Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

So fängt also der Juli an. Deutschland hat einen neuen Bundespräsidenten, Konstanz immer noch einen Gaukler-Papst und die Wetterfrösche sagen Temperaturen bis 33 Grad voraus. Am Wochenende soll es noch heißer werden. Uns fällt dazu sofort die Band „Zweiraumwohnung“ ein und zur Einstimmung zappen wir auf „36 Grad“. Nachher schippern wir dann mit dem Katamaran zu einer Pressekonferenz nach Friedrichshafen. Das ideale Programm für einen Sommertag.

Ist der Hochsommer erst da, ist es jedes Jahr dasselbe. Radiomoderatoren reden von Ventilatoren und stellen so spannende Fragen wie: Was tut der Hase gegen Hitze? Die Antwort kennen wir noch aus dem vergangenen Jahr, als wir der Frage erstmals selbst in einem Beitrag, damals noch für ein Printmedium, nachgingen. Wussten Sie, dass des Hasen große Ohren seine Klimaanlage sind? Die Löffel des Hasen sind sehr gut durchblutet. Der Hase gibt seine Hitze einfach an die Umgebungsluft ab. Schwitzen können Hasen nämlich nicht. Je größer die Ohren, desto besser, weshalb afrikanische Hasen mit besonders großen Löffeln ausgestattet sind.

So langsam fragen wir uns übrigens, ob das ehemalige Woolworth Kaufhaus mitten in Konstanz eigentlich eine Immobilie in Premiumlage oder vielleicht doch ein Problembärchen ist? Das Wort „Zwischenmieter“ lässt uns aufhorchen. Noch immer gibt es demnach keinen Mieter, der daran interessiert ist, dauerhaft einzuziehen. Eigentümer des Hauses an der Marktstätte ist bekanntlich ein Investmentfonds. Vielleicht möchte der Fonds einfach nur zu viel Geld aus dem ehemaligen Kaufhaus in Top Lage heraus pressen.

Grummel. Grummel. Leider können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stadt Überlingen, die sich die Landesgartenschau 2020 geangelt hat, bereits Neider in der Nachbarschaft hat. Das wäre aber ein Fehler. Wir sehen das deshalb ein bisschen anders. Denn gewinnen werden alle.  Oberbürgermeisterin Sabine Becker hat uns gestern übrigens ein kurzes Update gegeben und uns darauf hingewiesen, dass es harte Arbeit gewesen sei, die Landesgartenschau nach Überlingen zu holen. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. So gesehen war es etwas voreilig zu behaupten, sie hätte bisher noch keine großen politischen Erfolge gehabt. Und so wie es aussieht wird sie noch das eine oder andere Ausrufezeichen in Überlingen setzen. Für den Bodensee sind die Aussichten also prächtig: 2014 bis 2018 Konziljubiläum in Konstanz, ein Jahr chillen und die Füße ins Wasser hängen und dann schon wieder Landesgartenschau in Überlingen.

Gestern Abend haben wir – nach dem dritten Wahlgang – noch kurz mit einem SPD-Stadtrat aus Konstanz telefoniert. Er war stinke sauer über die Linke in Berlin. Die Zeit für Rot-Rot-Grün ist noch immer nicht reif. So wie es aussieht hat der SPD-Mann, der auch schon einmal für die SPD für den Landtag kandidiert hatte und ein sehr gutes Ergebnis schaffte, auch keine Lust mehr auf Sprechblasen im Konstanzer Gemeinderat. Es sei Zeit, dass sich die SPD wieder profiliere. Apropos Bundespräsidentenwahl. Zum Glück gehörten der Bundesversammlung gestern keine Piraten an. Sonst hätte es sicher wieder geheißen, die Piraten seien schuld, dass es Wulff erst im dritten Wahlgang schaffte, so wie sie halt auch in Nordrhein-Westfalen angeblich schuld seien. Aber vielleicht wäre ja für Baden-Württemberg Rot-Grün-Pirat eine Option. Wir sind immer klar zum Ändern. Die Piraten über fünf Prozent wären 2011 journalistisch gesehen spannender als Piraten bei knapp unter drei Prozent oder so ähnlich. Vielleicht ist es uns heute aber auch einfach nur nein bisschen zu heiß...


Trinken Sie ausreichend viel und kommen Sie gut durch den Tag!

Waltraud Kässer

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