IG Metall: Abfindungen für Arbeiter der Bodan-Werft gefährdet

Verhandlungen über Sozialplan für Bodan-Werft-Mitarbeiter – IG Metall bangt um Zahlungen an entlassene Werftarbeiter

Bodenseekreis. Die Lilo Rademacher, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, ist empört. Sie glaubt nicht, dass die Mitarbeiter der Bodan-Werft in Kressbronn sicher mit einer Abfindung rechnen können. Am Dienstag hatten IG Metall und Arbeitgeber erneut verhandelt.

Sozialplan von IG Metall ausgearbeitet

Die Vertreter des Betriebsrates und der IG Metall, so stellte Rademacher fest, hätten ihre Hausaufgaben gemacht und einen konkreten schriftlichen Sozialplan mit Abfindungszahlungen für die einzelnen Beschäftigten, die von der Schließung betroffen sind, vorgelegt und auch konkrete Berechnungen über die Kosten einer sogenannten Transfergesellschaft (Beschäftigungsgesellschaft) aufgestellt.

1,86 Millionen Euro veranschlagt

Somit könne das Volumen für Sozialplanabfindungen und Kosten für Transfergesellschaft konkret auf 1,86 Millionen Euro beziffert werden. Doch der Rechtsanwalt des Arbeitgebers habe sich außer Stande gesehen, eine Zusicherung für die Zahlung des Sozialplanes in Form einer Bankbürgschaft gegenüber den Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn die Werft ihre Aktivitäten einstellt, zu geben.

Noch nie da gewesene Vorkommnisse

„Noch nie, so Lilo Rademacher, habe sie in Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan, so etwas erlebt“. Wenn Abfindungen ausgehandelt werden, so sei es üblich, würden sie mit Ausscheiden aus dem Betrieb bzw. mit Übergang in die Transfergesellschaft gezahlt. Doch offensichtlich ist dies bei der Bodan-Wert anders. Sie möchte Abfindungen erst zum Ende des Jahres 2011 zahlen, obwohl der Betrieb schon zum 30. April 2011 geschlossen werden soll und ist aber nicht bereit, per Bankbürgschaft den Beschäftigten die Sicherheit zu geben, dass sie ihre Abfindungen dann auch bekommen.

IG Metall: Ohne Bankbürgschaft keine Garantie

Ohne Zusicherung einer Bankbürgschaft bedeute dies für alle Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, dass sie zum Ende des Jahres „in die Röhre“ gucken. Der Werft-Besitzer wolle an den Grundstücken verdienen und die Beschäftigten sollen leer ausgehen, behauptet die IG Metall.

IG Metall hofft auf Kommunalpolitiker

Lilo Rademacher forderte den Kressbronner Gemeinderat auf, Widerstand gegen das Projekt der Bebauung zu leisten, um damit die Voraussetzungen zu schaffen, dass endlich „Licht ins Dunkel“ der Aktivitäten des Werft-Besitzers und dem Bürgermeister Weiß gebracht werde. So formuliert es Lilo Rademacher.

Bürgermeister Weiß im Zwielicht

In besseren Zeiten hatte die Kressbronner Bodan-Werft Bodensee-Schiffe gebaut, darunter auch die „Sonnenkönigin“. Doch dann entschloss sich der Werft-Besitzer offenbar, lieber die Immobilie zu veräußern und eine Marina zu bauen. Dazu musste der Kressbronner Gemeinderat den Bebauungsplan ändern, was er auch getan hat. Bürgermeister Edwin Weiß geriet ins Zweilicht. Ihm wird vorgeworfen, die Vernichtung von Arbeitsplätzen wissentlich in Kauf genommen und nichts dagegen getan zu haben.

Foto: wak

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