Hohes Quorum jagt S 21-Gegner am Bodensee Schrecken ein

Regionales Aktionsbündnis „Ja zum Ausstieg Konstanz“ – SPD und Piraten nicht dabei

Konstanz. Das regionale Aktionsbündnis „Ja zum Ausstieg Konstanz“ hat sich aufgestellt. Zusammengeschlossen haben sich B90/Die Grünen Kreisverband Konstanz, BUND, Bodensee-Schwabenstreich, Die Linke Konstanz, DGB und Freie Grüne Liste Konstanz. Sie wollen in den kommenden Wochen gemeinsam für den Ausstieg aus dem Bahnprojekt Stuttgart 21 werben. Die Piratenpartei Kreisverband Konstanz wollte sich, so Bündnis-Sprecher Daniel Eggstein, dem Bündnis nicht anschließen. Gar nicht erst gefragt worden ist auf lokaler Ebene hingegen die SPD, obwohl Teile der Basis auch in Konstanz klar für den Ausstieg aus S 21 sind.

Mobilisieren statt argumentieren

Slogans des Bündnisses sind „Ja zu Bürgerbeteiligung und mehr Demokratie!“, „Ja zu modernem Verkehr im ganzen Land!“, „Ja zum Schutz von Umwelt und Bahnhof!“ und „Ja zu Sparsamkeit und Kostenwahrheit!“. Zu bewältigen hat das Aktionsbündnis bis zum 27. November noch eine Herkulesaufgabe. Längst sind die Argumente pro und contra Stuttgart 21 ausgetauscht. Interessierte haben sich vor Monaten eine Meinung gebildet und im März 2011 die schwarz-gelbe Landesregierung abgewählt. In den kommenden Wochen bis zum ersten Advent wird es darauf ankommen, diese Wähler erneut zu mobilisieren.

Ein Drittel der Wähler muss Ja sagen

Damit in Baden-Württemberg S 21-Gegner am 27. November nicht nur die ersten Kerze auf dem Adventskranz anzünden, sondern auch darüber abstimmen, ob sie oben bleiben möchten, müssen sich die Wahlkämpfer ran halten. Sie müssen die Menschen in der Region davon überzeugen, dass es auch für die Bodensee-Region einen Unterschied macht, ob Stuttgart 21 gebaut wird oder nicht. Das hohe Quorum ist die größte Hürde. Um S 21 zu kippen, müsste landesweit mindestens ein Drittel der Stimmberechtigten gegen Stuttgart 21 stimmen. Das heißt, bei der Volksabstimmung müsste mindestens ein Drittel der Wahlberechtigten ein Kreuzchen bei Ja zum Ausstieg machen.

Stuttgarter Bahnhof ist wie ein KKH

Heruntergebrochen auf Konstanz wären das etwa 20.000 Stimmen oder etwa ähnlich viele wie beim Bürgerentscheid gegen das Konzert- und Kongresszentrum. Dass das Aktionsbündnis ähnlich wie Wähler mobilisieren kann wie die Bürgerintitiave „Nein-zu-Klein-Venedig“ dürfte schwer werden.

Real Life und Wahlkampf 2.0

Daniel Eggstein (Grüne) redet von vier Plakatmotiven und Infoständen. Dass sich bei Podiumsdiskussionen noch Unentschlossene erreichen lassen, ist vor Wahlen eher unwahrscheinlich. Zu sehen sind bei solchen Veranstaltungen meistens die selben Gesichter, die auch klar politischen Gruppen zuzuordnen sind. Auch im Internet wollen die Gegner mobilisieren.

