Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute über unseren Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank, eine neue journalistische Gattung und über die Buchmesse in Frankfurt.

Ein bisschen neidisch sind wir schon gewesen, als uns ein Kollege aus der schreibenden Zunft gestern erzählt hat, er fahren heute Morgen in aller Herrgottsfrühe nach Frankfurt zur Buchmesse. Der Buchhändler unseres Vertrauens wollte vielleicht auch nach Frankfurt. Und der Konstanzer UVK-Verlag ist anscheinend ebenfalls da. Er twitterte gestern sogar ein Foto von seinem Stand.

Weil wir berufsbedingt neugierig sind, fragten wir den Kollegen, ob isländische Autoren noch andere Texte außer Krimis schreiben. Er antwortete, die Isländer schrieben seines Wissens über Elfen und Verbrechen. Ob diese Antwort hinreichend und ausführlich war, wissen wir nicht. Vielleicht hätten wir uns besser die Satirezeitschrift Titanic durchgelesen. Sie titelte vielversprechend: „Alles über Island und Isleute“.

Gern berichten wir auch über eine neue journalistische Gattung. „So ein Interview wie dieses haben Sie noch nicht gelesen!“ Dieser Satz stammt leider nicht von uns. Wir haben ihn im Handelsblatt entdeckt. Die Wirtschaftszeitung veröffentlichte gestern online ein Interview, das nur aus Fragen bestand. Die Antworten fehlten. Dieses Interview sei sinnbildlich für die aktuelle Lage der Banken in Europa, informierte die Zeitung. Interviewpartner wäre eigentlich Baudoin Prot, der Chef der größten französischen Bank BNP Paribas gewesen.

Baudoin Prot hatte die Handelsblatt-Redakteure Nicole Bastian und Robert Landgraf vor vier Wochen zum Interview empfangen. „Anschließend wurden die Antworten von Baudouin Prot mehrfach überarbeit und schließlich zurückgezogen. Angesichts der aktuellen Lage im Bankensektor wollte man sich nicht mehr äußern“, heißt es im Handelsblatt. Die Zeitung begründete die Veröffentlichung des nicht ganz vollständigen Interviews, das unseren Lesegewohnheiten nicht unbedingt entspricht, wörtlich so: „Das Handelsblatt dokumentiert ein Interview ohne Antworten – stellvertretend für eine Geldelite, der es die Sprache verschlagen hat.“

Wenden wir uns der Kommunalpolitik zu. Wetten werden noch angenommen – aber nicht mehr sehr lange. Wir sprechen über die Oberbürgermeisterwahl 2012. In der vergangenen Woche hatten wir einen Tipp bekommen. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank werde sich bei seinem Bürgergespräch am kommenden Montag, 17. Oktober, in Wollmatingen in der Berchenschule erklären, ob er zur OB-Wahl im kommenden Jahr noch einmal antritt. Es wäre seine dritte Amtsperiode.

Wir haben den OB neulich der Einfachheit halber ganz direkt und persönlich gefragt, ob er uns denn empfehlen würde, zum Bürgergespräch nach Wollmatingen zu kommen, auch wenn wir uns aktuell nicht übermäßig für die Verkehrsführung im Stadtteil interessieren. Der OB hat die Frage spontan bejaht. Das Bürgergespräch, bei dem er sich erklären wird, beginnt um 18 Uhr.

Gestern Abend tippte ein parteiloser Freund spontan, die Chancen stünden 70 : 30, dass Frank noch einmal antritt. Es war ein bisschen wie auf der Rennbahn, nur dass wir noch gar nicht wissen können, welche Jockeys auf welchen Pferde und aus welchen Ställen überhaupt am Rennen teilnehmen. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Starter übrigens etwa einen Euro je Einwohner. Ein paar zehntausend Euro sind es aber mindestens. So viel kosten Wahlkämpfe heutzutage. Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp!

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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