Hochgeschwindigkeits-„Open-Access“-Netz für Konstanz

Konstanzer Stadtwerke bauen flächendeckendes Glasfasernetz auf

Konstanz (red) Die Stadtwerke Konstanz werden bis 2011 im Industriegebiet Unterlohn in Konstanz ein modernes Glasfaserzugangsnetz aufbauen. Bei erfolgreichem Verlauf dieses Pilotprojektes wird die gesamte Stadt Konstanz schrittweise in den nächsten acht bis zwölf Jahren ein solches Hochgeschwindigkeitsnetz erhalten.

Pioniere im süddeutschen Raum

Damit ist der Konstanzer Energieversorger eines der ersten Stadtwerke im süddeutschen Raum, das ein flächendeckendes Glasfaserzugangsnetz einrichtet. Die Stadtwerke werden ein sogenanntes „Open-Access“-Netz errichten. Das heißt, dass eine Mehrfachnutzung des Netzes über vermietete Bandbreite möglich ist. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei etwa 58 Mio. Euro. „Für die Stadt Konstanz ist dieses Projekt wegweisend – in puncto Standortsicherung und Standortattraktivität“, erklärt Kuno Werner, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.

Geändertes Nutzerverhalten schafft mehr Bedarf an Bandbreite

Hochauflösendes Fernsehen, Video-on-Demand, intelligente Zähler, E-Health, E-Learning, E-Commerce – zahlreiche neue Anwendungen und ein geändertes Nutzerverhalten lassen den Bedarf an Bandbreite bei Unternehmen und in der Bevölkerung stetig wachsen. Heutige kupferbasierte DSL-Zugangsnetze werden diesen Wachstumsraten in naher Zukunft nicht mehr gerecht werden. Vorteile der Glasfaser sind: unbegrenzte symmetrische Datenübertragung und Störsicherheit. Den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen sehen die Stadtwerke Konstanz darum als bestimmendes Thema im Kommunikationsmarkt der nächsten zehn Jahre.

Industriegebiet Unterlohn ist der Pilot

Ab Frühjahr 2011 können die ersten Betriebe im Industriegebiet Unterlohn an die Datenautobahn angeschlossen werden. Das Industriegebiet Unterlohn wurde als Pilot ausgewählt, weil dort eine sehr hohe Nachfrage nach Bandbreite besteht und die verfügbare Bandbreite und Störsicherheit nicht den derzeitigen und künftigen Anforde-rungen von Unternehmen entspricht.

Unbegrenzten Nutzungsmöglichkeiten des Internets

Die Vorteile für alle Kunden, die nach und nach an das Glasfasernetz angeschlossen werden, sind nicht allein die unbegrenzten Nutzungsmöglichkeiten verschiedener Internetanwendungen, sondern auch eine Aufwertung der Immobilien und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Stadtwerke können bei diesem Projekt Synergien schöpfen. Die bestehende Infrastruktur wie Leerrohre und das Know-How im Netzbau können genutzt werden. „Für die Stadtwerke Konstanz selbst ist diese Entscheidung ein bedeutender Schritt“, sagt Kuno Werner. „Wir möchten nachhaltige Werte schaffen, die Arbeitsplätze sichern und ein weiteres wirtschaftliches Standbein aufbauen“, so der Geschäftsführer.

Foto: Peter Kirchhoff PIXELIO

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2 Kommentare to “Hochgeschwindigkeits-„Open-Access“-Netz für Konstanz”

  1. dk
    30. März 2010 at 07:56 #

    Die Zahlen der Internet-Surfer sollen auch dramatisch gestiegen sein, so dass das WWW (World wide Web) in den nächsten (10?) Jahren an die Grenzen stossen soll. Das Projekt „Kabel über den Atlantik“ stellt sich demnach auch: unabhängig von neuen ressourcen-intensiven Anwendungen.

    Unabhängig ist es eigentlich weiterhin Ziel von Entwicklern, Websites mit möglichst kurzen Ladezeiten zu erstellen, damit der User nicht „wegklickt“.

  2. dokape
    30. März 2010 at 09:07 #

    Schön. Da wird in die Zukunft gedacht.
    Ein Beispiel für andere Gemeinden, gerade in den mit DSL unterversorgten Landstrichen.
    Was jetzt aber im Artikel nicht ganz herauskommt:
    Die Stadtwerke legt die Glasfaser zwar ins Haus. Aber wer betreibt das Netz, wer bringt die Daten rein? Ja, Open-Access heißt: Mehrere Anbieter können auf der Glasfaser Leitungen mieten. Aber wie funktioniert das nun aus Sicht der Nutzer? Kann ich dann zur großen Telekom gehen und einfach Anmelden? Haben die denn dann schon die Technik zur Übergabe bereit?
    Kann ich auch bei den Stadtwerken Bandbreite und Internetzugang mieten?
    Welche Anbieter wird es dann geben? Welche Bandbreite wird zur Verfügung stehen? Welche Investitionen sind vom Hausbesitzer nötig?
    Endet die Glasfaser im Keller am Übergabepunkt oder besteht die Möglichkeit, die Glasfaser auch weiter bis in die Wohnung, evtl. sogar bis in den Router/Server/PC zu führen?

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