Der Bodensee ist die „Fläche“

Die Rede ist beim Aktionsbündnis von „unterschiedlichen Modernisierungsstrategien“, viel von der „Fläche“ und von den „Kosten“. Offiziell sollen sie bei 4,5 Milliarden Euro liegen, wahrscheinlicher sind aber laut Bundesrechnungshof 5,3 Milliarden Euro. Ein Vertreter des BUND erzählt, wie viel CO2 bei den Bauarbeiten in Stuttgart womöglich in die Luft geblasen werde. Die ganze Stadt werde da umgegraben. Thema in Konstanz ist vor allem auch die Gäubahn. Weil sie zwischen Horb und Tuttlingen seit Kriegsende eingleisig ist, ist der Bodensee abgehängt. Die Fahrtzeit von Singen nach Stuttgart liegt bei zwei Stunden. Ein zweites Gleis könnte die Reisezeit auf 1.40 oder 1.45 Stunden verkürzen, heißt es. Das Aktionsbündnis sagt „könnte“. Für die S 21-Gegner steht fest, dass, wenn Stuttgart 21 kommt, kein Geld mehr für andere Bahnstrecken übrig ist – weder für die Gäubahn noch für die Südbahn und auch nicht für die Bodensee-Gürtelbahn. Um die Menschen zu gewinnen, wird es noch sehr viele solcher handfesten Argumente brauchen.

Mehr Infos gibt es auf der Website Ja-zum Ausstieg.

Foto: wak

26 Kommentare to “Hohes Quorum jagt S 21-Gegner am Bodensee Schrecken ein”

  1. Fafnir
    3. November 2011 at 21:16 #

    Immer wenn es darum geht, unser Land noch weiter in den Abgrund zu manövrieren, sind die vorneweg dabei: Grüne, BUND, Linkspartei und natürlich der DGB. Bravo.

  2. Ratzfatz
    3. November 2011 at 21:33 #

    Argumente gegen Stuttgart 21 gibt es wie Sand am Meer…

    Seit 1995 hat die Deutsche Bahn 18 Prozent aller Weichen und Kreuzungen abgebaut und 44 Prozent aller Gleise stillgelegt. Das führte dazu, dass heute weniger Züge fahren als noch vor 15 Jahren.

    Mit der Investitionsmonopolisierung schädigt Stuttgart 21 das System Bahn anstatt es zu verbessern.“ Allein in Baden-Württemberg kommen 100 längst geplante Bahnprojekte nicht in Gang, weil wegen des Prestigeprojekts in Stuttgart anderswo das Geld fehlt. Stuttgart könnte von Frankfurt 21 oder von München 21 lernen. In beiden Städten gibt es Kopfbahnhöfe wie in Stuttgart. Und in beiden Städten waren ebenfalls durchgehende Tiefbahnprojekte geplant. Doch die Verantwortlichen haben kostengünstigere Verbesserungen im Detail vorgezogen und viel Geld für andere Projekte gespart.
    Danke für euren Einsatz am See gegen das Milliardenloch!

  3. Fafnir
    4. November 2011 at 00:23 #

    Halbwahrheiten und typisches Dagegengeschwätz, gespickt mit Unfug. Wie kommen Sie darauf, daß heute weniger Züge fahren, als vor 15 Jahren? Die Personen-Verkehrsleistung der Eisenbahnen in Deutschland steigt seit 15 Jahren, der Anteil der Bahn am gesamten motorisierten Verkehr beträgt seit Jahrzehnten ungefähr 10 Prozent.

  4. Rudflodur
    4. November 2011 at 18:14 #

    Wer mit „Ja“ stimmt, stimmt dafür, dass hunderte Millionen (oder Milliarden?) ohne Gegenleistung in den Sand gesetzt und die deutliche Verbesserung des Bahnverkehrs um viele Jahre verzögert wird.
    Deshalb: Am 27.11. für Stuttgart 21 stimmen, „Nein“ ankreuzen.

  5. Inge
    4. November 2011 at 22:42 #

    So ein Quatsch!

    Wer mit Nein stimmt ist für den „Rückbau“ es Bahnknotens Stuttgart für über 4,6 MILLIARDEN. (nach oben offen, da Tunnelbau in Gipskeuper ansteht – siehe http://www.geologie21.de)

    Stuttgart 21 leistet 49 Züge in der Spitzenstunde (siehe Stresstest).
    Der bestehende Kopfbahnhof, so wie er ist, leistet 54 Züge. Hier das Gutachten: http://kopfbahnhof-21.de/index.php?id=110&tx_ttnews%5Btt_news%5D=666&tx_ttnews%5BbackPid%5D=108&cHash=547ce57d65
    Nach der Modernisierung zu K21 sogar 72 Züge / h.

