Heute erinnert sich Konstanz an den Altstadtbrand vom 23. Dezember 2010

Wunde in der Altstadt klafft seit einem Jahr – Rohbau soll im späten Frühjahr stehen

Konstanz. Der Tag vor Heiligabend 2010 war der Tag, an dem in Konstanz ein historisches Altstadthaus bei einem verheerenden Brand in sich zusammenstürzte. Die Wunde ist noch immer sichtbar. Seit dem 23. Dezember vergangenen Jahres klafft eine Baulücke in der Konstanzer Fußgängerzone. Zwei weitere Häuser wurden bei dem Altstadtbrand vor einem Jahr schwer beschädigt. Spätestens im Frühjahr 2013 soll an der Ecke Hussenstraße und Kanzleistraße ein neues Gebäude stehen. Im Erdgeschoss wird wieder ein Schuhgeschäft einziehen.

Kette tragischer Ereignisse

Der 23. Dezember war kein Tag wie so viele andere in der Vorweihnachtszeit. Ununterbrochen waren in Konstanz Martinshörner zu hören. Am Morgen brannte es bereits lichterloh in dem Haus, in dessen Erdgeschoss sich ein Schuhladen befunden hatte. Später stürzte das Gebäude wie ein Kartenhaus ins sich zusammen. Brandgeruch lag über der Stadt. Das Haus Hussenstraße 1 in Konstanz steht seither nicht mehr. Bei dem Feuer, bei dem Millionenschaden entstand, sind zwei Hausbewohner verletzt worden. In diesem Jahr verstarb dann noch die Besitzerin des Schuhgeschäfts. Die Belastung war für sie offenbar zu groß.

Sechs Häuser während des Brandes evakuiert

Am Brandort stand den Feuerwehrleuten heute vor einem Jahr das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Seit den 60er-Jahren hatte es in der Konstanzer Altstadt keinen so verheerenden Altstadtbrand mehr gegeben. Insgesamt waren rund 300 Rettungskräfte im Einsatz, darunter auch die Feuerwehren aus Radolfzell und Kreuzlingen. Sechs historische Häuser in der Konstanzer Fußgängerzone mussten evakuiert werden. Betroffen waren die Gebäude Hussenstraße 1, 3 und 5 sowie Kanzleistraße 19, 17 und 15.

Surreales Bild in der Altstadt

In der Konstanzer Altstadt bot sich ein surreales Bild. Wo sich am Tag zuvor noch Weihnachtseinkäufer durch die Fußgängerzone schoben, herrscht am Tag vor Heiligabend gespenstische Leere. Zu sehen waren nur Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Die Polizei hatte das Areal rund um die seit Stunden brennenden Häuser weiterhin abgesperrt. Noch am Nachmittag stieg aus den Brandruinen Rauch auf. Ursache des verheerenden Feuers war, wie die Polizei erst Monate später beim Abtragen des Bauschutts ermittelte, ein Adventskranz.

Keine Normalität

An eine Rückkehr zur Normalität war in Konstanz über die gesamten Weihnachtsfeiertage 2010 nicht zu denken. Streng genommen ist sogar ein Jahr nach dem Brand noch nichts normal. Die Trümmer des Brandhauses sind abgetragen. Das lange Zeit einsturzgefährdete Nachbarhaus steht noch. „Wir sind dran“, sagte Architekt Johannes Hartwich.

Rohbau soll im Frühjahr stehen

Eine neue Bodenplatte musste eingezogen werden. Im Keller musste der Architekt die alte Substanz integrieren. Ein Baukran steht mitten in der Altstadt. Auf dem Platz vor dem Hotel Barbarossa werden demnächst temporär Materialien gelagert. Mitte April oder im Mai soll der Rohbau stehen. Ende 2012 oder spätestens im Frühjahr 2013 soll das neue Haus fertig sein. Über die Fassade sei lang diskutiert worden, sagte Hartwich. Die neue werde der alten von 2010 sehr ähneln. Dahinter wird sich aber ein Gebäude mit moderner Infrastruktur wie einem Aufzug verbergen. Ins Erdgeschoss soll wieder ein Schuhgeschäft ziehen.

Seite einem Jahr obdachlos

Auch in einem der Nachbarhäuser habe bereits Bauarbeiten begonnen. Geschäfte, die vor dem Brand in den zerstörten Gebäuden befunden hatten, sind behelfsmäßig in Containern auf dem Augustinerplatz untergebracht. Ein Imbiss eröffnete neu im Paradies.

Hier geht es zu Beiträgen, die direkt nach dem Brand erschienen sind.

http://www.aktuelles-bodensee.de/24088/nach-konstanzer-altstadtbrand-oberbuergermeister-spricht-von-grosser-tragoedie/

http://www.aktuelles-bodensee.de/24076/heiligabend-in-konstanz-zwei-haeuser-massiv-gefaehrdet/

http://www.aktuelles-bodensee.de/24028/brand-in-konstanzer-historisches-altstadthaus-eingestuerzt/

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