Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute Morgen haben wir erst einmal Fenster und Türen weit aufgerissen. Der Sommerregen hat die ersehnte Abkühlung gebracht, so dass wir heute Morgen ein paar vernünftige Gedanken fassen und auf die Tastatur bringen können. Streifen möchten wir die Themen Gärten, Katamaran und Internetadressen

Gärten sind für uns Städter besonders wichtig. Sie sind gut fürs Stadtklima, fressen CO2 auf und verschaffen den Menschen in Hitzesommern angenehme Abkühlung. Landschaftsgärtner haben, so wie es aussieht, momentan eine sehr konkrete Vorstellung wie in unserer verdichteten Umgebung Gärten der Zukunft aussehen könnten: Sie lassen urbane Gärten einfach an tristen aufgeheizten Fassaden in die Höhe wachsen. Der vertikale Garten sei eine neue Mode, haben wir gelesen.

Vielleicht sollten aber auch unsere in Finanznöte geratenen Städte ein bisschen umdenken und Guerilla Gärtner freudig begrüßen. Sie wissen schon, Guerilla Gärtner sind die, die Sommerblumen auf lauten Verkehrsinseln pflanzen, Sonnenblumen vor hässlichen Mauern wachsen lassen oder Lavendel auf Brachflächen setzen. Jedes öde Stückchen Erde hat das Potenzial, ein schöner Garten zu werden. Wäre vielleicht auch eine Option für die Landesgartenschau 2020 in Überlingen.

Und noch einen Vorschlag hätten wir, wenn wir gerade schon einmal dabei sind. Auch interkulturelle Gärten kosten Kommunen nur wenig. Interkulturelle Gärten funktionieren so: Migranten, die aus verschiedenen Kulturen kommen, erhalten ein Fleckchen Erde, auf dem sie anpflanzen können, was sie mögen. Gemüse, Blumen oder Kräuter könnten so auf ehemaligen Brachen sprießen. In den Gartenprojekten könnten sich Menschen mit verschiedenen ethisch-kulturelle Hintergründen, aus unterschiedlichen soziale Milieus, Lebensformen und Generationen begegnen. Beim Buddeln, Erzählen und Feiern würden die Gärtner ihre multikulturelle Stadt sehr konkret erleben und Vorurteile könnten schwinden.

Ein paar Worte verlieren müssen wir heute auch noch einmal über den Katamaran. So wie es aussieht, möchten in Konstanz die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die Freie Grüne Liste (FGL) und die Linke Liste Konstanz den Katamaran zum Kentern bringen. Nach fünf Jahren finden die Kommunalpolitiker, dass das Städtedirektschiff zu teuer ist. Das jährliche Defizit beträgt zwar 800.000 Euro, der Kostendeckungsgrad entspricht aber nach Aussage der beiden Gesellschafter, der Stadtwerke Konstanz und der Technischen Werke Friedrichshafen, in etwa dem Kostendeckungsgrad der Stadtbusse in den beiden Städten. Ein bisschen bizarr wäre die Vorstellung, dass Kommunalpolitiker eines Tages möglicherweise mit demselben Recht und derselben Argumentation fordern könnten, auch den Stadtbusverkehr in den beiden Bodensee Städten einzustellen.

Apropos Geld. Anmerken möchten wir heute ansonsten nur noch, dass die teuerste Internetadresse der Welt angeblich zum Verkauf stehen soll. In Medienberichten war die Rede davon, dass sie zwölf Millionen Dollar kosten soll. Die Domain, die zu haben ist, ist sex.com. Schon früher einmal ist die Internetadresse porn.com versteigert worden. Sex sells oder so ähnlich heißt es wohl nicht von ungefähr. Zum Vergleich: Die Domain computer.com brachte angeblich nur knapp über zwei Millionen Dollar. Ziemlich unbeliebt sind offenbar übrigens Domains mit der Endung .eu. Nicht einmal Google, das sonst fast alle Länder Kennungen wie zum Beispiel .de oder .cn besitzt, habe sich Google.eu sichern lassen. Die Endung .info gehört offenbar noch zu den „Neurungen“ – so wie bald auch .xxx. Schön , dass Sie uns, obwohl wir anscheinend so progressiv sind, heute trotzdem wieder gefunden und gelesen haben.

Einen schönen Start in die zweite Hochsommerwoche!

Waltraud Kässer

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