    @Fafnir: Wir wollen mehr Verkehr auf die Schiene! Dazu ist S21 nicht tauglich. Es gibt keine Ausbaumöglichkeiten für die Zukunft, es ist einfach zu doof geplant.
    Bitte erst informieren – und dann “ Ja “ sagen.

  6. Wo.Becker
    5. November 2011 at 08:57 #

    Wenn wir den Bahnhof nicht bauen ( lassen ),

    so ist das Geld futsch.

    Wenn wir den Bahnhof entstehen lassen,

    so ist das Geld auch weg,

    aber wir bekommen eine Gegenleistung
    in Form von einer Immobilie

    Kein Kaufmann, der was von Geld versteht, bezahlt für Nichts.

    Wir können doch nur kein Hochdeutsch, aber doch sonst alles,

    also auch mit Geld umgehen, oder?

    Eines ist aber sicher,
    Geld wird nicht für andere Bahnprojekte frei.

    Der Bund wird sein Geld für andere Projekte verwenden und da stehen viele an, auch und vor allem außerhalb von Ba-Wü.

  7. Wo.Becker
    5. November 2011 at 09:36 #

    Wer zuspät kommt….

    Wo waren die Ablehner, als über den Bahnhof geredet wurde?

    Die Bahn habe falsch informiert oder gar nicht?

    Brauch man die Bahn, um zu wissen was so ein Bauprojekt bedeutet ?

  8. Fafnir
    5. November 2011 at 10:33 #

    Ein Zeichen, in welcher arroganten Dekadenz wir leben, ist diese ständige Ablehnerhaltung. Fett und faul sind wir geworden. Aber daß der Wohlstand, in dem wir leben von unseren Vorvätern geschaffen wurde, die statt zu zaudern einfach angepackt haben, kommt den wenigsten in den Sinn. Da wird – ganz fachmännisch – ein ganzes Projekt auf ein paar haarsträubende Argumente reduziert. Klar gibt es Unwägbarkeiten und Gefahren. Aber man kann getrost auf die (noch) vorhandene Ingenieurskunst in unserem Land vertrauen. Beispiel: Der Bau des Gotthard-Basistunnel besteht eigentlich nur aus geologischen Problemen. Aber sie werden gelöst. Wer die Haltung hat, daß das unwahrscheinlichste Szenario das wahrscheinlichste ist, lebt wohl lieber ängstlich in seiner Erdhöhle, anstatt sich ein Haus zu bauen. Ansonsten gebe ich Wo.Becker Recht. Wo waren denn die jetzt so doll bewegten und kritischen Leutchen in den letzten 15 Jahren?

  9. ratzfatz
    5. November 2011 at 10:59 #

    Stuttgart braucht definitiv keinen neuen Bahnhof für Milliarden!

    Der Kopfbahnhof wurde 2011 von der Stiftung Warentest als zweitpünktlichster Großstadtbahnhof in Deutschland ausgezeichnet.

    Ich finde es unglaublich arrogant, wie manche Leute hier reden, ohne WIRKLICH informiert zu sein.
    Wenn man schon von unseren Vorvätern spricht, sollte man vielleicht auch erwähnen: Der Kopfbahnhof steht unter Denkmalschutz (technisches Kulturdenkmal) und wurde als UNESCO Weltkulturerbe vorgeschlagen.

    Der ehemalige langjährige Bahnhofsvorsteher des Hauptbahnhofs Egon Hopfenzitz meint zu S21:
    Der unterirdische Bahnhof ist für ihn ein “reines CDU-Immobilienprojekt”, um innerstädtischen Bauraum zu gewinnen, beschlossen von einer Kleingruppe Parteifreunde, die nichts vom Bahnfahren verstehen. Außerdem zählt für sie die kulturelle Bedeutung des Stuttgarter Hauptbahnhofs als architektonisches Monument und als Wahrzeichen der Stadt so gut wie nichts.

