Guten Morgen Bodensee!

Kolumne – Aus der Flachwasserzone

Heute möchten wir uns der Bodensee-Küche und der Kostenloskultur im Internet widmen und zu aller erst eine am 6. Juni beginnende Ausstellung im Kulturzentrum am Münster in Konstanz unbedingt weiterempfehlen. Das ist auch nötig. So wie es aussieht, muss die Schau, die die Kulturgeschichte der Bodensee-Küche erzählt, leider ohne eigene Website, einem Amuse Gueule im Netz, Facebookseite und Twitter auskommen, weshalb wir gern einspringen und bei Nerds und anderen Laptopguckern, ein bisschen für die Schau werben wollen.

Es ist ja so, dass Tobias Engelsing, Leiter der Städtischen Museen in Konstanz, sehr gern Alltagsgeschichte inszeniert, während zum Beispiel sein Kollege „Aussstellungsmacher“ Michael Brunner in Überlingen in der Vergangenheit lieber „Wasser in der Kunst. Von Turner bis Nolde“ oder „Dürer – Van Dyck – Warhol – Das inszenierte Portrait seit 1300“ ausstellte und verzückt schaute, wenn er in einem Feuilleton Erwähnung fand. Eine Gemeinsamkeit aber haben die Ausstellungen in den Bodensee-Städten. Keine Sorge also, wir kriegen die Kurve schon noch und nähern uns ohne weitere Umwege dem Thema Ausstellungsetat. Im Ausstellungsetat von Tobias Engelsing stehen 120.000 Euro. Das ist ein Betrag, der wahrscheinlich niedriger ist als die Gewerbesteuer, die die Stadt dem insolventen Karstadt-Konzern gerade erlassen hat. Die Schau „Welt im Topf“ kostet aber 175.000 Euro. 55.000 Euro musste Engelsing also an Drittmitteln hereinholen, sonst wäre es wohl nichts geworden mit „Belchenpfeffer“ und Bodensee-Fleischpastete.

Das wäre schon deshalb schade gewesen, weil wir dann nie hätten das Bild mit dem fahrbaren Ofen und den Pizzabäckern anschauen können. In der Folge hätten wir dann wohl auch nie erfahren, dass die Konstanzer schon seit dem Konzil (1414-1418) Pizza essen. Während des Konzils halfen den eingesessenen Konstanzer Bäckern nämlich Kollegen aus Italien und Frankreich aus. Sie brachten so zu sagen den ersten rollenden Imbiss mit nach Konstanz. Die Pizzen waren übrigens reichhaltig belegt. Vielleicht sollten die Konstanzer, sobald die Papstfigur in vier Wochen aus der Mobilitätszentrale verschwunden ist, dort einen fahrenden Pizzaofen aufstellen. Der Pizzastand hätte einen Bezug zum Konzil und würde so wie der Papst Reisendeans Konstanzer Konzil erinnern, was werbemäßig sicher sinnvoll wäre.

Apropos Werbung. Google hat offengelegt, wie viel Geld Google und wie viel Geld Seitenbetreiber bekommen, auf deren Seite – so wie bei uns – Google-Werbung erscheint. Bis zu 49 Prozent der Einnahmen behält offenbar Google. Mit Einnahmen aus Werbung – Google-Werbung und Bannern – ist ein Blog nur schwerlich zu finanzieren, weshalb es Rupert Murdoch wieder einmal mit Geldverlangen probieren will. Wer die Times und die Sunday Times online liest, soll dafür bezahlen. So lange es einen Klick weiter aber Kostenlosnachrichten gibt, wird es Herr Murdoch sicher schwer haben. Die spannende Frage lautet also: Was machen die anderen Zeitungen und Blogs?

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Waltraud Kässer

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Ute
    28. Mai 2010 at 09:29 #

    Wer sich nicht an Diensten wie paypal stört, könnte Geld verdienen mit flattr http://flattr.com/ probieren. Die Grundidee mit einfachen Buttons zu entscheiden, wem man etwas zukommen lassen will ist gut.

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