Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute über den Konstanzer Maultaschenpreis, Rock am See und die Länge des Konstanzer Bodenseeufers.

Den Maultaschenpreis erhalten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln und die Belegschaft mit Schikane am Arbeitsplatz quälen. Gestern ist der Preis wieder vergeben worden. Bei einer Pressekonferenz berichtete das Maultaschenpreis-Komitee von Mobbing-Praktiken am Arbeitsplatz im Kreis Konstanz.

Anscheinend sind die bei der Pressekonferenz geschilderte Fälle keine Einzelfälle. Die Zahl psychischer Erkrankungen erreicht Höchststände. Die Betroffenen fühlen sich depressiv, ausgebrannt oder leiden unter Schmerzen, die keine körperliche Ursache haben. Das geht auch aus einer Krankenkassen-Studie hervor.

Wir hätten heute sehr gern ein Interview mit einer sehr renommierten Konstanzer Psychologin über die Folgen von Mobbing geführt. Wir hätten sie gern gefragt, was macht Schikane mit Menschen? Was passiert, wenn Mitarbeiter in einem Kellerraum sitzen, in dem sich ein Tisch und ein Stuhl aber keine Telefon befindet und wenn diesen Menschen von heute auf morgen die Arbeit entzogen wird? Was geschieht, wenn Chefs ihre Mitarbeiter in Einzelgesprächen anbrüllen und zermürben?

Nach dem Vorgespräch war klar, dass die Psychologin keine Lust hatte, die Fragen zu beantworten. Sie sprach von Tätern und Opfern und Rettern und davon, dass ein Täter nur in die Täterrolle schlüpfe, wenn ein anderer die Opferrolle übernehme. Die Fragen waren ihr zu einseitig. Ein Interview wäre immer unvollständig und falsch, meinte sie. Ja aber, das Mobbing sei doch real, sagten wir und ein Chef, der sich so verhält sei entweder ein Sadist oder ein Psychopath. Dass ein solcher Chef krank sei, stehe außer Frage, sagte die Psychologin. Sie zitierte die Bremer Stadtmusikanten „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“. Wenn wir es richtig verstanden haben, heißt das wohl sofort raus – notfalls auch ohne Abfindung.

Wenn am Samstag im Konstanzer Bodenseestadion „Rock am See“ steigt, fehlen die ganz großen Namen. Der Headliner ist Seed. Die elfköpfige Berliner Reggae-Dancehall-Gruppe hat immerhin dreimal den Echo gewonnen. Die ganz Großen hat der Veranstalters Koko & DTK Entertainment dieses Mal nicht ins Bodenseestadion geholt. Sting, James Blunt und Hubert von Goisern spielten in Salem.

Ihren Spaß werden die bis zu 25.000 Fans – so viele passen ins Stadion – trotzdem haben. Neben Seed, stehen die Editors, The Subways, Johnossi, Bonaparte, Royal Republic und Young Rebel Set im Bodenseestadion beim Freiluftfestival auf der Bühne. Hier noch einmal das Line-Up auf einen Blick.

Die Wetteraussichten für den Festivaltag sind leider nach dem angekündigten Temperatursturz in der Nacht auf Samstag nicht sehr gut. Starten könnte das Festival bei Temperaturen von nur 15 Grad und bei Regen. Schwacher Trost: Am Abend soll es trocken werden. Bei etwa 12 Grad sind warme Klamotten ein Muss.

Ausbleiben dürfte wegen des Wetters allerdings Chaos am Hörnle. Das Strandbad dürfte verwaist sein.

Apropos Strand. Neulich haben wir behauptet, die Uferstrecke auf Konstanzer Gemarkung sei 31 Kilometer lang. Wir bleiben dabei. Die Zahl stammt aus einer Sitzungsvorlage des Konstanzer Gemeinderats vom Juli. Wer’s nicht glaubt, könnte ja die Strecke einmal abradeln – immer schön am Ufer entlang.

Starten Sie gut ins Wochenende!

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    28. August 2011 at 16:36 #

    Eigentlich haben Supermärkte nicht den Ruf von besonders guten Verdienst-Möglichkeiten und ein Nachbar hatte von seiner Indien-Reise als brutalen direkten Kontrast zwischen „arm und reich“ berichtet.

    Doch etwas verdutzt war man, als eine junge Inderin an der Kasse eines Ortsteils-Supermarktes sass, ziemlich perfekt deutsch sprach und vom souverän freundlichen Umgang auch beeindruckte. Die Mischung als weder weiss- noch schwarzhäutig mit fremdländischer dezenter Kosmetik fiel auf, passend zu den kurzen schwarzen Haaren.
    Die Entwicklung von Tante-Emma-Läden zu Supermärkten scheint berechtigt und Konstanz scheint doch das Potential zur „Weltstadt“ zu haben. Nur das Werbevideo von Tourismus-Konstanz hängt noch etwas hinterher mit der Betonung auf „regionale symbadische Spezialitäten“.
    Supermarkt-Ketten scheinen keine provinzielle Keingeisterei zu fördern: vor einigen Tagen ist eine junge Frau in ihre Heimat (Teutoburger Wald NRW) zurückgekehrt, immerhin eine Arbeitsgruppen-Leiterin in einem höheren Gastronomie-Betrieb; an dem Unternehmen hat es sicher nicht gelegen. Ist „Symbadisch oder Konstanzerisch“ ist vielleicht für manche etwas zu speziell?

  2. kh
    2. September 2011 at 12:44 #

    nicht das Komitee hat von Mobbing Praktiken berichtet sondern zwei der Opfer waren bereit der Presse Auskunft zu geben. Es wäre Ihnen also durchaus möglich gewesen sich ein BIld davon zu machen was mobbing Menschen antun kann. Noch eine Bemerkung zu Ihrer Berichtserstatung; so ziemlich die einzige Möglichkeit sich gegen mobbing zu wehren ist die Öffentlichkeit herzustellen, schade wenn sie Öffentlichkeit/Presse sich weigert das zu tun indem sie die Namen der Täter verschweigt.

  3. wak
    2. September 2011 at 13:01 #

    @kh Im Web muss nur gesagt und neu formuliert werden, was nicht schon auf einer anderen Website oder einem anderen Blog steht. Deshalb gibt es Links. So funktioniert das Web. Von Verschweigen kann keine Rede sein.

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