    Also Ja sagen!
    Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

    @fafnir: Bitte erstmal nach „Gipskeuper“ googeln, oder „Staufen, Köln, Leonberg“. Und wenn man vom Gotthardtunnel spricht, muss man auch erwähnen, dass Deutschland dringendst die Rheintalstrecke ausbauen sollte, um den internationalen Verträgen nachzukommen. Dafür ist aber kein Geld da. Wer sich informiert, kann nicht mehr für S21 sein, es ist kein Fortschritt ,-)

  10. ratzfatz
    5. November 2011 at 11:07 #

    Stuttgart hat schon jetzt die höchsten Feinstaubwerte in D.
    Die größte Baustelle Europas für 15 Jahre macht noch mehr Feinstaub.

    Stuttgart 21 ist nicht barrierefrei.
    http://www.engpass21.de

    Stuttgart 21 ist ein Immobilienprojekt.
    Die freiwerdenden Gleisflächen sind ein riesiges Immobilien-Spekulationsobjekt.

    Seit Beginn der Planung gibt es Widerstand, die Bahn hatte zwischenzeitlich auch selbst S21 verworfen. Ein Bürgerbegehren wurde von OB Schuster verweigert.

  11. ratzfatz
    5. November 2011 at 13:39 #

    Noch ein Flyer mit den Argumenten für die Region Bodensee:
    http://infooffensive.de/wp-content/uploads/Bodensee_Druckerei.pdf

  12. sparring
    6. November 2011 at 00:19 #

    stuttgart 21 ist schon lange keine sachdiskussion mehr. hier ist eine ersatz-religion konstruiert worden, die die hirne vernebelt und den menschen weismachen will , daß die realisierung eines vor vielen jahren ordnungsgemäß abgeschlossenen planverfahrens plötzlich für ganz baden-württemberg – d – d a y – bedeutet. Mir scheint, einigen „politfarbigen“
    gehen die argumente aus, daher jetzt diese angst und panik.

  13. Inge
    6. November 2011 at 09:49 #

    Lieber sparring,
    Sie sind leider nicht richtig informiert, die Planfeststellung für S21 ist NICHT ordnungsgemäß abgeschlossen.
    Der Abschnitt 1.3 (Filderbereich mit Flughafenanbindung) und 1.6b (neuer Abstellbahnhof Untertürkheim) sind noch NICHT planfestgestellt. http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21#Planfeststellungsabschnitte
    Andere Teilabschnitte wurden geändert, und müssen nun neu genehmigt werden. Die Bahn hat für 5 der 6 Teilabschnitte von Stuttgart 21 noch keine Baugenehmigung! http://www.esslinger-zeitung.de/stuttgart/s21/Artikel753959.cfm
    Wie kann die Bahn Tunnelaufträge vergeben für Tunnel deren Verlauf noch gar nicht feststeht?

    Flyer zum Thema Planfeststellung: http://infooffensive.de/2011/08/was-heisst-denn-hier-genehmigt-s21-plan-und-feststellung/#Sonstiges-6

    Und es gibt schon wieder neue „Enthüllungen“ zu den Kosten:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html

    Bitte, bitte, bitte – erst informieren!

  14. NDS-Leser
    6. November 2011 at 10:16 #

    Spiegel: Oettinger hat wahre Kosten verschwiegen – Zahlen von 6,5 Mrd. sind 2009 nicht kommunizierbar!

    Das ehemalige Nachrichtenmagazin SPIEGEL ebrichtet heute:

    Schon Oettinger hat die wahren Kosten 2009 verschwiegen, weil die SPD sonst möglicherweise einen Rückzieher machen würde… Es lebe die Transparenz!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html

    Ich frage mich, wie die SPD nun aus der Nummer rauskommt? Eigentlich müßten sie ja nun gegen S21 sein. Mal schaun, ob hier Entscheidungen endlich mal wieder auf die Sachebene zurückgeführt werden.

