Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Beginnen wir den Tag passend zu den Wetteraussichten mit Heinrich Heine „Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend, Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt“. Und ein paar Zeilen weiter: „Nun kommt das Schlimmste noch, es regent.“ An solch verdrießliche, nasskalte Aussichten müssen wir uns nach einem schönen langen Sommer ab morgen erst einmal wieder gewöhnen. Am Freitag und Samstag soll es sehr herbstlich, wechselhaft und windig werden. Uns erwarten gelegentliche Regenschauer und Schnee bis auf 1000 Meter herunter.

Zieht Euch warm an, rufen wir da den Politikern der alten Parteien zu. Die Piratenpartei Frankfurt ruft nämlich zu einer Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger während der Buchmesse auf. „Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist ein Eingriff in den journalistisch-verlegerischen Wettbewerb“, sagen die Piraten. Recht haben sie – und die Kanzlerin und ihre CDU leider keine guten Ideen zur Netz- und Medienpolitik.

„Die Zeitungsverleger stellen die Zitat- und Linkfreiheit zur Disposition und verbieten so auch medienkritischen Stimmen den Mund“, erklären die Piraten und sprechen Bloggern aus dem Herzen. „Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist ein Musterbeispiel für die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik und dafür, wie Machtstrukturen in Deutschland Innovation und Zukunft verhindern“, heißt es.

Die Demonstration findet am Mittwoch kommender Woche, 12. Oktober 2011, ab 9 Uhr vor dem Haupteingang der Messe Frankfurt statt.

Berichten müssen wir heute dringend auch über einen Brisanti-Boykott. Badende Herosépark-Besucher kritisieren die drei regionalen Getränkeproduzenten, Schlör Fruchtsäfte Radolfzell, Randegger Ottilienquelle GmbH und die Stahringer Streuobstmosterei, die die Normenkontrollklage des Konstanzer Studenten Benjamin Wohnhaas gegen das Glasverbot in Konstanz unterstützen. Auf der Twitter Timeline fanden wir folgende Textnachricht: „Bionade bestellt. Brisanti bekommen. Zurückgeben. #Glasklage@Voglhaus Café“.

Autsch, das hat gesessen. Während Glasverbotsgegner die Ankündigung der regionalen Getränkeproduzenten, die Klage auch finanziell zu unterstützen, wohlwollend zur Kenntnis nahmen, regte sich bei anderen Protest. Sie sehen im Vorpreschen von Schlör Fruchtsäften Radolfzell, Randegger Ottilienquelle GmbH und der Stahringer Streuobstmosterei den Versuch, Imagewerbung zu betreiben, die auch noch daneben gehe. Einige kündigten an, Brisanti  ab sofort zu boykottieren.

Klappe für die Spielzeiteröffnung am Konstanzer Stadttheater. Für die Debatte zwischen dem deutschen Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dem schwedischen Autor Henning Mankell am Samstagnachmittag gibt es nur noch 60 Tickets. Auf der Empore seien aber noch weitere Plätze frei, beruhigte Theater-Sprecherin Martina Kraus.  Am Samstag, 8. Oktober, diskutieren Steinmeier und der Autor Henning Mankell auf der Theaterbühne über Kultur, Macht und Außenpolitik. Die neue Spielzeit steht unter dem Motto „Afrika – In weiter Ferne so nah“. Los geht’s mit dem Gespräch auf der Bühne um 15 Uhr.

Starten Sie gut in den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    6. Oktober 2011 at 15:13 #

    … „Die Zeitungsverleger stellen die Zitat- und Linkfreiheit zur Disposition …

    Bevor es zu spät ist, möchte ich auf einen Link verweisen:
    http://www.google.de/

    Diese Website wiederum verweist unter dem Suchfeld auf einen eine andere Website mit dem Text „Steve Jobs, 1955-2011“ auf den Apple-Internet-Auftritt
    http://www.apple.com/

    Eine längere Neugierde für Internet-Technologien reichen sogar bei einen Nicht-Apple-Produktbesitzer (kein Ipad, Iphone, Ipod, Mac usw.) aus, um etwas sentimental zu werden. Ob der Verstorbene nur ein „amerikanischer Erfinder“ (laut Medien-Würdigung) gewesen ist, dürfte zweifelhaft sein.
    Eine „kulturelle Verbundenheit“ im Internet gibt es sicherlich, die manches „nationale Thema“ überlagern kann bzw. kritisch hinterfragen lässt (nicht nur von Piraten).

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.