Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute möchten wir mitteilen, dass die Konstanzer Seestraße unsterblich wird, daran erinnern, dass Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, von 16.30 Uhr bis 18 Uhr zum Plaudern in den Konstanzer Stadtgarten kommt, Joachim Löw Bundestrainer bleibt und eine verschwundene Schmetterlingsart, der Apollo, zurückgekehrt ist und immer weniger SMS verschickt werden…

Unsterblich werden nur Hollywood Stars und die Konstanzer Seestraße. Meisterregisseur David Cronenberg dreht in Konstanz weitere Szenen für seinen Sigmund-Freud-Film „A Dangerous Method“. Die Jugendstilfassaden in der Seestraße sind perfekt, weshalb die Seestraße kurzerhand in die Zeit um 1900 zurückversetzt worden ist. Andere hätten der Kulisse wegen vielleicht keine Straßenlaternen ausgetauscht, sondern wären nach Geiselgasteig ausgebüchst. Dort sitzt im die Bavaria Film. Das Gelände ist etwa 356.000 Quadratmeter groß.  Rainer Werner Fassbinder zum Beispiel drehte in München Berlin Alexanderplatz, eine 14-teilige Verfilmung es Romans von Alfred Döblin. Kulissen aufgebaut worden sind zum Beispiel auch für „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ oder „Das Boot“. Meisterregisseur David Cronenberg mag es aber lieber echt und dreht offenbar bevorzugt in Konstanz.

Wer Lust und Zeit hat, könnte sich heute Nachmittag ein bisschen mit Claudia Roth unterhalten – zum Beispiel über Filme, sicher auch über die Rückkehr der Schmetterlingsart Apollo oder vielleicht über Politik. Das ist aber sicher nicht das Lieblingsthema in diesem Sommer. Oder sagen wir es so: Wenn Bundestrainer Joachim Löw seinen Rücktritt erklärt hätte, was der Südbadener ja glücklicherweise nicht tat, hätte es die Menschen sicher mehr erschüttert als wenn Guido Westerwelle dasselbe getan hätte oder gar FDP Fraktionschefin Brigitte Homburger, die aber lieber die Themen innerhalb ihrer Partei neu justieren möchte, wie es heißt.

Apropos Politik: Den folgenden Absatz widmen wir heute der explizit der Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker und den Mobilfunkgegnern in der Stadt. Smartphones gehört die Zukunft, rufen wir über den See. E-Mails und Messenger-Dienste verdrängen SMS. Viele schicken längst lieber eine E-Mail von unterwegs oder schreiben etwas auf Facebook. Das berichtet das Medien-Portal Meedia.  Nur nicht in Überlingen, müssen wir leider hinzufügen. Daran ändert sich zumindest auch nichts, so lange es keine Plätze für UMTS Sendeanlage zum Beispiel für D1 in der Innenstadt gibt. Den Stick fürs Netbook könnten T-Mobile Kunden genauso gut in den Bodensee werfen. Die Flatrate zahlen wir trotzdem. Schön, dass Sabine Becker im Rathaus da oben W-LAN hat.

Mit Freude haben wir in der Folge auch über ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) berichtet, der entschieden hat, dass sie Stadt Überlingen erneut über einen Bauantrag für einen O2-Funkmast in Nussdorf entscheiden muss. Geklagt hatte O2 gegen die Stadt Überlingen, und Überlingen hat vom Verwaltungsgerichtshof eine Klatsche bekommen. Sollten die Überlinger weiter klagen wollen, statt den Sendemast zu erlauben, werden wir einmal ausrechnen wie viel Geld die Stadt für ihre Halsstarrigkeit ausgibt und dazu addieren werden wir auch gleich noch all die Kosten für die sinnlosen Flats, die solange sinnlos sind, solange es rund ums Rathaus noch nicht mal zum Twittern reicht – von größeren Datenmengen wollen wir erst gar nicht reden.

Somit wären wir heute bereits beim Allerletzten. Die Krise der Tageszeitungen schwächt sich nicht ab. Auch im zweiten Quartal 2010 verloren fast alle überregionalen und regionalen Blätter Käufer. Das berichtet ebenfalls das Medien-Portal Meedia. Für alle, die hoffen, dass Journalismus im Netz überleben kann, gibt es dagegen eine gute Nachricht. Seit die „Times“ ihre Inhalte im Netz gebührenpflichtig gemacht hat, hat sie zwar Leser verloren, aber offenbar doch nicht so viele wie befrüchtet.

Genießen Sie den hochsommerlichen Mittwoch!

Waltraud Kässer

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