Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über Politik, Reisen nach Stuttgart und Radfahrer. Streng genommen halten wir es für wahrscheinlicher demnächst in Konstanz mit einem Radfahrer zu kollidieren als mit dem Zug im Stuttgarter Hauptbahnhof zu verunglücken.

Das hat damit zu tun, dass wir gar nicht in einem im Stuttgarter Hauptbahnhof entgleisenden Zug sitzen können, da wir wegen der unattraktiven Reisezeiten sowieso nicht mit dem Zug von Konstanz nach Stuttgart fahren.

Dass der Verkehrsclub Deutschland (VCD) an der Sicherheit des Stuttgarter Hauptbahnhofs zweifelt, haben wir heute gehört, als wir in Konstanz gerade mit dem Auto von der Brauneggerstraße kommend durch die Wallgutstraße gefahren sind, um nach rechts in die  Schottenstraße abzubiegen, wo wir auf einen Anwohnerparkplatz hofften.

In diesem Moment, als wir, wie es im Polizeijargon heißt, gerade verkehrsbedingt stoppen mussten, überholte rechts eine Radfahrerin. Das fanden wir ziemlich leichtsinnig, zumal die Radlerin noch nicht einmal einen Helm trug. Vor Schreck konnten wir nicht einmal mehr hupen.

Unser Auto hat rechts zwar einen Blinker, aber keine Augen und einen toten Winkel gibt es auch.  Gänzlich unwahrscheinlich ist es also nicht, das wir demnächst in Konstanz mit einem Radfahrer kollidieren.

Apropos kollidieren. Der SPD-Vorstand hat gestern bekanntlich Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 nominiert. Wir sind zwar nicht gefragt worden, ob wir Steinbrück gut finden, versprechen uns nun aber von dem Mann, der selbst nicht so gern mit der Holzklasse fahren und gelegentlich schon die Kavallerie in die Schweiz schicken wollte, wenigstens einen unterhaltsamen Wahlkampf.

Die Piratenpartei könne in seinen Augen keine Regierungsverantwortung übernehmen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Und dann folgte ein Satz, der uns sehr gut gefallen hat. „Ahnungslosigkeit ist auch keine politische Kunstform.“

Unsere Reiseberichte vorsetzen möchten wir nun noch schnell mit zwei Städtereisen, die für die Teilnehmer garantiert kostenfrei sind. Der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz (SPD) lädt am Mittwoch, 12. Oktober, zu einer Fahrt nach Stuttgart ein. Ziel ist der Landtag.  Auf dem Programm steht auch eine Sonderführung im Haus der Geschichte zum Thema „Politik im Medienzeitalter“. Wer mit will, kann eine Mail an info@hans-peter-storz.de schicken. Besonders eingeladen sind junge Politikinteressierte aus dem Kreis Konstanz.

Martin Hahn (Grüne), Landtagsabgeordneter des Bodenseekreises,  lädt ebenfalls politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus seinem Wahlkreis zu einem Besuch des Landtags in Stuttgart ein. Wer den Landtagsabgeordneten nach Stuttgart begleiten möchte, kann dies schon am Donnerstag, 11. Oktober, tun.  Wer mit möchte, bräuchte eine Mail an info@martin-hahn-mdl.de schicken.

Beide Abgeordnete haben übrgens bequeme Reisebusse gechartet, die nicht entgleisen können. Beinfreiheit ist wahrscheinlich auch garantiert, so dass sogar Peer Steinbrück mitfahren könnte.

Starten Sie gut in den Dienstag! 

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Hinterwäldler
    2. Oktober 2012 at 11:38 #

    Heute ist deine Kolumne auch mal wieder für mich interessant. Danke.

    Also, ich werde schon aufpassen, das ich nicht mit einer Straßenwalze kollidiere ;-) und damit die Unfallstatistik des Kreises verunziere. Es könnte aber passieren, das zukünftig der Bus Konstanz-Stuttgart am Stuttgarter Hauptbahnhof in die Baugrube fährt. Was dann? Das Thema ist noch nicht zu ende durchdacht.

    Und noch eines: Wenn Steinbrück Kanzler wird werde ich an der Brücke von Diessenhofen ein Verbotsschild mit der Aufschrift: „Keine Zufahrt für SPD-Mitglieder“ aufstellen und melde ich mich freiwillig bei der Kreuzlinger Festungsartillerie zum Rohrreinigen.

    Dann wähle ich doch lieber die Freien Wähler, auch wenn sie sich derzeit noch nicht einig sind oder die Piraten und ganz Links. In ihrem Wahlprogrammen werden sich sicher auch Themen befinden, welche sie als Erste besetzt haben.

  2. gomerabiker
    2. Oktober 2012 at 13:07 #

    Wenn man den in der Fahrschule gelernten Schulterblick anwenden würde, müsste man sich über einen toten Winkel keine Gedanken machen. Aber ist ja klar, immer die mögliche Schuld auf die Radfahrer abwälzen ist ja viel einfacher. Und wenn jemand keinen Helm tragen will, ist es seine persönliche Entscheidung. Ich trage immer einen, aber darum geht es hier nicht. Wenn die Städte endlich vernünftige Verkehrskonzepte für die moderne Mobilität verwirklichen würden, gäbe es diese Probleme erst gar nicht.
    Aber bis dahin wünsche ich allen CDU/CSU Wählern weiterhin ein schönes rücksichtsloses Leben.

    MfG Klaus Bitschnau, ehemals Radolfzell, jetzt La Gomera

    • wak
      2. Oktober 2012 at 19:22 #

      @gomerabiker Ganz schön weit weg der Anonymus. Ich fahre übrigens sehr viel mit dem Rad, aber nicht so und ich wähle rot-grün, nur mal so am Rande bemerkt. Also besser beim ADFC Städtetest mitmachen als nur pauschale Statements abzugeben.

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