Herbert Olschok inszeniert „Bernarda Albas Haus“ in Konstanz

Premiere am Konstanzer Stadttheater am Freitag – Eine Geschichte auch über das Matriarchat

Konstanz. Ladys und Gentlemen, kämpfen Sie noch? Herbert Olschok inszeniert am Konstanzer Stadttheater „Bernarda Albas Haus“. Das Stück erzählt die Geschichte von der Strenge und Bigotterie des Matriarchats spanischer Dörfer. Zuletzt hatte der Regisseur „Ein Inspektor kommt“ im Überlinger Sommertheater auf die Bühne gebracht.

Geschichte eines unerbittlichen Matriarchats

Nach dem Tod ihres Mannes befiehlt Bernarda Alba eine achtjährige Trauer in ihrem Haus. Eingeschlossen, ohne Kontakt zur Außenwelt „dürfen“ ihre fünf Töchter nun an ihrer Aussteuer nähen, von der sie nicht wissen, ob sie diese jemals brauchen werden: Bernarda allein entscheidet, welche Tochter wann und wen heiraten darf. In einer Atmosphäre aus Unterdrückung, Neid und Verzweiflung bespitzeln sich die Schwestern gegenseitig und machen sich das Leben noch mehr zur Hölle. Einzig Adela, die Jüngste, hat den Mut, gegen die Mutter aufzubegehren. Federico García Lorca gab seinem letzten, 1936 entstandenen Drama den Charakter eines fotografisch genauen Berichts, in dem sich die unerbittliche Strenge und Bigotterie des Matriarchats spanischer Dörfer in jeder Zeile widerspiegelt.

Regisseur inszenierte zuletzt Sommertheater-Stück

Regisseur Herbert Olschok, selbst ehemals Schauspieler am Berliner Ensemble, war früher Schauspieldirektor in Chemnitz und Dessau und inszeniert mit „Bernarda Albas Haus“ nach seiner Überlinger Sommertheaterinszenierung „Ein Inspektor kommt“ im Sommer 2010 zum zweiten Mal am Theater Konstanz. Olschok liest das letzte zu Lebzeiten des spanischen Dichters erschienene Stück als Gleichnis über den Zusammenbruch eines diktatorischen Imperiums: Bernarda Alba ist unerbittliche Alleinherrin eines Staats im Staat. Die Sehnsucht nach dem Außen bestimmt das hoffnungslose Leben ihrer Töchter in einer Welt, in der ein „No-escape-Gefühl“ vorherrscht, in der alles Neue, jede Veränderung mit aller Macht verhindert wird, in der jeder Farbtupfer schon eine Katastrophe darstellt.

Weitere Termine: 25.01., 02.02., 03.02., 05.02., 09.02., 12.02., und 19.02.2011 um 20.00 Uhr; 23.02. um 15.00 Uhr; 30.01. um 18.00 Uhr; 11.02. u. 25.02.11 um 19.30 Uhr;

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