Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute Morgen ist der Ventilator erst einmal noch überflüssig. Der Meteo sagt Temperaturen bis knapp unter 30 Grad voraus. Das ist gut so. Von einem erfrischenden Bad im 26 Grad warmen Bodensee – und dem gefühlt genauso warmen Rhein bei Konstanz – wäre heute abzuraten. Die Lufttemperatur beträgt in der aufgeheizten Stadt nur um die 20 Grad. Das Wasser wäre also wärmer…

Ein Thema das Schüler, Eltern und Lehrer in vielen Städten, ganz besonders aber in Konstanz beschäftigt, ist die Schulverpflegung. Nachdem die Firma Apetito sich das Herummäkeln und Genörgel über das Essen nicht länger anhören wollte, erklärte sie den Konstanzern, dass sie lieber gar kein Essen mehr liefern möchte. Auf ein weiteres Probejahr verzichtete die Firma dankend. Ein bisschen abenteuerlich hört es sich an, dass sich jetzt die Eltern, genauer ein Verein, selbst um die Verpflegung an Konstanzer Gymnasien kümmern soll.

Dass heißt nun, wenn es klappen sollte, nicht, dass sich Mama und Papa selbst die Schürze umbinden müssen, aber organisieren könnten sie das ganze schon, meint die Stadt. Und zwar hurtig. Ob das neue Essen besser mundet, wissen wir, die wir auch nicht nur beste Erinnerungen an Mensaessen haben, nicht. Nur so viel dürfte unumstritten sein: Massenverpflegung ist keine Kochshow, bei der Sterneköche in Horden auftreten und frische, regionale und saisonale Produkte einkaufen, sie zubereiten, die Speisekarten schlechter Restaurants umschreiben und anschließend das Lob von Gästen einheimsen.

Gestern haben wir erfahren, dass die Konstanzer SPD sich von der Stadt in Sachen Grillplatz auf dem Great Lakes Gelände verschaukelt fühlt. Während der SPD Stadtrat Herbert Weber, kein Blinder unter den Räten, vergeblich nach einem Loch im Zaun ums Gelände gesucht hatte, hatte die Stadt keck behauptet es gebe ein Loch im Zaun und es sei nicht daran gedacht, dass die Jugendlichen mit ihrem Grillgut über den Zaun klettern müssten, was Weber vermutet hatte. Mittlerweile heißt die Frage nun nicht mehr: Loch oder nicht Loch, sondern seit wann Loch? Es sei nachträglich in den Zaun geschnitten worden, hieß es nach einem weiteren Ortstermin seitens der SPD. Leider mochte die SPD aber keine weitere Pressemitteilung zum Thema mehr herausgeben. Dabei wäre das Loch im Zaun doch so ein schönes Sommerloch-Thema gewesen.

Der temporäre Grillplatz kostete die Stadt 28.000 Euro. Das sind immerhin 7000 Euro weniger als vorausberechnet. Der größte Teil des Geldes wurde für den Rückbau eines Regenrückhaltebeckens und andere Sicherungsmaßnahmen verwandt, teilte die SPD mit. Es handle sich dabei in erster Linie um vorgezogene Baukosten für die Seerhein-Promenade. Diese Erklärung war nötig, da sich der eine oder andere schon ein bisschen wunderte, wie viel Geld die Stadt für zwei Grillstellen ausgibt, die nur einen Sommer lang genutzt werden können, da das Areal bereits anderweitig verplant ist.

Andererseits haben wir einen riesen Sommer. In Berliner Freibädern, in Neukölln zum Beispiel, soll es angeblich bereits zu Massenschlägereien gekommen sein. Wen wundert’s bei so viel Hitze und so wenig Platz für Badetücher? Am Bodensee ist vieles besser: In diesem Hitzesommer springen die Menschen an jedem Stückchen Ufer ins Wasser des Bodensees oder des Seerheins, um sich abzukühlen. Ganz Konstanz ist ein einziges Volksbad. Auch in Überlingen ist die Lage erfreulich: Am morgigen Mittwoch eröffnen die Überlinger im beliebten Westbad sogar einen neuen Sprungturm. Wer mag, kann sich ab morgen sogar regelrecht ins Badewasser des Überlinger Sees stürzen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Waltraud Kässer

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