Heinz Sielmann Stiftung stoppt Artensterben im Bodensee-Naturparadies

Minister Bonde und Inge Sielmann

Minister Bonde und Inge SielmannBodenseekreis/Kreis Konstanz. Arten sterben manchmal zunächst unbemerkt auch in der Bodenseelandschaft aus. Wer möchte, dass Vögel, Frösche und Libellen im vermeintlichen Naturparadies Bodensee überleben, muss in die Natur investieren. Das Land will auf zehn Prozent der Landesfläche Biotope realisieren. Die Heinz-Sielmann-Stiftung engagiert sich seit zehn Jahren für Biotope am westlichen Bodensee. Das sei ein Glücksfall, sagte die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker.

Sielmann Stiftung investierte

Dass der Walpertsweiler Weiher bei Überlingen den Namen Inge-Sielmann-Weiher trägt, ist kein Zufall. Die Stiftung investierte mehrere Zehntausend Euro in das 1,7 Hektar große Biotop, das die Stadt Überlingen mit Mitteln der Stiftung erworben hat. Inge Sielmann sagte, bald würde hier Obstbäume blühen, Blüten duften und Vögel zwitschern.

Weiher als Puzzleteil

Der Walpertsweiler Weiher auf Überlinger Gemarkung ist Teil des Sielmann Biotop-Verbunds mit inzwischen 24 Standorten am westlichen Bodensee. Der Weiher ist Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, darunter viele Vogelarten, deren Überleben die Biotope am westlichen Bodensee sichern. Am Samstagnachmittag vergangener Woche enthüllten der in Baden-Württemberg für Naturschutz zuständige Landwirtschaftsminister Alexander Bonde, der Mitintiator des Biotopverbunds, Prof. Dr. Peter Berthold, und Oberbürgermeisterin Sabine Becker anlässlich der Namensgebung am Weiher eine Hinweistafel.

Zukunftsaufgabe Erhalt der Biodiversität

Zur Namenstaufe des Biotops, das keine Insel ist, sondern zum Biotop-Verbund Bodensee gehört, kam der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne) gern. Landwirtschaftsminister Bonde sagte, die Erhaltung der Biodiversität und die Realisierung eines Biotopverbunds auf mindestens zehn Prozent der Landesfläche sei für die grün-rote Landesregierung ein Projekt von höchster Priorität. Bonde erklärte: „Die Natur- und Kulturlandschaft ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen.“ Das Naturerbe auch für zukünftige Generationen zu bewahren, sei eine der wichtigsten Herausforderungen. Die Folgen des Verlustes von Arten könne man nicht immer sofort sehen. Bonde weiter: „Wir haben eine moralische Verpflichtung und ein wirtschaftliches Interesse.“ Das Wissen der Natur werde in der Wissenschaft benötigt. Räumlich von einander getrennte Biotope seien für viele Arten oft zu klein. Der Minister bedankte sich auch für Unterstützung aus der Wirtschaft.

Biotop-Verbund Glücksfall für den Bodensee

Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte: „Was wäre Natur- und Landschaftsschutz in Deutschland, ja in Europa, ohne Pioniere wie Heinz Sielmann, ohne Idealisten wie Peter Berthold und ohne Initiatoren wie die Heinz Sielmann Stiftung.“ Die Projekte der Heinz Sielmann Stiftung im Biotopverbund Bodensee seien ein „Glücksfall“.

Nur ein kleiner Weiher

Das Areal des Inge-Sielmann-Weihers umfasst insgesamt 10 Hektar. Der Weiher selbst hat eine Fläche von 1,7 Hektar, davon rund ein halber Hektar ökologisch wertvolle Flachwasserzonen und drei Brutinseln. Es gibt am Gewässer Schilf und Rohrkolben. Umgeben ist der Weiher von Extensivgrünland, Magerwiesen, Streuobst und Feldgehölzen. Zwischen 1592 und 1743 war der Inge-Sielmann-Weiher ein vom Heilig-Geist-Spital in Überlingen bewirtschaftetes Gewässer. Der Weiher ist heute im Eigentum der Stadt Überlingen, die ihn bereits 2011 mit Geld der Heinz Sielmann Stiftung erworben hat. Die Stiftung gab 431.000 Euro. Der Weiher bietet Brutmöglichkeiten für Vogelarten wie Kolbenente, Zwergtaucher und Rallen. Er ist Rastgebiet, Laichgebiet für Amphibien wie Laub-, Gras- und Wasserfrosch und der Erdkröte. Schon 2012 wurden 18 Libellenarten nachgewiesen.

Artenschwund dokumentiert

Ziel ist es, den in der nördlichen Bodenseeregion in den vergangenen Jahren dokumentierten Artenschwund bei Tieren und Pflanzen zu und eine Trendwende einzuleiten. Dies geschieht in erster Linie durch die Anlage von Stillgewässern, Renaturierung von Fließgewässern, Wiedervernässung entwässerter Gebiete sowie durch Pflanzungen von Feldgehölzen und Auwäldern. Zu den bisher definierten Projektumgebungen gehören: Billafinger Tal, Salemer Tal, Seefelder Aach, Riedbachtal, Nellenbach und Eggenweiler Hof.

Hinweisschild enthüllt

Hier geht es zur Website der Heinz-Sielmann-Stiftung mit einem sehenswerten Video

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