    Schönes Wochenende
    NDS-Leser

    http://www.Nachdenkseiten.de

  15. NDS-Leser
    6. November 2011 at 10:50 #

    Frage: Wie lässt es sich erklären, dass oft intelligente Menschen sich rigoros weigern, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen? Es geht hier um die Frage, warum so viele Menschen nachprüfbare Fakten schlicht zurückweisen. In dem Video (englisch), das am Ende dieses Artikels eingesetzt ist, meldet sich eine Reihe erfahrener Psychologen zu Wort.
    Zum Artikel:
    http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/soziales/3480-warum-die-wahrheit-so-oft-zurueckgewiesen-wird.html

    > „Jeder von uns verfügt über ein mehr oder weniger abgerundetes Weltbild. Dazu zählt, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Dass Politiker demokratisch gewählt sind. Dass es die unterschiedlichsten Instanzen gibt – oder geben sollte – die über die Korrektheit jeder Abwicklung, jeder Entscheidung, jedes Vorganges wachen. Darüber hinaus gibt es eine breite Palette von Medien, die uns ständig über all das informieren, was auf die Zukunft der Welt und unser eigenes Leben Einfluss nehmen könnte.

    Und plötzlich wird von einigen Menschen behauptet, dass dieses so abgerundete System, dem wir zeitlebens unser Vertrauen geschenkt haben, zur Verfälschung der Wahrheit fähig wäre, zum Verbreiten von Lügen.

    ABLEHNUNG ist die primitivste Form der Verteidigung – Wird dieses Wertgefühl, mit dem wir aufgewachsen sind, mit dem wir bis jetzt gelebt haben, herausgefordert, so scheint es den Mechanismen in unseren Gehirnen einfacher, dieses eine Detail, auch wenn es uns schwarz auf weiß vor die Nase gehalten wird, zu ignorieren als unser gesamtes Weltbild neu zu gestalten.“ <

    Schönes Wochenende

    NDS-Leser

    http://www.Nachdenkseiten.de

  16. Fafnir
    6. November 2011 at 12:18 #

    Au man, diese „Argumente“ der Dagegenaktivisten tun ja richtig weh. Bei großen Infrastrukturvorhaben wird ein Planfeststellungsverfahren nie für alle Abschnitte und zugehörigen Projekte gleichzeitig festgestellt. Ebenso können Baugenehmigungen für alle Teile eines derartigen Bauvorhabens auch niemals gleichzeitig ausgesprochen werden. Im Übrigen sind Baugenehmigungen nicht Sache von Gottes Gnaden. Sondern sie werden ausgesprochen, wenn das Baurecht gegeben ist. (Müssen sie sogar). Da die Planungen das Baurecht sicher beachten, ist davon auszugehen, daß die Baugenehmigungen auch erteilt werden. Hier wird immer von „informieren“ gesprochen. Mit kommen die so großartige „informierten“ Leutchen vor, wie ein bunter Esoterikzirkel. Überzeugt von ihrem halbwahren Weltbild und mit einer gehörigen Portion Sendungsbewusstein. Diskussion zwecklos.

  17. eikju
    6. November 2011 at 13:11 #

    die auseinandersetzung bekommt groteske züge. man könnte die situation um stuttgart 21 schon fast mit dem explosiven Verhältnis europa zu griechenland vergleichen. auch hier bei uns wird versucht, mit einer volksabstimmung das ganze land baden-württemberg in den hickhack einiger bunter Interessengruppen einzubeziehen. wenn das nicht politik durch die hinterste kellertür ist, was dann ?
    honecker (sel.) posaunte mal : „den sozialismus in seinem lauf halten nicht ochs‘ noch esel auf“. anders ausgedrückt könnte man stattdessen auch sagen „das bahnprojekt“, — dann stimmt’s sogar.

