Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über erleuchtete Männer und fromme Frauen, Stadtführungen und Orte, an denen wir uns weniger gern aufhalten.

Klöster gehörten im Mittelalter zum städtischen Leben. Das Ordenskleid wurde von jedem in der Stadt erkannt und jeder konnte die Kutte einem Orden zuordnen. Manche Orden prägtendie Wissenschaft und das geistige Leben andere kümmerten sich um soziale Bedingungen und Wohlfahrt in der Stadt.

Die Klöster waren Wirtschaftsfaktor und in jedem Fall vielfältig mit adeligen, patrizischen und auch bürgerlichen Familien eng verbunden. In Konstanz gab es Klöstern der Benediktiner, Dominikaner, Franziskaner und Augustiner-Eremiten und weitere Klostergemeinschaften, Stifte und Stadthöfe auswärtiger Klöster.

Wer ein bisschen mehr wissen möchte, könnte am Sonntagnachmittag einen Spaziergang zurück in die Vergangenheit machen. Die Führung im Rosgartenmuseum am Sonntag, 16. September um 14 Uhr mit der Historikerin Gudrun Schnekenburger soll einen Überblick geben über klösterliches Leben in der mittelalterlichen Stadt geben und sie will auch einige Relikte im Museum zeigen. Der Eintritt kostet drei Euro.

Kommen wir zu Orten, an denen wir uns nicht sehr gern aufhalten. Gemeint sind Parkhäuser. Neulich mussten wir in einem Parkhaus wieder bis hinauf in die siebte oder achte Etage kurven, da wir keine passende, freie Parkbucht mehr gefunden haben. Nicht besetzt gewesen wären auf den unteren Decks zwar noch wenige Stellplätze. Zwischen zwei Geländelimousinen rechts und links wäre es aber „gefühlt“ selbst für unser Mittelklasseauto zu eng geworden.

Das Problem ist, dass Kleinwagen und Mittel- und Kompaktklasseautos in den vergangenen gut zehn Jahren nicht nur länger geworden sind, sondern im Durchschnitt auch um 15 Zentimeter breiter. Die Anzahl der sogenannten SUV’s ist ebenfalls gewachsen. Die meisten Parkboxen sind weiterhin nur 2,20 oder 2,30 Meter breit. Ein 1,58 Meter breiter VW-Käfer passte noch problemlos in eine solche Lücke. Mit einem knapp zwei Meter breiten Großraumauto wird es aber eng, wenn die Mitfahrer womöglich auch noch aussteigen wollen.

Sprechen wir nun noch über Stadtführungen. In Konstanz gibt es regelmäßig Stadtführungen auf den Spuren der Bodensee-„Tatort“-Kommissarin Klara Blum oder auch mit der Wanderhure oder dem Nachtwächter. Der Konstanzer Akzent-Verlag ist nun, gar nicht verschlafen, auf die Idee gekommen, Stadtführungen mit Stadtführungen, sprich mit Oberbürgermeistern, anzubieten.

Wir sind fast ein bisschen neidisch, dass wir diese Idee nicht selbst hatten. Eine Stadtführung mit dem Konstanzer OB auf unserem Blog, das wäre doch etwas. In Überlingen hat es eine solche Stadtführung gegeben. Erschienen ist sie im Magazin „akzent„. So wie es aussieht, ist die Stadtführung in der Stadt selbst aber nicht besonders gut angekommen. Empört haben sich einerseits Besitzer von Einzelhandelsgeschäften und Dienstleister, die im Reisebericht nicht vorkommen sind, weil sie für die PR-Aktion kein Geld ausgegeben wollten, und  andererseits besonders laut die Heimatzeitung, die wiederum selbst anscheinend  nicht auf die Idee mit Stadtführungen mit Stadtführungen gekommen ist. In einem Lokalzeitungsbericht wird die Überlinger OB jetzt in einem Atemzug mit Wulff und Möllemann genannt.

Auch heute Morgen kommen wir wieder einmal zum Schluss, dass das Leben nicht besonders fair ist.

Starten Sie gut  ins Wochenende. Wenn Sie einen Thriller brauchen, könnten Sie morgen übrigens auch auf dem Bücherflohmarkt beim Konstanzer Münster vorbei schauen.

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. eikju
    14. September 2012 at 11:52 #

    personenkult in überlingen ? schon vor 2000 jahren hieß es : wer
    zu hoch hinaus will, kann sehr tief fallen ! oft ist dabei allerdings auch fehlendes „feeling“ und ungeschick mit im spiele.
    übrigens — auch denkmäler brauchen ein gutes fundament !

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.