Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute Morgen hat uns die Müllabfuhr geweckt. Das ist aber ausnahmsweise auch gut so. Denn wir haben heute ein paar wichtige Nachrichten, die wir möglichst schnell kommunizieren möchten…

Eine gute Nachricht ist, dass der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle, so wie es aussieht, seine Domain http://www.landkreis-konstanz.de zurückbekommt. Wer bei DENIC schaute, stellt fest, dass die Internetadresse seit gestern Abend wieder dem Landkreis Konstanz gehört und nicht mehr in Besitz des „Domaingrabbers“ ist. Wer allerdings auf http://www.landkreis-konstanz.de klickte, kam zumindest noch vor ein paar Stunden trotzdem noch nicht wieder auf die Website des Kreises. Aber wenigstens landete er auch nicht mehr auf der vom „Domaingrabber“ eingestellten Site. Die Nutzer kamen bei DENIC heraus und lasen den Hinweis „Die aufgerufene Domain ist derzeit nicht erreichbar.“

Ob diese gute Nachricht von der Rückabwicklung des Domaingrabbings außer Frank Hämmerle auch seine Mitarbeiter freut, wissen wir nicht. Es ist so, dass uns gestern eine Freundin sagte, die temporäre Not-Internetadresse http://www.lrakn.de habe auch etwas Gutes. Da es keine Weiterschaltung gab, erreichten viele Mails offenbar ihre Adressaten nicht. Es sei sehr ruhig gewesen am Montag, sagte die Landratsamts-Mitarbeiterin. Wir mussten ihr allerdings versprechen, ihren Namen und auch das Amt nicht zu nennen.

Mehrere Facebook Freunde haben übrigens gestern Abend noch unseren Beitrag über den angekündigten Rücktritt der Konstanzer SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Natalie Wöllenstein kommentiert. Einer schrieb: „Das ist doch ein Scherz. Ich bin bin sprachlos.“ Bedauern ist offenbar die häufigste Reaktion auf den angekündigten Rücktritt der Rechtsreferendarin, die erklärt hat, aus persönlichen Gründen am kommenden Montag kommender Woche zurückzutreten.

Nach der Politik gibt’s nun noch ein bisschen Frühstücks-Feuilleton. Die wichtigste Nachricht hier lautet: Peter Lenk bräuchte sich keine Sorgen über den künftigen Aufenthaltsort seine Papstfigur zu machen, die er dem Vernehmen nach ja heim in seinen Künstlergarten nach Bodman holen möchte. Der österreichische Künstler und Aktionist Johan Maden schrieb am 2. Juli in einer E-Mail an den Bodmaner Bildhauer: „Dein Papst könnte, nachdem er ja in seinem Heimatland unerwünscht ist, ins Asyl nach Österreich kommen. (das Asyl wäre das Kunsthaus Weiz/Steiermark/Österreich.)“ Maden hatte sogar eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie die Papstskulptur in die Steiermark reisen könnte: „Er fährt dazu mit einem Papamobil, beschützt von 4 nackten Schweizergardistinnen nach Weiz, wo er bis zur weiteren Klärung der Causa/seinem Verbleib – im Kunsthaus Weiz Kulturasyl erhält und bewacht durch die Gardistinnen in Sicherheit ist. Bitte teile mir mit,ob Du dieser Idee etwas abgewinnen kannst.“ Peter Lenk mailte See-Online seine Überlegungen zum Vorschlag: „Viele Angebote, anbei das kurioseste, aber ich fürchte mit dem Papa und den 4 nackten Schweizergardistinnen kommen wir kaum ungeschoren durch die Steiermark bis zum Kunst Museum.“ Schau’n wir mal würde jetzt wahrscheinlich der Kaiser Franz sagen.