  18. Rudflodur
    6. November 2011 at 16:56 #

    @Inge und ratzfatz: Das Thema Gipskeuper und Heilquellen hatte Stuttgart schon früher beim U-Bahn-Bau. Der ist tiefer und geht kreuz und quer durch den Talkessel. Und was ist passiert? Erst mal über die Fakten informieren. Zwischen dem Bahnhof und der Mineralwasserschicht sind noch immer 35 Meter wasserundurchlässiger Schicht.

    Ergo: Am 27.11. in großer Zahl mit „Nein“ gegen den Ausstieg und gegenleistungslose Milliardenzahlungen stimmen. Wenn die Mehrheit der Abstimmenden gegen den Ausstieg gestimmt haben, wird endlich wieder Ruhe einkehren. Egal wie das Quorum ausgeht.

  19. Inge
    6. November 2011 at 17:19 #

    Doch, es gab Probleme mit den Mineralquellen beim U-Bahn-Bau: http://www.geologie21.de/haeufige-fragen-s21.html
    Es gibt Anhydrit-Probleme beim Engelbergtunnel und neulich Häuserrisse in Leonberg auch wegen Anhydrit.
    Der tiefste Teil von S21 ist der sogenannte Nesenbachdüker. Den Auftrag für den Nesenbachdüker hat die Bahn schon lange ausgeschrieben, doch keine Firma will das bauen (und dafür haften).
    Warum ist das wohl so?

    Und Ruhe wird in Stuttgart erst wieder einkehren, wenn der MurkS21 endlich Geschichte ist.

  20. Fafnir
    6. November 2011 at 17:57 #

    Überall auf der Welt werden komplizierte Tiefbauprojekte umgesetzt. Ingenieure und Geotechniker haben schon ganz andere Herausforderungen gemeistert, als die Verlegung eines Abwaserrohres im Stuttgarter Untergrund. Aber das können Küchentischexperten und Esoteriker eben nicht verstehen. Auch scheinen komplexe Zusammenhänge gerne auf simple Aussagen reduziert werden, damit sie einem in den Kram passen. Daß keine Firma den Nesenbachdücker bauen will, weil das angeblich so kompliziert sei, gehört ins Reich der Märchen. Es ging in diesem Fall nicht um die Haftung für bautechnische Unwägbarkeiten sondern darum, Baustillstände, die sich durch Proteste ergeben, vergütet zu bekommen. Das lehnte die Bahn bisher ab. Also: Was hier immer so klug und wissend daherkommt, ist meist nur die halbe Wahrheit.

  21. Inge
    6. November 2011 at 18:01 #

    Zum Beispiel in Köln, gelle .-)

  22. Fafnir
    6. November 2011 at 21:21 #

    Soviel ich weiß, haben die da inzwischen wieder alles im Griff. Leute wie Fräulein Inge hätten nach dem ersten Autounfall auch den Bau von Autos verboten. Ob es im Irak auch Ableger der Dagegen21-Aktivisten gibt? Wohl nicht. Denn dort wissen die Leute, was gut für ihre Zukunft ist und besetzen keine Parks oder malen Transparente. Die sind noch Lichtjahre von einer grünen Dekdenz entfernt. http://www.wp-irak.de/index.php/component/content/article/121

    Überhaupt scheinen die Deutschen das einzige Volk zu sein, das lieber sein Geld in sozialen Wohltaten oder irren Subventionen verpuffen lässt, als auch nur einen Cent in die Zukunftssicherung zu stecken. Die ganze Welt lacht uns aus und zieht an uns vorüber. Wenn unsere Enkel dann dereinst nachts bei Kerzenschein in ihren Erdlöchern hocken, können sie in den Tagebüchern ihrer ängstlichen Großeltern nachlesen, wie diese mit moralischer Überlegenheit und selbstgefälliger Dekadenz das Land runiert haben.

  23. NDS-Leser
    7. November 2011 at 10:32 #

    Ba-Wü SPD @S21: Warum hält diese SPD mit blindem Eifer am Projekt?

