Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen sprechen wir über verblasste Mythen, Online-Zeitungen, die es auch gedruckt gibt, und fragen uns, ob Online-Leser keine Gourmets sind.

Ein kulinarisches Großereignis steht demnächst bevor. Am Mittwoch, 9. November, bekocht eine ganze Brigade regionaler Spitzenköchen Gourmets im Konstanzer Konzil. An 15 Kochinseln servieren die Köche frische, hauptsächlich saisonale und regionale Gerichte. See-Online verlost 3 x 2 Karten im Wert von je 42 Euro.

Kochen, Küchenbullen, Special Interest (Fr)ess-Magazine und Restaurantester sind en vogue, dachten wir. Der Blogbeitrag über das kulinarische Großereignis in Konstanz zählt überraschenderweise aber gerade einmal zu den durchschnittlich häufig gelesenen Beiträgen auf See-Online. Die verpatzte Kündigung des Konstanzer Chefarztes, die Absage einer Versammlung von Occupy Konstanz und sogar der Busfahrerstreik waren dagegen in den vergangenen Tagen regelrechte Blockbuster.

Bang fragen wir uns, woran liegt’s? Ernähren sich Online-Leser womöglich nur von Kaffee, Müsli oder Ravioli aus der Dose? Sind sie Gaumenfreuden so wenig zugeneigt? Sind sie zu jung für in Limonen-Olivenöl konfiertes Saiblingsfilet mit Endivien-Treviso Salat, Höri Bülle und Topinambur oder Gebratenen Garnelenspieß mit Speck auf Linsen und Wakame Algen und Wasabi-spuma? Kann man dafür überhaupt zu jung sein? So ist es wahrscheinlich nicht. Wer ein Blog liest, bevorzugt aber mutmaßlich tatsächlich harte lokale Nachrichten, echte Neuigkeiten, schnelle Informationen und klare Standpunkte.

In Basel erscheint heute übrigens zum ersten Mal die „Tages-Woche“ . Wir sprechen von einer neuen Zeitung, die online und Totholz kombiniert. Sie will sowohl eine Tages- als auch eine Wochenzeitung für die Region Basel sein. Täglich erscheint sie von heute an mit aktuellen Nachrichten im Netz – und jeweils freitags ganz altmodisch auf Papier gedruckt. Finanziert wird die „Tages-Woche“ von der Roche-Miterbin und Mäzenin Béatrice Oeri.

Sie ist nicht der erste „Hybrid“ und auch nicht die erste, die sich von freigiebigen Sponsoren und Förderern finanzieren lässt. Anfang April haben wir schon eine andere entdeckt: Die Kontextwochenzeitung im Netz. Im Fokus der renommierten Macher steht Stuttgart und manchmal schaut die Redaktion auch über den Kesselrand hinaus. Am liebsten lesen wir die Online-Zeitung am Wochenende gedruckt als Beilage der taz.

Während sich gedruckte Wochenzeitungen im Gegensatz zu den Tageszeitungen mit den Breaking News vom Vortrag großer Beliebtheit erfreuen, ist, wie wir meinen, auch die Fernsehzeitung mittlerweile entbehrlich. Das liegt nun wiederum weder an der kostenlosen TV-Programm App auf dem Smartphone noch daran, dass Fernsehzeitungen als solche schlechter geworden wären. Schlechter geworden ist vielmehr das Fernsehprogramm: Wen interessieren eigentlich all die dümmsten Quizteilnehmer Deutschlands, die ewig gleichen Talkshows und die gefühlt 99. Wiederholung von Pfarrer Braun? Wenn der alte Röhrenfernseher im Wohnzimmer seinen Geist aufgibt, kaufen wir uns einen Flachbildschirm fürs Filmeschauen übers Web. Bis es soweit ist, legen wir noch ein paar DVDs ein.

Das Allerletzte: In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit. Die Uhren werden eine Stunde zurück gestellt und – was wir sehr bedauern – am Abend ist es dann eine Stunde früher dunkel. Wer Outdoor-Aktivitäten wie Joggen bevorzugt, sollte demnächst besser am Morgen zum Laufen gehen.

Starten Sie gut ins Wochenende!

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