Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über Zirkustiere, das Biotop Chérisy, noch einmal über eine fristlose Kündigung und über das Konstanzer Rosgartenmuseum.

Dürfen wir an einem Montagmorgen ausnahmsweise politisch unkorrekt sein? Erinnern wir uns an die großen, traditionellen Zirkusse, an das Zelt, das Sägemehl in der Manege, die vielen Wagen, die Artisten und all die Tiere. Letztere dürfen nun also bald nicht mehr mit reisen.

Zwischen den Vorstellungen schauten wir uns die wilden Tiere im rollenden Zoo an. Die Zirkusse hießen Barum, Knie und Krone. Raubkatzen dämmerten hinter Gittern und es gab meistens ein Elefantenzelt und in der Pause baute Zirkusarbeiter das Raubtierkäfig auf, in dem die Dompteure – sie nannten sich später Tierlehrer – ihre Tiger und Löwen durch Ringe springen ließen. Kinder durften für viel Geld auf einem Elefanten sitzen.

All das soll es auch in Konstanz auf Klein-Venedig bald nicht mehr geben, weil die Politik korrekt sein möchte. Nein, natürlich finden wir Tierquälerei nicht gut und womöglich litten die Wildtiere in ihren zu kleinen Gehegen, aber ein bisschen melancholisch dürfen wir schon sein, wenn wir uns vom traditionellen Zirkus unserer Kindheit verabschieden. Nie wieder werden Elefanten im Bodensee baden.

Abschiede sind schwer und Veränderungen nehmen wir oft nur ungern hin. In der Chérisy-Kaserne regt sich Protest gegen Verdichtung. Auf der freien Fläche zwischen dem Kulturladen und dem Kindergarten sollen Studentenwohnungen entstehen. Nachverdichtung heißt das. Auch im Paradies hat es schon vor Jahren heftigste Nachverdichtungen gegeben, wodurch die Wohn- und Aufenthaltsqualität und auch die Parkplatzsituation für Anwohner nicht unbedingt besser geworden sind.

Sagen wir es so: Es gibt Grenzen. Zu viele Menschen zu dicht auf einander können auch aggressiv machen. Ein Ort, an dem wir das im Selbstversuch viel zu oft erfahren können, ist die Konstanzer Innenstadt. Die Masse macht es uns an manchen Tagen schwer durchzukommen. Niemand möchte permanent angerempelt werden, ständig im Schwarm schwimmen und wir alle brauchen ein bisschen Freiraum um uns herum. Das ist in der Chérisy-Kaserne nicht anders.

Weiter geht in dieser Woche wohl auch das Gezerre um die fristlose Kündigung des Konstanzer VHS-Leiters Reinhard Zahn, dem in der Probezeit gekündigt worden ist. Thema ist die Kündigung morgen im Kulturausschuss, allerdings im nicht-öffentlichen Teil, da es sich um eine Personalangelegenheit handelt. Das ist sehr schade, zumal der Fall sowieso längst öffentlich verhandelt wird. Ansonsten finden wir, dass der Kulturausschuss der richtige Ort ist, um über den Fall zu sprechen, nicht nur weil die VHS  eine Bildungseinrichtung ist, sondern auch, weil es letztendlich um so etwas wie Unternehmenskultur geht.

Das Allerletzte: Das Konstanzer Rosgartenmuseum hat es in der vergangenen Woche in die „Zeit“ geschafft, genauer in den „Zeit“-Museumsführer im Feuilleton. Der Titel lautete „Bürgerstolz am Bodensee“. Gewürdigt worden ist das Museum samt der paläontologischen und archäologischen Sammlung von Museumsgründer Ludwig Leiner als Ausstellungsraum für die Kulturgeschichte des Bodensees. Unerwähnt geblieben sind aber leider die spannenden Sonderausstellungen, die wie die Hut-Ausstellung „Chapeau 1700-2000“, erst Recht zu einem Besuch verleiten. Schließlich braucht es nicht nur Fundstücke, sondern auch moderne Konzepte, um Menschen in Museen zu locken.

Starten sie gut in die neue Woche!

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