Heute Straßenschilder-Aktion beim Lago

„Nein zu Klein-Venedig!“ marschiert Richtung KKH Bauplatz

Konstanz (wak) Am heutigen Samstag, 6. März 2010, marschiert die Bürgerinitiative gegen das Konzert- und Kongresshaus in Richtung Bauplatz. In wenigen Stunden, um 14:30 Uhr, soll eine Straßen-Umbennenungsaktion starten.

Aktionen in der Bodanstraße und beim Lago

„Im Rahmen der Strategie der Initiative „Nein zu Klein-Venedig“, mit Fakten und Originalität zu überzeugen, folgt eine Straßen-Umbenennungsaktion“, so der Sprecher der Initiative, Günther Schäfer. Die Haupt-Zufahrtsstraßen zum geplanten Konzert- und Kongresshaus werden von den KKH-Gegnern umbenannt. „Die neuen Straßennamen werden auf die gravierenden Verkehrs- und Umweltprobleme hinweisen, die der Standort Klein-Venedig verursachen würde“, so die Initiative weiter. „Mit unserer provokanten Aktionen wollen wir Passanten zum Nachdenken und zur Diskussion mit uns anregen.“ Die Bürgerinitiative lädt alle Menschen, die sich gegen den Standort Klein-Venedig wenden wollen, zur Teilnahme an der Aktion ein. Die drei zentralen Aktionsorte werden sein: Bodanstraße / Höhe Bodanplatz, Bodanstraße / Höhe Lago, Bahnhofsvorplatz/ Höhe Bahnhofseingang.

Musiker und Band gegen das KKH

Am kommenden Samstag geben dann Konstanzer Musiker und Musikerinnen, die nein sagen zu Klein-Venedig, ein Konzert im Neuwerk. Los geht’s am 13. März, Großer Saal Neuwerk, um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mit dabei sind Mohamed Badawi, Paul Amrod, Dannenmayers Blues Band, El Fischo, Zwielichtorchester und schwestergaby. Einen Tag später, am Sonntag, 14. März, gibt Pianisten Davide Martello ein Konzert. Er spielt zwischen 15.30 Uhr und 17.30 Uhr auf Klein-Venedig bei ein Open-Air Konzert auf seinem E-Piano.

Konstanzer Konzerthausgegner schielen nach Hamburg

Ein zentrales Argument gegen das KKH, das etwa 63 Millionen Euro kosten soll, sind die Finanzen. Offenbar sorgen sich immer mehr Konstanzer um die Finanzkraft der Stadt. Mittlerweile zeigen Konstanzer KKH-Gegner gern auch nach Hamburg auf die Elbphilharmonie. Dort zeigte sich, dass die Kosten für das Prestigeprojekt immer weiter steigen. Die Fertigstellung des ambitionierten Baus könnte sich verzögern. Ursprünglich sollte die Elbphilharmonie 186 Millionen Euro kosten. Der von der Stadt getragene Anteil sollte 77 Millionen betragen. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen derzeit aber offenbar bereits bei etwa 500 Millionen Euro. Auch Konstanzer Konzerthausgegner trauen der von der Stadt proklamierten Kostensicherheit nicht. Das zeigte sich zuletzt auch wieder bei einer Aussprache bei einer Veranstaltung der KKH-Gegner im Hotel Zeppelin am vergangenen Mittwochabend. Das letzte Wort in Konstanz haben am 21. März die Bürger der Stadt. Der Bürgerentscheid soll über den Bau oder Nicht-Bau der Konstanzer Philharmonie entscheiden.

Ein Kommentar to “Heute Straßenschilder-Aktion beim Lago”

  1. Fenedig
    6. März 2010 at 17:00 #

    Wer die Hamburger Elbphilharmonie mit dem Konstanzer Projekt vergleicht, bringt da etwas ganz schön durcheinander: Das „Prestigeobjekt“ in HH bauen Herzog & DeMeuron, also „Weltarchitekten“ (u.a. Allianz Arena München, Olympiastadion „Vogelnest“ in Peking, usw.). Bereits vor Jahren wurden die Architekten mit der welthöchsten Anerkennung ausgezeichnet – dem „Pritzker Architecture Prize“. Da hätte der Konstanzer Kämmerer einiges tiefer in den Säckel greifen müssen, um die beiden Basler Architekten zu animieren und zu verpflichten (Neuester Auftrag: 175 Meter hohes Hochhaus für den Basler Pharmakonzern Roche!). Im H&DeM-Selbstverständnis bleibt die Kalkulation nach oben jeweils offen – und das sollten dann auch die Auftraggeber wissen! Dietrich/Untertrifaller, das Architekturbüro mit Hauptsitz in Vorarlberg, welches für das Konstanz Projekt zeichnet, hat in seinem Rahmen ebenso bereits ausgezeichnete (bepreiste) Erfolge erzielt, planen weniger ikonenhaft, keine „Prestigeobjekte“, aber nicht minder modern konzipierte Gebäude. Und sie bemühen sich vor allem auch hervorragend nach neuesten Erkenntnissen um die zweckmässige energetische Ausgestaltung von Häusern. Das müsste eigentlich dem Cheferklärer der KKH-Gegner, Herrn Schäfer, gefallen. Nur spring er weder darauf positiv an, noch auf die entstehenden neuen Arbeitsplätze in einer Zeit, wo diese bekanntlich nicht üppig zur Verfügung stehen, ja er sieht mit der Verwirklichung des Konzerthauses sogar einen Abbau von Stellen bei jener Institution voraus (Philharmonie), die explizit je länger umso mehr auf einen solchen Konzertsaal angewiesen ist, will das Orchester auf Dauer bestehen und das Niveau halten, beziehungsweise noch weiter steigern. Eine solch listige Nebenbemerkung muss man zuerst mal erfinden! Und mit: „Rote Karte für grünen OB“ (Flyer) kommt Politisches zum Vorschein, das man wohl lassen sollte, liegen doch farbliche Begriffsbildungen meistens im Persönlichen, wobei es ja um die Sache geht, die durchaus Kontroversen auslösen darf und soll. Dafür trägt zum Schmunzeln die Strassenschilderaktion geradezu postfasnächtliche Züge zum Thema bei!. Und im „alternativen“ Neuwerk dürfen – wie anzunehmen ist – wohl auch KKH-Befürworter vor den Boxen stehen und werden nicht gleich zur Türe verwiesen. Musik ist in der Regel verbindend und wertneutral, kann allerdings auch politisierend gepuscht werden! Die Auseinandersetzung hat schon was für sich: Sind die positiv eingestellten Bürger, die Befürworter (zusammen mit der Ratsmehrheit) vom vorliegenden KKH-Projekt überzeugt, glaubt die bunte Gegnerschar „gravierende Probleme“ an allen Ecken und Kanten zu erkennen, sehen die Stadt dem Untergang geweiht auf dem Weg zur Hölle. Doch tröstlich: Auch nach einem positiven Entscheid für ein KKH dürfte unter den drei Brücken hindurch der Rhein nach wie vor zur Nordsee fliessen und nicht zurück in die Graubündener Bergwelt. Und die Imperia wird sich so oder so weiter drehen – nur je nach dem: Weinen oder lachen.

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