HSG-Sponsor: Sport-Sponsoring ist knallhartes Business

Sport, Spitzenleistungen und Sponsoren – Sport-Talk im Rückspiegel

Konstanz. Auch Sport-Sponsoren haben nichts zu verschenken. Am Ende geht es  bei Sponsoren nur ums Marken-Image und ums Verkaufen. Das sagte unlängst Dominik Thomas von Pasta Premium, einem Sponsor des Konstanzer Handball Drittligisten HSG, bei einer Sport-Talkrunde in der Schänzlehalle.

Nichts geht mehr ohne Sponsoren

Sie sitzen alle im selben Boot: Ausstellungsmacher, Kulturveranstalter, auch Sportclubs und neuerdings sogar Journalisten, die kostenlose Internetzeitungen wie die Kontextwochenzeitung ins Netz stellen. Ohne Geld von Sponsoren – oder eben Gönnern – geht nichts. Am Ende beißt sich die Katze in den Schwanz: Ohne professionellen Auftritt gibt es kein Geld für Events und ohne Geld gäbe es viele professionell aussehende Veranstaltungen gar nicht. Wer es nicht glaubt, könnte sich zum Beispiel mit dem Konstanzer Museumsleiter Tobias Engelsing unterhalten oder auch mit Jürgen Glassner vom HSG Förderverein. Sein Job ist es, Geld zu beschaffen. Er tut es ehrenamtlich.

Sport-Gespräch mit Sponsor

Am liebsten wäre es Jürgen Glassner unlängst beim 30-jährigen HSG-Jubiläum und letzten Heimspiel sicher gewesen, wenn der Andrang in der Schänzlehalle gewaltig gewesen wäre. Immerhin war auch ein Sponsor gekommen. Die HSG hatte an dem Samstagnachmittag vor dem Spiel zu einem Sportgespräch eingeladen. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz und früherer Handball-Regionaligaspieler, Elson Kabashi, mehrfacher Karate-Weltmeister aus Kreuzlingen, Dominik Thomas vom Schweizer HSG-Sponsor Pasta Premium und Peter Leutwyler von den Kadetten Schaffhausen diskutierten über Sport und seine Finanzierung.

David und Goliath

Zum Vergleich: Die HSG Konstanz musste zuletzt mit einem Etat von 350.000 Euro klar kommen. Die Kadetten Schaffhausen hatten ein Budget von zweieinhalb Millionen Schweizer Franken. Viel ist aber auch das nicht: Die Schweizer haben es im internationalen Geschäft mit Mannschaften zu tun, die etwa sechs bis zehn Millionen Euro zur Verfügung haben. Das sagt Peter Leutwyler. Es ist, als ob der SC Freiburg gegen Real Madrid antreten würde. Die Konstanzer wären dann vielleicht der KSC.

Emotionen sind Muss

Peter Leutwyler weiß: „Sportsponsoring ist ein emotionales Geschäft.“ Die Firmen investierten, weil sie ihren Mitarbeitern und Kunden Emotionalität bieten könnten. Es brauche Events. Auch Dominik Thomas sieht das mit den Events so wie Leutwyler. Er sagt, es gehe ganz klar ums Verkaufen. Von der HSG wünscht sich der Schweizer-Pasta-Unternehmer, dass die HSG noch mehr auf die Bedürfnisse des Sponsors eingehe.

Handball bringt Pasta in den Südwesten

Er erhoffe sich, Pasta Premium mit Hilfe der HSG noch besser im süddeutschen Raum vermarkten zu können. Ami passe zur Region. In Sport investieren Unternehmen nicht aus Sympathie, sondern aus denselben Motiven wie sie es in Fernseh-oder Radiowerbung tun. Pasta Premium leistet sich sogar eine eigene Beachvolleyball-Profimannschaft. Die HSG hat Glück: Sport-Sponsoring funktioniere nur langfristig. Deswegen wird Pasta Premium voraussichtlich auch in der kommenden Saison den Drittligisten unterstützen.

Partnerhochschule des Spitzensports

Mit Geld kann die Universität den Handballern nicht helfen. Die Konstanzer Uni ist aber wie Ulrich Rüdiger sagt, Partnerhochschule des Spitzensports. Spitzensportler zahlten seit der Einführung keine Studiengebühren, sie werden bei der Vergabe von Wohnheimplätzen bevorzugt und können ein Teilzeitstudium absolvieren. Kooperationen mit der HSG seien denkbar.

Die Sache mit der Katze und dem Schwanz

In der kommenden Saison dürfte die HSG vor der Frage stehen wie sie die Marke HSG noch besser vermarkten kann und wie sie Heimspiele noch mehr zum Event macht. Der Drittligist braucht noch mehr Fans und ein noch besseres Image, um die Erwartungen der Sponsoren zu erfüllen. Vieles könnte sich Jürgen Glassner vermutlich vorstellen, doch dazu braucht es Geld. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Foto: wak

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.