    @Fafnir: Ihr Vergleich (Autounfall -> Autoverbot) zeigt, welcher rhetorischer Stilmittel Sie sich bedienen können, nur besser wird Ihre Argumentation dadurch nicht. Für mich gehören Sie in die Kategorie der rhetorischen Krawallmacher. Wobei es die sicher auch bei den Gegnern des Projekts gibt.

    Beide Seiten verfolgen das Ziel die gegnerische Seite von Ihrem Weltbild zu überzeugen und Unentschlossene zu beeinflussen, das wird nicht funktionieren.

    Ich jedenfalls habe mich entschieden mit JA, für das Ende von S21 zu stimmen. Meine Gründe sind kurz dargelegt die folgenden:

    1) Mangelnde Kosten-Transparenz, die Regierung Oettinger hat die SPD und die Bürger getäuscht, indem Informationen zu Kostensteigerungen vorenthalten wurden, in der Absicht die SPD & Bürger „bei der Stange“ zu halten. Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html

    2) Wenn ein Projekt S21 bis zu 35,5 % über der vereinbarten Kostenobergrenze von 4,5 Mrd taxiert wird, so sollte man über kostengünstige Alternativen die es ja gibt ( K21: http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=303 ) nachdenken.

    3) Umsatteln auf K21 und Steuergelder sparen:
    a. Beerdigungskosten von S21 -> 350 (Gutachten K21 Befürworter) – 1600 Mio. (S21 Befürworter)
    b. K21 Projektkosten sind insgesamt um ca. 75-66% günstiger als S21 Projektkosten.
    c. Bahngutachten und Zahlen sind nicht vertrauenswürdig, da wurde schon zu oft während der Planung der „kreativen Buchführung“ entlang einer politischen Tagesordnung gefolgt. Frei nach dem Motto: „Es ist sein kann, was nicht sein darf!“

    Soweit meine persönlichen Schlußfolgerungen – informieren Sie sich bitte selbst und ziehen Sie Ihre eigene liebe Leser dieses Kommentars. Ich jedenfalls glaube keiner Seite blind und nehme in jedem Fall an der Abstimmung teil, da nur so Demokratie gelebt werden kann.

    Schöne Woche
    NDS-Leser

    http://www.nachdenkseiten.de/

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=11201

  24. Winfried Kropp
    7. November 2011 at 20:59 #

    @ratzfatz #9
    Das Problem beim Ausbau der Rheintalbahn ist nicht das Geld, sondern das Baurecht. Von Offenburg bis Basel wird derzeit nur der Katzensteintunnel ausgebaut. Es gibt nur zwei weitere Abschnitte mit Baurecht. Schwierige Abschnitte sind mitten im Planungsverfahren, das noch Jahre dauern wird. Beim besten Willen lässt sich dort nicht mehr verbauen, als derzeit an Geld vorgesehen ist. (Zur Projektübersicht: http://www.rp-freiburg.de/servlet/PB/show/1157688/rpf-rheintalbahn-gesamtstrecke.pdf)

    Wer behauptet, Stuttgart 21 verzögere die Rheintalbahn, täuscht die Öffentlichkeit.

  25. Winfried Kropp
    7. November 2011 at 21:01 #

    Nachtrag: Man kann auch gegen Stuttgart 21 sein, ohne mit Fakten Fussball zu spielen. Für den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg gilt dies leider nicht.

  26. dk
    8. November 2011 at 14:48 #

    @Kropp – Rheintalbahn

    Wäre es nicht einfacher, wenn Frankreich 2 zusätzliche Gleise von Basel bis zur Grenze vor Karlsruhe baut, damit die internat. Strecke durch die Alpen benutzt werden kann?

    Schweiz drängt Deutschland zum Ausbau der Rheintalbahn (100.000 Einsprüche: Eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Europas lahmt)
    http://www.euractiv.de/infrastruktur-und-verkehr/artikel/schweiz-drangt-deutschland-zum-ausbau-der-rheintalbahn-004203

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