Hommage an Konstanzer OB Horst Frank alias „Borschti“

Süddeutsche Zeitung widmete Konstanzer Oberbürgermeister Abschiedsstory – Jeans, Sakko und „pragmatischer Weltrevolutionär“

Konstanz. Seit der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank im Oktober sagte, er werde nach 16 Jahren nicht noch einmal antreten, geht ein Raunen durch die Stadt. Die Konstanzer haben sich an Horst Frank gewöhnt. Gestern hat die Süddeutsche Zeitung dem ersten grünen Oberbürgermeister Deutschlands ein Portrait zum Abschied gewidmet. Es wurde eine Hommage.

Pragamtische Weltrevolutionär Horst Frank

Die Überschrift lautet „Der pragamtische Weltrevolutionär“ und trifft es ganz gut. Horst Frank trug Anzug und Krawatte, als er den Reporter empfing. Früher riefen ihn seine Freunde „Borschti“, hat Frank dem Reporter erzählt. Die Haare trug der OB damals noch lang. „Und er erzählt, wie er die Sache mit der Weltrevolution langsam aus den Augen verlor“, schreibt der Autor. Der OB sagte, er müsse die Wirklichkeit nehmen, die er vorfinde.

Die Jeans ausgezogen

Als er erste wenige Tage OB war und bei einem Termin eine alte Jeans trug, habe ihn eine ältere Dame höflich gefragt, ob er denn keine andere Hose hätte. Horst Frank trägt bei Terminen seither keine Jeans mehr oder wenigstens keine verwaschenen. 1996 hatten die Grünen per Zeitungsannonce nach einem Kandidaten gesucht – genauso wie sie es 2012 gerade auch wieder tun. Horst Frank meldete sich.

Horst Frank löste die Welle aus

Der Autor schreibt: „Man könnte sagen, dass Frank damals am Bodensee die grüne Welle losgetreten hat, die vergangenes Jahr in Baden-Württemberg Winfried Kretschmann ins Amt spülte.“ Zwar werden normalerweise Lawinen und keine Wellen losgetreten, ansonsten ist an dem Satz vieles richtig. In Freiburg und Tübingen folgten weitere OB’s. Horst Frank aber war der erste. Dieter Salomon und Boris Palmer kamen später.

OB war kein „Fundi“

Horst Frank hat dem Reporter auch von Auseinandersetzungen mit grünen Fundis „meinen grünen Fundis“ gesprochen. Die Rede ist vom Lago, der Einkaufsmall mit Blick auf den See. In der Süddeutschen lässt sich Horst Frank mit folgendem Satz zitieren: „Mir ist doch lieber, die Leute kommen mit dem Auto, als gar nicht.“ So kennen die Konstanzer ihren pragmatischen Oberbürgermeister. Was denn eigentlich grün an ihm sei? Wenn man die Konstanzer frage, sagten sie, der OB fahre viel Rad, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Farbe grün

Der Reporter begleitete den OB zu einem Solarunternehmen, wo der grüne Umweltminister Franz Untersteller eine Rede hielt. Viel ist passiert, seit Horst Frank nicht mehr „Borschti“ heißt, seit er nicht mehr an Sitzblockaden teilnimmt und seine verwaschenen Jeans ausgezogen hat. Die Konstanzer werden ihn am Ende des Sommers mutmaßlich vermissen.

Ein Kommentar to “Hommage an Konstanzer OB Horst Frank alias „Borschti“”

  1. Fritz
    29. Februar 2012 at 21:19 #

    Was an diesem Mann ist grün? Und wenn der grün ist, was ist tatsächlich die Substanz der Grünen? Von einer guten Zeitung wie der Süddeutschen erwartet man den Blick hinter die Kulissen und da ist der gute Herr Frank nicht wirklich gut gelitten. Man hört wenig gutes und sich wie die altvorderen ruhig einzurichten und nur dadurch zu glänzen, dass die anderen bass erstaunt sind wie wenig er so ist wie man befürchtet hat? Fürchten muss man sich vor so einem nicht, der soviel institutionalisierte Ungerechtigkeit wie wenige zugelassen hat. Sich nicht verhalten hat. Man kann ja schlimmes bewirken indem man etwas tut, oft – und das wissen wir aus der deutschen Geschichte – aber bewirkt man noch schlimmeres, indem man einfach nichts tut.

    Und so was nennt man „Weltrevolutionär?“ Na, dann willkommen im Club, Herr Dr. Frank!

    Und: Besserung ist nicht in Sicht! Wieder soll es eine Zeitungsanonnce richten.

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