Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute Morgen möchten wir uns an dieser Stelle und in gebotener Kürze mit den häufigsten Passwörtern deutscher Internetnutzer, dem Flugunfall in Konstanz, der runzeligen Papstskulptur auf dem Konstanzer Bahnhof (nicht schon wieder!), sexueller Freizügigkeit sowie einer Pressemitteilung der Piratenpartei (fast täglich!) befassen.

Mit Passwörtern ist es ja eigentlich so: Wir sollten sie öfter mal ändern, es sollten Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen darin vorkommen. Eine Studie des Hightech-Verbands Bitkom offenbarte nun aber den großen Leichtsinn deutscher Internetnutzer. Das häufigste Passwort heißt 123456. Beliebt ist auch 123456789. Auf Platz vier folgt passwort und die erste Kombination von Buchstaben und Zahlen landet auf Platz zehn. Sie geht so: abc123. Viel besser sind wir, wenigstens was private Passwörter angeht, auch nicht. Meist nutzen wir eine Kombination aus vier Zahlen und einem Substantiv. Neulich haben wir in einem sozialen Netzwerk, das nicht Facebook heißt, spontan ein anderes gewählt und uns fahrlässigerweise auch noch für einen abweichenden Nutzernamen entschieden. Prompt hatten wir keinen Zugang mehr, als wir einen Freundschaftsantrag beantworten sollten. Dort haben wir nach Wiederherstellen des Accounts nun das neue Passwort keinefreundemehr gewählt.

Noch einmal müssen wir heute, obwohl wir es nicht vor hatten, wenige Sätze über den Flugunfall in Konstanz verlieren. Wir fanden es sei ansich keine Nachricht, dass die Ursache des Absturzes (weiterhin) noch nicht fest steht. Da wir die Verunglückten nicht persönlich kannten und sie auch nicht aus der Regio Bodensee kamen, möchten wir die Frage nach der Identität der Absturzopfer, die offenbar auch See-Online Leser interessiert, der Einfachheit halber mit einem Link beantworten. Erwähnenswert finden wir aber, dass die Lokalzeitung gestern den Absturz des zweisitzigen Motorflugzeugs mit dem Zusammenstoß zwischen dem DHL-Flug 611 und der Bashkirian-Airlines-Flug 2937 über Owingen und Überlingen am Abend des 1. Juli 2002 in einem Atemzug erwähnte. Damals hatte es 71 Tote, davon 49 Kinder, gegeben. Es war eines der folgenschwersten Flugunglücke im deutschen Luftraum. Der Flugunfall in Konstanz ist mit diesem Unglück an sich nicht vergleichbar.

Kurz machen können wir heute auch unsere Berichterstattung über die Papstfigur im Konstanzer Bahnhof. Während die gedruckte Konstanzer Lokalzeitung heute noch einmal einen ausführlicheren Beitrag der Lenkschen Papstfigur und einem Papier des Künstler, das er an die TIK-Aufsichtsräte geschickt hat, widmet, haben wir es da ein bisschen einfacher. Im Großen und Ganzen steht in dem Bericht nichts anderes als das, was wir schon vor zwei Wochen geschrieben haben. Auch in diesem Fall reicht deshalb ein Link dieses Mal zum See-Online Beitrag zum Nachlesen vollkommen aus.

Somit wären wir bereits bei unserem allerletzten Thema, der sexuellen Freizügigkeit, angelangt. Es ist ja so, dass wir am Sonntag über das Tortureship auf dem Bodensee und gestern über Prostitution in Friedrichshafen berichtet hatten, worauf wir gestern, als auf dem Fernseher im Garten des Costa del Sol gerade Brasilien Chile wegputzte, gefragt wurden, ob wir keine anderen Themen mehr hätten. Ein Arzt aus unserem sozialen Umfeld wies uns noch darauf hin, dass SM in der medizinischen Fachliteratur weiterhin als Krankheit vorkomme. Die sexuelle Freizügigkeit und Toleranz sei aber insgesamt größer geworden. Darin, dass das gut so ist, war am Tisch schnell Einigkeit herzustellen. Dazu passt möglicherweise auch die Nachricht dass Johanna Sigurdardottir, die 67-jährige isländische Regierungschefin, direkt nach Inkrafttreten eines neuen Gesetzes zur Homosexuellen-Ehe ihre Lebensgefährtin heiratete und ein guter Freund im Beate Uhse Shop in Konstanz neulich zufällig zuschaute wie zwei ältere mutmaßlich über 70-jährige Damen ein Sexspielzeug erstanden haben. Wir finden: Das lässt doch auch uns Jüngere auf ein fröhliches Altenteil in einer toleranteren Zukunft hoffen.

Und jetzt noch eine kleine Klarstellung: See-Online ist nicht die Prawda der Piratenpartei. Trotzdem müssen wir heute schon wieder aus einer Pressemitteilung der Piraten zitieren. Dort heißt es: „Der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU, Peter Trapp, fordert, Einwanderungswillige im Vorfeld einem Intelligenztest zu unterziehen. Sein CSU-Kollege Markus Ferber stößt ins gleiche Horn und verweist auf Kanada, wo von Einwanderern sogar ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient erwartet wird.“ Die Piraten schreiben weiter: „In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wurde unlängst eine Studie vorgestellt, die bei konservativen Wählern eine geringere Intelligenz feststellte als bei jenen, die sich mit liberalem Gedankengut befassen. Die Erklärung dafür sei, dass Intelligenz es Menschen ermöglicht, flexibler zu denken, während eine konservative Grundhaltung – also das Festhalten am Bekannten – keine große Geistesleistung erfordert.“ Den hatten wir damals auch gelesen. Dem haben wir deswegen auch nichts hinzuzufügen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Waltraud Kässer

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