Hip Hop Weltmeister Wave-Tek lebt in Konstanz

Training sonntags auf dem leeren Supermarkt-Parkplatz – Eduard Zimmer macht Wellen

Konstanz. Sein Name ist Zimmer, Eduard Zimmer. Wenn er tanzt, heißt er Wave-Tek. In Blackpool ist der Hip Hopper bei der UDO World Street Dance Championships 2011 Weltmeister geworden. Bei der USA Dance Championship in Las Vegas ist er unter den besten 16 Solotänzern gewesen. Das war die best mögliche Platzierung. Autogramme geben muss der 18-Jährige Konstanzer Neubürger aber noch nicht.

Hip Hopper sucht Ausgleich am See

Hilmar Wörnle, Chef des Stadtmarketings, hat es nebenbei erzählt. Das Stadtmarketing habe einen Weltmeister im Team. Eduard Zimmer, geboren in Kasachstan, hat gerade seine Lehre zum Bürokaufmann begonnen. Erst vor zwei drei Wochen kam er aus Ludwigsburg nach Konstanz. Er mag die Stadt und er mag den See. Im Kula und in einer Tanzschule hat er schon einmal an einem Workshop teilgenommen und Unterricht gegeben. Aktuell unterrichtet er einmal pro Woche 25 Hip Hopper im Neuwerk. „Ich hatte Lust, hier her zu kommen“, sagt der Solotänzer. Am See finde er den Ausgleich, den er brauche, so der erfolgreiche Hip Hopper.

Karriere als Profitänzer

Ein Jahr lang arbeitete er als Profitänzer. Er hatte eine eigene Tanzshow, seine Fans kennen ihn von der VIVA Comet Verleihung oder von Culcha Candela, für die er auch schon tanzte. Seine Ausbildung macht er als Absicherung für später einmal, sagt Eduard Zimmer alias Wave-Tek. Eine Woche sollte er in diesem Sommer beim Stadtmarketing Probe arbeiten. Montag bis Donnerstag war er da. Dann verabschiedete er sich nach Blackpool. Beim Hip Hop ist es so ein bisschen wie beim Boxen. Es gibt verschiedene Verbände und mehrere Weltmeister.

Weltmeister macht Wellen

Das Markenzeichen von Wave-Tek sind die Wellenbewegungen. Begabt zu sein, reiche nicht. Ausschlaggebend sei es, diszipliniert zu trainieren. „Du musst alles aufgeben und tun, um dein Ziel zu erreichen“, sagt er. Fußball und Kickboxen hatte er ausprobiert. Dann fand er heraus, dass ihm Tanzen am meisten Spaß macht, weil er beim Tanzen seine Gefühle ausdrücken kann. „Ich hatte nie einen Tanzlehrer“, sagt Wave-Tek. Er hat Videos geschaut und sich alles selbst beigebracht. Eduard Zimmer, der bis vor kurzem noch in Ludwigsburg wohnte, hat gelernt, sich selbst zu motivieren.

 Am Anfang sind Liegestützen

Er sitzt im „Schmitts“ in der Sonne und erzählt von Battles. Die Musik wird vorgegeben und die Tänzer müssen zeigen, was sie können. Bei House ist es ein bisschen härter, RnB und Soul erfordert langsamere Bewegungen und mehr Gefühl. Es kommt auf die Bewegungsabläufe an. Voraussetzung sind Kraft- und Konditionstraining. Wenn Eduard Zimmer trainiert, absolviert er eine Art Zirkeltraining, bei dem sich Liegestützen und Sprints abwechseln. Manchmal trainiert er auf dem Lidl-Parkplatz und manchmal im Keller vor einem Spiegel. Auf die Ernährung achte er dagegen nicht so sehr. „Es ist klar, dass ich vor einem Wettkampf keine Pommes esse“, sagt er. Eiweißreiche und leichte Kost sei besser.

 Wave-Tek träumt

Wave-Tek macht es vor. Eine Welle läuft durch seine Arme. Später einmal würde Wave-Tek gern einmal seine eigenen Tanzschule eröffnen. Wie lange ein Tänzer als Hip Hop Tänzer arbeiten kann? Eduard Zimmer sagt, bis 50. Poppin Pete ist sein Vorbild, der Amerikaner war der Choreograf von Michael Jackson und tanzt den perfekten Moonwalk. Als er als Profi arbeitete, trainierte Zimmer noch drei bis vier Stunden am Tag. Jetzt ist es mindestens noch eine Stunde. Er würde sehr gern mit Jugendlichen tanzen und ihnen erzählen, wie sie sich fit halten. Wave-Tek redet von sozialem Engagement und auch davon, dass er gern ein Tanzprojekt mit Jugendlichen in Afrika machen und einen Workshop anbieten würde. Er bräuchte dann aber erst einmal einen Sponsor, der Flug und Unterkunft bezahlt. Die Ideen scheinen ihm nicht auszugehen. Vorstellen könnte sich Wave-Tek auch Tanztheater unter dem Motto Hip Hop meets Classic. Er kennt da eine Pianisten, der Straßenmusik macht, den er gern einmal ansprechen möchte.

Foto: privat

Wer Wave-Tek sucht, findet ihn bei Facebook.

Hier geht es zu Videos, auf denen Wave-Tek als Solotänzer zu sehen ist.

httpv://www.youtube.com/watch?v=BFQ-fQGjRPA&feature=related

httpv://www.youtube.com/watch?v=1_2AvHEa520&feature=player_embedded#!

Ein Kommentar to “Hip Hop Weltmeister Wave-Tek lebt in Konstanz”

  1. Stadtmarketing Konstanz
    7. Oktober 2011 at 11:02 #

    Bravo, Herr Zimmer!
    Als Stadtmarketing Konstanz, wo Herr Zimmer gerade seine Ausbildung zum Bürokaufmann begonnen hat, sind wir stolz, einen Weltmeister in unseren Reihen zu haben. Und übrigens: Auch wenn natürlich seine Ausbildung absolute Priorität hat, kann er bei uns sogar sein tänzerisches Interesse miteinbringen: Das Stadtmarketing hat nämlich KonsTanzT (www.konstanzt.de) ins Leben gerufen. Unter diesem Dach möchte das Stadtmarketing und sein Förderverein zusammen mit unterschiedlichen Akteuren, Tanzschulen und Einrichtungen der Stadt die Tanzkultur in Konstanz neu beleben. Eine erste Kostprobe gab es auf der Kantinale zu sehen! Einfach mal reinschauen auf unsere Facebook-Seiten: http://www.facebook.com/konstanzt Übrigens: Am 23. Oktober, im Rahmen des Verkaufsoffenen Sonntags, wird der Konstanz-Tanz in der Innenstadt aufgeführt.

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