In Konstanz geht's um die Bratwurst

Entscheidung über Grillplatz für Jugendliche fällt nach Sommerpause

Konstanz (wak) Sie sind jung, sie sind manchmal laut, sie wollen an den See und die Stadt Konstanz hat ihnen eine Grillstelle versprochen. In diesem Sommer dürfen Konstanzer Jugendliche mit Erlaubnis der Stadt auf dem ehemaligen Great Lakes Gelände direkt am Seerhein grillen. Im kommenden Sommer aber wird es den frei zugänglichen Platz nicht mehr geben. Die SPD könnte sich eine neue Grillstelle auf Klein-Venedig vorstellen. Die Entscheidung fällt nach der Sommerpause.

Alternative Freizeitgelände Klein-Venedig

Die SPD machte einen ersten Vorstoß. Das Gelände Klein-Venedig scheint ideal zu sein. Es ist weitläufig und weit genug von Wohngebieten entfernt, um Konflikte zwischen Anwohnern und Feiernden, wie sie zum Beispiel im Herosé-Park immer wieder vorkommen, auszuschließen. Ginge es nach der SPD, würde Klein-Venedig ein Freizeitgelände mit Badeplatz.

Testphase mit mobilem Grill

So weit ist es in Konstanz aber noch nicht. Auch, wenn Klein-Venedig beliebt ist. Bis zu 50 Jugendliche kamen, als die Jugendarbeit einen mobilen Griff aufbaute. Wegen der vielen Regentage passierte es aber seltener als geplant. Außerdem brachten die städtischen Jugendarbeiter auch gleich noch ein paar Loungemöbel mit und befragten die Jugendlichen, die kamen. Die Jugendarbeit wollte wissen, was sich die Jugendlichen wünschen. Klar ist seither, dass es mit dem Grillen und Chillen und einer mobilen Grillstelle weiter gehen soll.

Fester Grillplatz

Weniger klar ist dagegen derzeit noch, wo es einen festen Grillplatz gibt. Intern werde gerade nach Flächen gesucht und geprüft, welche Alternativen es gibt. Das sagte der Sprecher der Stadt, Walter Rügert. Nach der Sommerpause werde eine Entscheidung fallen. Die Stadt werde etwas passendes finden. Unklar sein dürfte auch, ob der mobile Grill mit Chillen in Loungeatmosphäre die Jugendlichen begeistert, die gern eine Grillstelle hätten, an der sie ungestört feiern können, und die sich in Konstanz einen selbstverwalteten Treffpunkt wünschen.

Foto: Dieter Schütz PIXELIO www.pixelio.de

2 Kommentare to “In Konstanz geht's um die Bratwurst”

  1. dk
    11. August 2010 at 15:53 #

    Als Browser-Test wurde zufällig konstanz.de aufgerufen, aber noch nachdenklicher machte hier ein etwas älterer Artikel, in der die Stadt TV-Ratgebern („Schuldner-Beratung“) Konkurrenz macht:

    http://www.konstanz.de/rathaus/medienportal/mitteilungen/01610/index.html?lang=de

    Im 2.Abs (direkt nach Fettschrift) erstaunt den Leser:

    „…Stellen Sie sich vor, Sie verfügen jahrelang über ein recht gutes Einkommen doch dann brechen Ihnen plötzlich 30 Prozent davon weg. Was tun Sie in solch einer Situation? Zunächst treten Sie natürlich auf die Ausgabenbremse:…“

    Es ist eingefallen, wie man vor einigen Tagen bei Wikipedia das Stichwort „HartzIV“ durchgelesen hat, um zu erfahren, wann die Sektkorken zum 10-jährigen Jubliäm knallen: nach meiner Rechnung sogar noch vor dem Eigenfest der „Kongress- und Konzilstadt Konstanz“.

    Es irritiert etwas, wenn man die Erwartung zwischen den Zeilen lesen kann, dass der Bürger alle Pressemitteilungen einer Stadt mit höchster Lebensqualität lesen, aber bestenfalls sämtliche Informationen zur sozialen Entwicklung meiden soll.

    Ich stelle mir gerade ganz lässig vor, dass mit einem Grill alle Probleme der Jugend bzw. mit Jugendlichen gelöst sind.

  2. Fenedig
    12. August 2010 at 14:13 #

    Regelmässiges Grillen (und Chillen) ist in Konstanz „riechbar“ nicht sehr verbreitet: Das betrifft doch eher die Eidgenossen – wohl bereits seit 1291, oder die Laubenpieper in Berlin spätestens seit Moritz Schreber. Bei mir nebenan, auf einem Kinderspielplatzgelände, wird übrigens auch ab und zu (abends) gegrillt – lautlos (bis hin zur Wasserpfeiffe). Vielleicht nicht ganz ideal, aber bis jetzt ist das einfach so und die Örtlichkeit wird sauber verlassen. Klein Venedig nun ist für eine „jugendliche Selbstverwaltung“ höchst ungeeignet. Jugend amüsiert sich gerne mehr oder weniger nichtöffentlich. Das Auffüllgelände steht jedoch nach wie vor im öffentlichen Interesse und ist „zu höheren Weihen“ sinnvoller zu urbanisieren. Konstanz hat ein grosses Wasseranliegerpotential mit nach wie vor freiem Zugang und mehr oder weniger unverbautem Hintergrund, wie zum Beispiel beim bereits „begrillten/bechillten“ Ufer am Seewasserwerk. Die Stadt wird zusammen mit den Jugendlichen sicher eine Lösung finden. Es gibt schwierigere Angelegenheiten zu entscheiden, wobei innenstadtnahe Lösungen (Great Lakes war da einigermassen ideal) wohl nur mit Kompromissen zu erreichen sind.

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