Hospiz Konstanz e.V. präsentiert Ausstellungsprojekt über das Sterben: Noch mal Leben vor dem Tod

Noch mal leben - life before deathKonstanz. Gerade erst hat die Süddeutsche Zeitung festgestellt, dass aktuell auffällig viele Bücher in der deutschen Gegenwartsliteratur vom Sterben und vom Tod handeln. Jetzt erreicht das Thema auch noch den Konstanzer BildungsTURM. Anlass: Der Hospiz Konstanz e.V. feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und präsentiert anlässlich des Jubiläums in Kooperation mit dem Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft das Ausstellungsprojekt „Noch mal Leben vor dem Tod“ von dem Fotografen Walter Schels und der Journalistin Beate Lakotta. Die vielfach preisgekrönte Dokumentation über das Sterben ist vom 4. Mai bis 23. Juni 2013 im BildungsTURM des Kulturzentrums am Münster zu sehen.

Hospiz Konstanz e.V. seit 1993

1993 als kleine Initiative mit großen Zielen gegründet feiert Hospiz Konstanz e.V. in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums präsentiert der Verein in Kooperation mit dem Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft das vielfach preisgekrönte Ausstellungsprojekt „Noch mal Leben vor dem Tod“ von Walter Schels und Beate Lakotta. Begleitet von einem vielschichtigen Programm ist die bewegende Dokumentation über das Sterben vom 4. Mai bis 23. Juni 2013 im BildungsTURM des Kulturzentrums am Münster zu sehen.

 Sterben aus Tabuzone holen

Kaum etwas bewegt uns so sehr wie die Begegnung mit dem Tod. Doch kaum etwas geschieht heute so verborgen wie das Sterben. Herausgelöst aus Familienleben und Alltag gehört es zu den letzten Tabus in unserer Gesellschaft, heißt es in einer Medienmitteilung. Gelegenheiten, etwas über das Sterben zu erfahren, seien selten geworden, glaubt der Verein. Deswegen hat es sich der Konstanzer Hospizverein – neben der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen – zur Aufgabe gemacht, die Themen „Abschied“, „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ aus ebendieser gesellschaftlichen Tabuzone zu holen. Mit der Ausstellung will der Verein dazu einladen, sich mit dem Gedanken an die eigene Endlichkeit und die seiner Nächsten zu beschäftigen.

Ein Ausstellungsprojekt über das Sterben

Für das Ausstellungsprojekt „Noch mal Leben vor dem Tod“ baten der Fotograf Walter Schels und die Journalistin Beate Lakotta unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Porträts in Bild und Wort von Menschen, die ihrem Tod sehr nahe sind. Großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen die Sterbenden kurze Zeit vor und unmittelbar nach ihrem Tod. In Texttafeln berichtet die Ausstellung von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Porträtierten und lässt sie noch einmal zu Wort kommen.

Doku entstand in Hospizen

Die meisten von ihnen haben ihre letzte Zeit in einem Hospiz verbracht. Hospize sind Lebensorte für Sterbende. Sie bieten Schwerstkranken die Möglichkeit, ihr Lebensende so schmerzfrei und bewusst wie möglich zu verbringen. Wer hier einzieht weiß, dass er nicht in seine Wohnung zurückkehren wird. Er weiß, dass er Abschied nehmen muss und dass er nicht mehr viel Zeit hat, seine persönlichen Dinge zu regeln. Nur eine kurze Spanne bleibt, um Bilanz zu ziehen, Frieden mit sich und anderen zu machen, sich mit dem Tod zu befassen und mit der Frage nach dem Danach. Und doch ist hier kaum ein Mensch ohne Hoffnung: auf einige Tage mehr, auf ein Sterben in Würde oder darauf, dass der Tod nicht das Ende von allem sein möge.

Ein Jahr Arbeit

Über ein Jahr arbeiteten Walter Schels und Beate Lakotta für diese Ausstellung in der dichten, auf das Wesentliche konzentrierten Atmosphäre der Hospize. Alle Porträtierten waren mit der Veröffentlichung einverstanden.

Poetry-Slam und  Chanson-Abend

Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm, das sich aus unterschiedlichen Perspektiven und in mannigfacher Art mit dem vielgesichtigen Thema auseinander setzt. Vorträge, Podiumsdiskussionen und Informationsabende beleuchten ethische, rechtliche und kulturelle Aspekte von Tod und Trauer. In einer multimedialen Präsentation und einem wettbewerbsfreien Poetry-Slam wagt die jüngere Generation einen Blick auf das Sterben, während Lesungen und ein Chanson-Abend sich von lyrischer Seite nähern. In den Ausstellungsräumen selbst finden neben regelmäßigen Führungen Gesprächskreise, Meditationen und Tanzinterpretationen statt. Audiostationen mit Ausschnitten aus dem begleitenden Hörbuch zur Ausstellung bieten einen weiteren Zugang.

Programm und weitere Infos

Das komplette Programm und Informationen zur Ausstellung bündelt ein umfangreicher Flyer, der zeitnah zur Ausstellung ausliegt und unter www.hospiz-konstanz.de heruntergeladen werden kann. Weitere Informationen: Hospiz Konstanz e.V, Talgartenstraße 4, 78462 Konstanz, Tel. 07531 691 38-0.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Noch mal Leben vor dem Tod – Ein Ausstellungsprojekt über das Sterben, 4. Mai – 23. Juni 2013, Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-17 Uhr, Einritt: Erwachsene 3 €, Schüler/Studenten 2 €.

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