Und bei Kaiser Franz fällt uns selbstverständlich sofort das erste Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ein. Anpfiff ist um 20.30 Uhr in Kapstadt, wo Uruguay gegen die Niederlande gegen den Ball tritt. Das Sommermärchen geht für uns heute erst einmal entspannt weiter, bevor morgen dann wieder Jogis Jungs ran müssen. Die Strandbar bei der Hochschule am Seerhein überträgt auch die beiden Halbfinale wieder auf einer Großleinwand. Wer mag, könnte die Halbfinalspiele heute und morgen Abend übrigens auch im K9 oder im Innenhof des K9 anschauen. Wir schickten am vergangenen Wochenende übrigens einen „Tester“ vorbei, der sehr zufrieden mit dem Public Viewing im K9 gewesen ist, weil er sogar richtig etwas vom Spiel Deutschland gegen Argentinien gesehen hat, sagte er.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen heute außerdem was Stephan Russ-Mohl, Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano, kürzlich zum Thema „Paid Content“ und Onlinemedien eingefallen ist. Er sagte, die Entwöhnung vom Bezahlen berge für jeden Konzern, der eigentlich weiterhin vom Verkauf seiner Ware leben möchte, extreme Gefahren: „Was wäre wohl, wenn Coca-Cola sein Erfrischungsgetränk in Alu-Dosen verschenken würde, aber gleichzeitig die Preise für die Flaschen erhöht?“ Gefunden haben wir das Zitat übrigens im gedruckten Medienmagazin „Journalist“ in einem Beitrag mit dem Titel „Gefangen – Dilemma 2.0″.  Auch wir verschenken übrigens unsere Limo. Und Flaschen produzieren wir anders als große Verlage gar nicht. Es sollte gestern Abend aber noch schlimmer kommen: In der lauen Sommernacht sollten wir auch noch über das Thema „Wozu überhaupt noch für Journalismus bezahlen?“ und „In Blogs steht sowieso alles viel besser“ diskutieren.  Dazu nur ein Satz: Wer als Journalistin solche Freunde hat…

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Waltraud Kässer

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    6. Juli 2010 at 07:22 #

    ### Domaingrabbers

    Die Umstellung der Nameserver soll 24-48 Std. dauern, daher keine Echtzeit; das gesamte WorldWideWeb muss die neue Einstellung erst „verarbeiten“.

    Vielleicht wird der Begriff Domaingrabber etwas voreilig angewendet:
    bei einem Kleinbetrieb wurde der Hosting-Provider gewechselt, wobei man die Domain-Transfer-Anträge sparen wollte. Anstelle dessen kündigte man die Domain und wollte diese neu nach spätestens 1 Tag neu bestellen. Überraschend war, dass diese schon wieder vergeben war.
    Begründung: häufig vermitteln Provider Kündigungen direkt an Domain-Händler/-Interessierte weiter, die direkt die Domain übernehmen. Es geht dabei weniger um den spekulativen Weiterverkauf, sondern um Werbefläche für unwissende und verirrte Nachzügler bei den Surfern.

    Lösungsansatz:
    einen Domain-Provider auswählen und dort seine Domains zentral bestellen und verwalten und dort jeweils die Nameserver des entsprechenden Hosting-Providers eintragen (lassen). Bei einem Server- oder Hoster-Wechsel werden nur die beiden Nameserver-Einträge geändert; keine Anträge, keine Kündigungen, nur eine Trennung der Domains zum Hosting.
    Der Tip stammt von einem spezialisierten Kleinhoster aus dem Berner Land (CH) vor vielen Jahren, der selbst keine Domains anbietet.

  2. dk
    6. Juli 2010 at 07:31 #

    ### Peter Lenk – Asyl – Papst

    Vor Tagen gab es in der http://www.thurgauerzeitung.ch einen Kommentar (?) zum Thema, bei der die Journalistin das Thema „Asyl im TG“ wohlwollend beworben hatte. Vielleicht sollte man Kreuzlingen für die Figur ein „Vor-Verschenkungs-Recht“ gewähren (für jenseits der Kunstgrenze mit Blick auf den KNer Bahnhof): ein moderner Grenzwächter.

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