Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Das Wochenende ist vorbei, das Sommersonnenwetter macht schon wieder Pause und bei allen, die keine überdachten Balkone haben, sieht es gar nicht nach Kaffeetrinen draußen aus…

Die meisten haben das Wochenende aber genossen: Die ganz Sportlichen beim Schwimme, Laufen, Inlineskaten, Mountainbik- und Rennradfahren beim Radolfzeller Megathlon, bei der Ost-West-Regatta von Bregenz nach Konstanz oder beim Langstreckenschimmen. Das hat ein Arzt gemacht, der von Lindau nach Konstanz durch den Bodensee geschwommen ist. Der Arzt brachte mehrere tausend Euro für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zusammen.

Die Fauleren haben vielleicht ein bisschen gegrillt und gechillt. Das Leben geht für alle erst einmal weiter, auch wenn wir kein Weinfestglas mit einer Abbildung des Lenkschen Papstes besitzen. Ehrlich gesagt, der Hype um den Gaukler-Papst ist auch so langsam vorbei, obwohl die Österreich-Reise der Skupltur von Bodman-Ludwigshafen über Graz nach Weiz ja noch bevorsteht.

Ansonsten haben wir auf Umwegen erfahren, wie Journalisten-Kollegen neuerdings recherchieren. Im Zeitalter von E-Mail und Web 2.0 mailt man sozusagen einen wildfremden Mitarbeiter einer Stadtverwaltung an. Dem teilt man dann mit, dass man sich zwar nicht persönlich kenne, sich aber doch einmal auf einen Kaffee treffen könnte. Bei dem Treffen könnte man dann ja auch gleich noch ein paar vertrauliche Informationen sozusagen von dem Stadtverwaltungsmitarbeiter an den Journalisten ohne Umweg über die Pressestelle bezüglich einer Dienstreise eines Dritten austauschen. Keine dumme Idee, finden wir. Blöd nur, wenn diese Mail dann weiter gemailt und weiter gemailt und noch mal weiter gemailt wird, bis praktisch die halbe Stadt weiß, an welcher Geschichte der investigativ und aufklärerisch tätige Journalist so arbeitet. Wir selbst sind da trotz unserer Affinität zu modernen Kommunikationsmitteln zum Glück eher noch ein bisschen altmodisch und suchen auch in Zeiten von E-Mail und Web 2.0 vorsichtshalber noch bevorzugt das persönliche Gespräch mit potentiellen Informanten. Wir könnten heute Morgen natürlich auch kurz an Horst Frank twittern und ihn fragen, Herr Oberbürgermeister glauben Sie noch an eine Kreislösung bei den Krankenhäusern? Was wurde noch mal in der nichtöffentlichen Sitzung dazu gesagt?

Ach ja und noch etwas haben wir gelernt heute: Wussten Sie schon, dass es nicht nur böse Hacker gibt, sondern auch „White Hats“, die nur in fremde Systeme eindringen, um Sicherheitslücken aufzudecken? Wir dachten bisher, hacken sei grundsätzlich verboten. Auch in der schönen neuen Welt der IT gibt es also offenbar die Guten und die Bösen. Einer der Guten hat in den USA vor einiger Zeit eine Frau erfunden, mit der bald mehrere Hundert Leute über Twitter und in Sozialen Netzwerken kommunizierten. Das ist dann fast wie Second Life. Es ging aber auch um echte Regierungsinformationen. Könnte uns natürlich auch passieren, dass wir einem Phantom folgen und gefakte Kurznachrichten lesen. Falls der OB zurücktwittern sollte, wären wir vorsichtig. So gesehen ist es irgendwie doch beruhigend, wenigstens ein paar Facebookfreunde und Twitterer auch persönlich zu kennen. Die Nachrichten sind dann wenigstens mit hoher Wahrscheinlichkeit echt.

Kommen Sie gut in die neue Woche!

Waltraud Kässer

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