Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über einen Preis für nachhaltige Wertschöpfung, den die Konstanzer Hochschule HTWG erstmals verliehen hat, und außerdem eine Kopfbedeckung, die nicht in der Ausstellung „Chapeau!“ im Konstanzer Rosgartenmuseum, sondern im „red dot design museum“ in Singapur zu sehen ist. Erwähnen müssen wir den Leviathan und einen Spendenaufruf der Piratenpartei, die bundesweit mittlerweile 15.000 Mitglieder hat. Das sind vergleichsweise viele. Im Frühjahr 2009 gab es in Deutschland erst 1000 Piraten.

Die Hochschule Konstanz (HTWG) und der BUND haben erstmals das Siegel „Nachhaltige Wertschöpfung am Bodensee“ an vier Unternehmen aus der Bodenseeregion verliehen. Die Preisträger haben sich zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Die Auszeichnung ging an die Cowa Service Gebäudedienste GmbH (Gottmadingen), die Reichenau Gemüse eG, das Konstanzer Hotel Barbarossa und die Sparkasse Singen-Radolfzell.

Chapeau, diese Kopfbedeckung fehlt in der Konstanzer Ausstellung noch. Einen Helm für die Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Aufnahmen des menschlichen Kopfes gemacht werden, haben Freiburger Forscherinnen und Forscher zusammen mit dem Stuttgarter Designbüro „ipdd“ entwickelt. Der Helm ist mit dem „red dot award“ in der Kategorie „design concept“ ausgezeichnet worden. Demnächst wird er in Singapur ausgestellt.

Die Kernspintomographie könne bis zu einer Stunde dauern und werde oft als unangenehm empfunden, heißt es in einer Mitteilung der Universität Freiburg. „Wir wollen kranke Menschen nicht weiter kränken, indem wir ihnen unbequeme und Angst einflößende Technik zumuten. Wichtig waren uns vor allem Tragekomfort und Optik des Helms“, sagt Korvink. Die Schale ist innen gepolstert, für Ablenkung sorgt ein audiovisuelles System: Patienten könnten während der Untersuchung Filme anschauen, Musik hören oder jederzeit Kontakt zum medizinischen Personal herstellen.

Eine Jury aus 17 international renommierten Designexperten hat die 3.500 Einsendungen in den Kategorien Innovationsgrad, emotionaler und ästhetischer Gehalt, Funktionalität, Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilt. Der Preis wird jährlich in Singapur verliehen, dort findet am 25. November 2011 die offizielle Preisübergabe im „red dot design museum“ statt – im Museum ist der Helm dann auch ein Jahr lang zu sehen.

Ein bisschen enttäuscht sind wir über die Art und Weise wie der baden-württembergische Landesverband der Piratenpartei Spenden sammelt. 3.000 EUR sollen für die Erstauflage von 100.000 achtseitigen Zeitungen zusammenkommen, in denen die Partei vor dem Volksentscheid über das Ausstiegsgesetz zu Stuttgart 21 informieren möchte. Wir fragen uns nun, wer will diese Zeitungen noch lesen? Die meisten Wahlberechtigten dürften sich längst eine eigenen Meinung gebildet haben. Wer es bisher nicht getan hat, wird kaum eine achtseitige Papierzeitung durchlesen wollen.

Von der internetaffinen Partei hätten wir zudem ein bisschen mehr Kreativität erwartet, ein schickes Design und ein Spendenbarometer auf der Website. So was können die doch programmieren. Statt dessen veröffentlicht die Piratenpartei nur einen schnöden Spendenaufruf mit Name des Empfängers, Kontonummer und Bank. Designpreisverdächtig ist dieser Auftritt nicht.

Haben Sie am Samstag schon etwas vor? Was an der Wall Street geht, könnte auch am Kölner Chlodwigplatz, in Zürich auf dem Paradeplatz oder auf der Konstanzer Marktstätte klappen: Nach US-Vorbild sind am Samstag, 15. Oktober, in vielen deutschen Städten und auch in anderen Ländern Proteste gegen die Macht einer globalen Finanzelite geplant. In Konstanz beginnt die Aktion zwischen Sparkasse, Post und Commerzbank um 15.10 Uhr.

Der Spiegel sah in seiner Onlineausgabe schon den Gesellschaftsvertrag aufgekündigt. Das ist kein Witz! Das Magazin erinnerte an Thomas Hobbes, bei dem der Mensch seine Freiheit aufgibt, sich dem Leviathan unterwirft und dafür Schutz erhält. „Das ist ein Vertrag zu beiderseitigen Lasten. Wenn eine Partei ihn kündigt, wird er hinfällig. Der Staat, der nur wenige Tagen braucht, um Milliarden für die Rettung der Banken bereitzustellen aber viele Jahre, um die Finanztransaktionssteuer einzuführen, ist dabei, diese Abmachung zu brechen“, schreibt der Spiegel. Am Tag zuvor hatte das Handelsblatt ein Interview ohne Antworten veröffentlicht – stellvertretend für eine Geldelite, der es die Sprache verschlagen habe.

Hier geht’s zu Occupy Wallstreet http://www.facebook.com/OccupyWallSthttp://www.facebook.com/OccupyWallSt und Occupy Togehther http://www.facebook.com/OccupyTogetherhttp://www.facebook.com/OccupyTogether

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