In Konstanz wohnen die Menschen am liebsten

Konstanz am Bodensee lässt bei Urban Audit-Befragung viele Städte weit hinter sich

Konstanz (red) Wer hier wohnt, der weiß es: In Konstanz lebt es sich gut. Wie gut, das zeigt die neue „Koordinierte Umfrage zur Lebensqualität in deutschen Städten“ der KOSIS-Gemeinschaft Urban Audit: Bei der Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Stadt steht Konstanz noch vor Freiburg und München an erster Stelle.

Menschen in 20 Städten befragt

Der Aussage, „Sie sind zufrieden, in Konstanz zu wohnen“, stimmen 77 % der Befragten „sehr zu“ (Freiburg 75 %, München 69 %). Zählt man die Antworten derjenigen hinzu, die mit „Stimme eher zu“ antworteten, ergibt sich eine Zufriedenheit von 96 % der Befragten. Es wurden die Einwohner von 20 deutschen Städten telefonisch interviewt und über ihre Ansichten in den Bereichen der Lebensqualität, der öffentlichen Dienstleistungen und ihres Sicherheitsempfindens befragt. Angelehnt ist die repräsentative Befragung an das „Urban Audit“ Projekt des statistischen Amtes der europäischen Union, EUROSTAT, wodurch eine europaweite Vergleichbarkeit der Daten entsteht.

Hohe Sicherheit, geringe Luftverschmutzung

Die allgemeine positive Bewertung zum „Wohlfühlfaktor“ setzt sich in vielen weiteren Bereichen fort. So wird die Sicherheit in Konstanz sehr hoch eingeschätzt. Bei den zwanzig befragten Städten steht Konstanz bei der Sicherheit am Tag an erster Stelle, bei der Sicherheit in der Nacht nach München und Fürth an dritter Stelle. In Punkto Sauberkeit verzeichnet Konstanz nach München den zweiten Platz. 87% sehen Konstanz als eine saubere Stadt. Weitere wichtige Faktoren, die das Wohlfühlen in der Stadt beeinflussen, sind die Bereiche Luftverschmutzung und Lärm. Sie werden von den Befragten in Konstanz weniger als Problem gesehen. Im Vergleich der zwanzig Städte befindet sich Konstanz hier im positiven Sinne am unteren Ende der Skala. Im europäischen Vergleich sind nur Groningen (Niederlande) und Oulu (Finnland) besser platziert.

Hervorragende Integration ausländischer Konstanzer

Hervorragend sind die Werte von Konstanz bei der Integration der ausländischen Bürger. Fürth, Konstanz und Darmstadt belegen hier die vorderen Plätze. Der Aussage, „Ausländer, die in Konstanz leben, sind gut integriert“, stimmen 13 % „sehr zu“ und 55 % „eher zu“. Mit einer gesamthaften Zustimmung von 68 % belegt Konstanz in der Befragung den ersten Platz (Durchschittswert: 52 %).

Große Zufriedenheit mit der Infrastruktur

Viele positive Werte finden sich auch bei der städtischen Infrastruktur. Beim Vergleich mit Bewohnern anderer Städte zeigt sich, dass die Konstanzer überdurchschnittlich zufrieden mit der städtischen Infrastruktur sind. So ist eine hohe Zufriedenheit bei den Sportanlagen zu verzeichnen (72 %). Hier belegt Konstanz nach Freiburg, München und Bielefeld den vierten Platz. Im Bereich der öffentlichen Flächen, wie zum Beispiel Fußgängerzonen oder Plätze, liegt Konstanz mit 93% auf einer Höhe mit München und Freiburg. Mit dem „Roten Arnold“ und den anderen Nahverkehrskonzepten sind 86% der befragten Bürger/innen zufrieden, ebenso mit dem Aussehen der Konstanzer Straßen und Gebäude. 61 Prozent sind mit den Schulen zufrieden, wobei Konstanz mit diesem Ergebnis im bundesweiten Vergleich in der oberen Hälfte landet. Die Gesundheitsversorgung und die öffentlichen Grünflächen werden ebenfalls positiv bewertet. 78 % der befragten Bürger sind mit den Grünflächen sehr oder eher zufrieden. In den Vergleichsstädten macht dieser Anteil 79 % aus. Bei der Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung durch Ärzte und Krankenhäuser liegt Konstanz genau im Durchschnitt. Hier sind 88 % mit der Gesundheitsversorgung „sehr“ und „eher“ zufrieden.

