 Jahren besuchte sie nun auch Süddt. und zwar das Allgäu und in der 2. Woche den Bodensee. Alles belegt musste ein Bauernhof im Meersburger Hinterland ausreichen: nur ein Hügel trennte bis zur Bodensee-Sicht.
    Neben der Vielsprachigkeit war auch die ruhige und auch etwas noble zurückhaltende Ausstrahlung der Persönlichkeiten von dem ca. 10 Jahre alten Mädchen bis zu den Eltern beeindruckend. Ebenso die Vielzahl von Wohnungswechsel und die Fluktuationsrate bei Jobs: schon seit der vorherigen Generation, was auch mit speziellen Bedingungen in einzelnen Berufsgruppen begründet wurde.
    Zwischendurch erinnerte man sich an einen Geschichtslehrer Ende der 70er Jahre, der den Unterschied zwischen beiden Demokratien erklärte: in GB gibt es ein Reden-Parlament und in Dt. ein unspektakuläres Arbeits-Parlament, was heute so nicht mehr stimmen dürfte.

    Beim Abschied wurde versichert, dass man schneller wieder kommt als man denkt, was nicht bedrohlich klang. Komischerweise wurde die vielgescholtene „soziale Kompentenz in Dt.“ nicht angesprochen.
    Wahrscheinlich hätte ich geantwortet: dank HartzIV wird jeden eine Miete gezahlt, jeder lernt seine Wohnung schätzen und wechselt sehr selten, weswegen die Feuerwerke in Dt. aus lauter gegenseitiger Rücksicht eher bescheiden sind. Über 16.000 Polizisten in GB sind schon sehr beeindruckend; sogar der Armee-Einsatz soll diskutiert worden sein.
    Wir haben versucht, uns ordentlich zu benehmen: Fruchtsaft und Minaralwasser statt Alkohol. „Die waren aber nett“ hatte das Mädchen beim Abschied in einiger Entfernung ihren Eltern erklärt. Die „soziale Kompetenz in Dt.“ hat Chancen für einen Exportschlager.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.