Gute städtische Dienstleistungen

Gut mithalten mit den Vergleichsstädten kann Konstanz auch mit den Dienstleistungen und dem Umgang mit den Finanzen. Bei den Aussagen zur Betreuung durch die Stadtverwaltung liegen Konstanz und die vergleichbaren Städte sehr eng beieinander was den Grad der Zustimmung betrifft. Der Aussage, dass einem bei der Stadtverwaltung schnell und unkompliziert geholfen wird stimmen in Konstanz 59 % der Befragten zu, in den Vergleichsstädten sind es 55 %. Bei der Aussage, „Die Stadt geht mit ihren Mitteln verantwortungsvoll um“, liegt Konstanz mit 49 % Zustimmung über dem Durchschnitt der Vergleichsstädte (45 %).

Kritische Bewertungen bei Arbeitsplätzen und Wohnungen

Unterdurchschnittliche Werte erhält Konstanz im kulturellen Bereich. Hier sind 71 % der Befragten mit den kulturellen Einrichtungen „sehr“ oder „eher“ zufrieden. In den vergleichbaren Städten beträgt der Wert 87 %. Bei diesen Städten handelt es sich jedoch überwiegend um Großstädte wie München, Berlin, Frankfurt/M., Mannheim oder Dortmund, die schon aufgrund ihrer Größe über ein wesentlich breiteres Kulturangebot verfügen. Weitere Kritikpunkte bei den Befragten Konstanzer Bürger bilden die Stellenangebote und der freie Wohnraum. Der Aussage, „Es ist leicht, in Konstanz eine Arbeit zu finden“, stimmen etwa ein Viertel (23 %) sehr/eher zu (Vergleichsstädte: 34 %). Im Vergleich zu 2006 ist der Anteil in Konstanz allerdings gestiegen. Weiter klafft die Schere bei den Fragen zum Wohnungsmarkt auseinander. Der Aussage „Es ist leicht, in Konstanz eine gute Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden“ stimmen lediglich 6 % der Befragten sehr oder eher zu. In den Vergleichsstädten liegt dieser Wert mit 37 % deutlich höher. Konstanz bewegt sich hier im unteren Bereich mit Städten wie Freiburg, Stuttgart und München. Die große Nachfrage nach Wohnungen ist auch eine Folge der hohen Attraktivität dieser Städte. Konstanz begegnet der Nachfrage mit neuer Wohnbebauung und einem Wohnförderprogramm für Familien. Insgesamt gesehen zeigt die Studie deutlich, dass die Konstanzer/innen in vielen Punkten sehr positiv über die Stadt denken und mit ihr sehr zufrieden sind. Konstanz braucht den Vergleich mit anderen Städten keineswegs scheuen.

Informationen zum Städtevergleich „Urban Audit“

Unter dem Titel „Urban Audit“ führt EUROSTAT, das statistische Amt der Europäischen Union (EU), seit 2003 alle zwei Jahre eine europaweite Datensammlung zur städtischen Lebensqualität durch. Dabei werden rund 350 statistische Informationen auf gesamtstädtischer Ebene erhoben und durch Angaben zu Regionen und Stadtteilen ergänzt. Die Daten stammen aus den Themenfeldern Demographie, Soziales, Wirtschaft, Bildung, Transport und Verkehr, Bürgerbeteiligung und Umwelt. Die Erhebung dieser statistischen Daten wurde ergänzt durch subjektive Einschätzungen von Bürger/innen aus 75 von der EU ausgewählten Städten. Diese repräsentative Befragung fand nach 2004 und 2006 im Jahr 2009 zum dritten Mal statt, die nächste ist für 2012 geplant. In Deutschland ließ die EU die Befragung in Berlin, Hamburg, Essen, Dortmund, Rostock und Leipzig machen. Um entsprechende Befragungsdaten zu erhalten, gründete ein Teil der deutschen Städte, die an der Urban-Audit-Datensammlung beteiligt und im Verband Deutscher Städtestatistiker organisiert sind, die „Arbeitsgemeinschaft koordinierte Umfragen zur Lebensqualität“ und ließen repräsentative Umfragen mit weitgehend identischen Fragebögen machen. Für die Erhebung 2009 sind dies Augsburg, Bielefeld, Braunschweig, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Freiburg, Fürth, Heilbronn, Koblenz, Köln, Konstanz, Mannheim, München, Nürnberg, Oberhausen, Saarbrücken, Stuttgart, Wiesbaden und Zwickau.

Foto: Matthias Lohse PIXELIO

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